Kommentar von Chefredakteur Marcus Haas: Fehler wurde richtig gestellt

Asche auf mein Haupt - es wurde ein Fehler in einem Bericht gemacht. Thomas Preisendanz hat eben nicht ein Plädoyer dafür gehalten, nicht jeden auf das Gymnasium zu lassen - vor allem nicht Kinder aus bestimmten Milieus.

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Asche auf mein Haupt - es wurde ein Fehler in einem Bericht gemacht. Thomas Preisendanz hat eben nicht ein Plädoyer dafür gehalten, nicht jeden auf das Gymnasium zu lassen - vor allem nicht Kinder aus bestimmten Milieus. Seine zentrale Botschaft ist eine ganz andere: Es geht ihm unter anderem um den Erhalt des dreigliedrigen Schulsystems, um Vorbereitung aufs Studium, um den Sinn von Frontalunterricht. Der Fehler ist ärgerlich und wurde richtig gestellt.

Das Haller Tagblatt steht aber neben der neutralen Vermittlung von Sachverhalten in informierenden journalistischen Darstellungsformen auch für Freiheit und Meinungspluralismus. Eine Redakteurin hat sich zum Thema positioniert, deutlich als meinungsbildende Darstellungsform Kommentar, als ihre Meinung, gekennzeichnet. Der redaktionelle Teil kann auch für Inhalte aus Leserbriefen geöffnet werden. In diesem Fall bezog er sich auf ein korrektes Zitat aus der Rede und wurde verarbeitet. Dass das Beispiel Autismus nicht zum Gesamtkontext passt, ist einfach nur Zufall.

Es ist klar, dass neben Rechten wie Presse- und Meinungsfreiheit, vor allem auch Pflichten bei der alltäglichen Arbeit in der Redaktion beachtet werden müssen. Verantwortungsvoller Journalismus, journalistische Sorgfaltspflicht stehen dabei ganz oben, täglich setzt sich die Redaktion selbstkritisch mit ihren Themen auseinander.

Leider passieren dabei auch Fehler. Aber daraus eine einseitige, tendenziöse, unfaire Berichterstattung, gar eine Kampagne gegen das Gymnasium sowie seinen Rektor abzuleiten, das ist völlig abwegig und eine subjektive Interpretation von Fakten.

Diese Berichterstattung im Haller Tagblatt soll nun im Unterricht am Gymnasium thematisiert werden - dahingehend wie Journalismus gerade nicht sein sollte, wie lediglich Meinung gemacht und nicht objektiv berichtet werde. Ich biete an, in den Unterricht zu kommen, für eine sachlich-konstruktive Auseinandersetzung zum Thema, um dabei auch Perspektiven aus der alltäglichen Arbeit von Journalisten einzubringen, gegen eine einseitige Sicht. Weitergehend biete ich an das Thema unter der Moderation des Haller Tagblatts in ein öffentliches Forum zu geben - als Beitrag zur bildungspolitischen Diskussion.

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