Kolping-Projekt Cila unterstützt im Kreis junge Arbeitslose auf dem Weg in den Beruf

Das Projekt Cila will jungen Menschen, die seit langem ohne Arbeit sind, und Alleinerziehenden neue Perspektiven geben. In Crailsheim läuft das Projekt schon, ab September kommt es nach Hall.

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Cila bedeutet "Coaching und Integration von Langzeitarbeitslosen und Alleinerziehenden". Das Projekt ist für Menschen bis 30 Jahre gedacht. Die Teilnahme ist rein freiwillig. "Anders könnte man nicht arbeiten", stellt Axel Schmidt vom Kolping-Bildungswerk fest. "Meist sind es alleinerziehende Frauen", weiß er aus der Erfahrung der ersten sechs Monate in Crailsheim.

Alleinerziehend zu sein, ist an sich schon eine große Aufgabe, gleichzeitig auch noch zu arbeiten, überfordert aber viele junge Mütter. Oft haben sie ihre Ausbildung abgebrochen oder ihren Job aufgegeben. Manchmal fehlt ihnen auch ein Schulabschluss. Doch wie daran wieder anknüpfen, wenn es keinen Betreuungsplatz fürs Kleinkind gibt oder die Grundschule keine Nachmittagsbetreuung anbietet? Auch das Thema Mobilität ist häufig ein Hinderungsgrund, wieder in Beruf oder Ausbildung einzusteigen. "Vor allem im ländlichen Bereich ist die Busanbindung oft schlecht und ein Auto können sich die wenigsten leisten", so der Sozialpädagoge.

In den ersten Vier-Augen-Gesprächen mit dem Sozialarbeiter geht es erst einmal darum, die aktuelle Situation zu klären und sich um das dringendste Problem zu kümmern. Oft ist das eben die Betreuung der Kinder. Doch damit ist es nicht getan. Manche junge Frau hat vor lauter Belastung durch Kinder und Haushalt ihre eigenen Ziele aus den Augen verloren oder hatte noch gar keine. "Im Gespräch versucht der Coach deshalb, gemeinsam mit dem Klienten herauszufinden, wo dessen Stärken und Interessen sind, um daraus eine Perspektive zu entwickeln", erklärt Schmidt. Zwei Termine von bis zu zwei Stunden hat jeder Projektteilnehmer wöchentlich mit seinem Betreuer. "Weniger für die alleinerziehenden Mütter, als für manch jungen Menschen, der lange arbeitslos ist, ist es schon eine Herausforderung, diese Termine einzuhalten und pünktlich zu sein", so der Kolping-Mitarbeiter. Sie müssten erst einmal Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit lernen, bis er sie guten Gewissens in ein Berufspraktikum schicken kann. "Ich muss erkennen, was der Mensch leisten kann", erklärt er. Junge Arbeitslose haben oft weitere Schwierigkeiten: Sucht, psychische Probleme, keinen Schulabschluss, keine Ausbildung. Jeder brauche ganz individuelle Hilfe und Lösungen. Man dürfe deshalb den Erfolg von Cila nicht nur daran festmachen, wie viele Leute eine Stelle bekommen, meint Schmidt. Das sei innerhalb von sechs Monaten nicht immer möglich.

"Wir haben erkannt, dass das Einzel-Coaching mehr Raum braucht und haben deshalb unsere ursprünglich vorgesehenen Gruppenaktivitäten heruntergefahren. Die Teilnehmer haben sich das gewünscht", berichtet er. Von ihnen kam auch der Vorschlag für ein Bewerbertraining. "Das haben wir aufgegriffen und in kleinen Gruppen Bewerbungsgespräche geübt", erzählt Axel Schmidt.

Erste Erfolge haben sich derweil bei den Teilnehmern in Crailsheim eingestellt: Zwei haben einen Job angenommen und sind dafür sogar weggezogen. "Da hat es für die Familie gepasst", so Schmidt. Eine Teilnehmerin bereitet sich auf eine Teilzeitausbildung vor, zwei weitere haben sich ein berufliches Ziel gesetzt.

Projekt läuft zwei Jahre

Kooperation Cila ist eine Kooperation zwischen Jobcenter und Kolping-Bildungswerk. Es wird von Europäischem Sozialfonds und Landes-Arbeitsministerium gefördert und ist auf zwei Jahre angelegt. Geplant sind vier sechsmonatige Durchgänge mit je 16 Teilnehmern. Infos: 07951/

295712, Kolping-Bildungswerk.

SIBA

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