Kunstfrühling: Besucher schätzen Haller Flair

Stelzenläuferinnen in prächtigen Gewändern,  kulinarische Spezialitäten, Bücher, Blumen, Flamenco und Musik: Das sind die Zutaten des Kunstfrühlings. <i>Mit Bildergalerie.</i>

|
Flamenco-Tänzerinnen im Adolf-Würth-Saal: Sie sprühen von Energie und Eleganz. Das Publikum spendet für die Kunst des Tanzens und des Ausdrucks reichlich Beifall.  Foto: 

Zwei Stunden lang sitzen Greta und Carla Schulz still im Freien an einem Tisch. Ein Sonnenschirm ist aufgespannt. Sie sind in ihr Projekt vertieft. „Klaus Kuh“ heißt der achtseitige Comic, der nach zwei Stunden stolz den Eltern und Großeltern präsentiert wird. „Wir haben uns von Mickey Maus inspirieren lassen“, sagen die beiden Mädchen und zeigen ihre Malgeschichte, die selbstverständlich mit Sprechblasen und bunten Bildern ausgestaltet ist und von den Abenteuern der Kuh erzählt.

„Es gab nur eine kurze Einführung. Auch die Materialien sind vorgestellt worden. Mehr nicht“, erklärt Künstler Thomas Zubrod, der das Comic-Malen am diesem Tag leitet. „Es hat sich gelohnt, dass die Kinder daran intensiv gearbeitet haben“, zollt er deren Kreativität Lob. Währenddessen sind andere Mädchen und Jungen noch in  ihre Arbeiten vertieft.

„Wir sind mit den Besuch sehr zufrieden“, sagt Kunsthallen-Direktorin Sylvia Weber. Seit 2012 sei die Kunsthalle regelmäßig beim Internationalen Museumstag, der gestern begangen wurde, dabei. Das Wetter spiele mit und auch viele Stammgäste seien gekommen.

Selbstgekochte Tomatensuppe für Kinderhospiz

Dazu gehört auch Familie Tzschoppe aus Hessental. Vater Michael, Mutter Stefanie sowie die Kinder Lea, Anni und Mika sind schon zum wiederholten Mal dabei. „Kunst, Musik, gutes Essen, das alles relativ zwanglos, das ist einfach schön“, meint Vater Michael. Lea und Nnni haben sich bunte Blumen-Tattoos auf die Oberame malen lassen. Langweilig ist ihnen nicht, wie sie versichern. Gleich will die Familie an einer Führung durch die Kunsthalle teilnehmen. Picasso zieht. „Es ist ein besonders Flair zwischen Sudhaus und Kunsthalle“, sagt Stefanie Tzschoppe. Auch das sei ein Grund, immer wieder dabei zu sein.

An einem der vielen Essensstände verkaufen Michaele Schick-Pelgrim und Astrid Winter Tomatensuppe. Für einen guten Zweck, für das ambulante Kinderhospiz Schwäbisch Hall. „55 Liter  habe ich selbst gekocht“, antwortet Michaele Schick-Pelgrim auf die Frage, woher die Suppe kommt. Die Zutaten sind Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Basilikum und Gemüsebrühe. „Das ist auch für Vegetarier köstlich“,  meint Astrid Winter. Sie erzählt, dass das Projekt Kinderhospiz „in greifbare Nähe rückt“, wie sie es ausdrückt. Erstmals sei am Stand ein Bild zu sehen, wie das Kinderhospiz aussehen könnte. Auch ein Standort in Hessental sei schon ins Auge gefasst. Das sei eine wunderbare Gelegenheit, das Hospiz vorzustellen. Und wieder gehen zwei Teller Tomatensuppe über den Tresen.

Währenddessen bereitet sich die Flamencogruppe Dulcemargo aus  Baden-Baden auf ihren ersten Auftritt in Schwäbisch Hall vor. Später spielen Gonzo’N’Friends vor großem Publikum. In der Kunsthalle warten derweil Gäste auf die nächste Führung.

Die steht in der Johanniterhalle kurz vor dem Abschluss. Carmen Rameil erläutert einer kleinen Gruppe gerade die Besonderheiten eines Cranach-Werks. Aufmerksam hört Familie Quast-Bader aus Heilbronn zu. „So ein Angebot gibt es in Heilbronn nicht“, sagt Ulrike Quast-Bader. Es ist nicht ihr erster Besuch in Hall. Wenn es etwas Neues in der Kunsthalle zu sehen gibt, kommen sie. Tochter Franziska ist zwar historisch nicht sonderlich interessiert, wie sie freimütig zugibt, aber trotzdem sei es interessant, etwas über die alten Meister zu erfahren. Schade sei es aber, dass die Holbein-Madonna gerade nicht vor Ort sei. Richtig, die ist momentan in Berlin zu sehen.

Das Angebot an der Kunsthalle ist für viele Besucher wohl so verlockend, dass sie auf einen Besuch des ebenfalls geöffneten Hällisch-Fränkischen Museums verzichten. Farnaz Schaefer wollte  Interessierten gern etwas über die ehemalige Synagoge in der Unterlimpurger Straße berichten, doch um 11 Uhr war kein Gast da. Sie nimmt es mit einem Lächeln: „Wenn das Wetter so schön ist, kommen eben nur wenige Leute“, lautet ihre Erfahrung. Mit ihrer Vermutung „Würth hat wahrscheinlich mehr zu bieten“, lag sie nicht verkehrt.

Immerhin: Bernd Beck hatte bei Führung zwei, „Bauen im Mittelalter“, immerhin ein halbes Dutzend Zuhörer. Das war dann schon fast eine Privatführung. Voller wurde es gegen 14.30 Uhr, als Achim Köpf seine Ausstellung „Reisewelten – Landschafts- und Tierfotografien aus vier Kontinenten, beschloss. An der  Finissage nahmen etwa 30 Menschen teil.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Landrat zur Klinik-Finanzierung: Müssen uns weiter wehren

Kreistags-Mitglieder diskutieren über die Kliniken in Hall und Crailsheim. Gerhard Bauer kritisiert die Bundespolitik. weiter lesen