Kunst mit Kanten

Skalpell und Cutter sind die Malwerkzeuge von Hans Lankes. Eine Auswahl seiner Messerschnitte ist im Kunstfoyer der Haller Bausparkasse zu sehen. Kürzlich wurde die Schau "exterieur/interieur" feierlich eröffnet.

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Der Kunsthistoriker Tobias Wall im Gespräch mit dem Künstler Hans Lankes. Im Hintergrund ist die Messerschnitt-Arbeit "Neonhaus 2" zu sehen.  Foto: 

Exterieur lag die Lufttemperatur bei 33 Grad. Interieur fand sich das Publikum in dem mit Oberlicht präzise ausgeleuchteten, angenehm gekühlten Kunstfoyer. Susanne Kessen lud dazu ein, die ungewöhnlichen Arbeiten von Hans Lankes zu erleben, ihr Team habe nichts Vergleichbares gefunden.

Diese Einzigartigkeit wurde auch in der Facheinführung bestätigt. Dr. Tobias Wall gab einen kurzen Abriss der Scherenschnittkunst, ausgehend von Etienne de Silhouette. Dieser wurde 1759 auf Anraten der Marquise de Pompadour zum Generalkontrolleur der Finanzen Ludwigs XV. ernannt und erdachte sich einen ungewöhnlich nachhaltigen Sparvorschlag für Ölgemälde.

Lankes selbst "hasst es, wenn man bei seinen Arbeiten von Scherenschnitt spricht", erläutert der Kunsthistoriker lächelnd. In einem im Foyer auf einer Stoff-Fahne abgedruckten Interview beantwortet der Künstler die Frage: "Warum die Technik Messerschnitt?", recht eindeutig. "Wegen der harten Kante. Wegen der Entschiedenheit. Kein Lavieren, kein Getue. Es geht ums Konzept und darum, klare Entscheidungen zu treffen und dazu zu stehen."

Seine neuesten Werke kreisen um die Thematik Häuser. "Ich bilde nicht irgendein Haus ab," führt er beispielsweise zu dem in diesem Jahr entstandenen "Neonhaus 2" aus, "sondern die Idee, die Möglichkeit von einem Haus". Er sieht sich in der Tradition der Bildhauerei. "Ich nehme immer weg." Es sind also so etwas wie Skulpturen. Dabei schneidet er - Lankes sculpsit, hätte man früher vielleicht signiert - in einem Zug, in einem Flow, aus einem einzelnen Blatt Papier. Es wird nichts angestückelt. Der Künstler "zeichnet" mit dem Messer. Die Verwendung von Grundfarben wie Gelb oder Rot ist neu. Er will es "leuchten lassen". Einen akustischen Leuchtpunkt setzten Lahnor Adjei (Horn), Oliver Gehrung (Querflöte), Sarah Keck (Oboe) und Susanne Kolb (Bariton-Saxophon) von der Städtischen Musikschule mit dem Ragtime "Happy-Go-Lucky" oder dem BossaNova "Just A Sunny Daydream".

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