Klare Stellungnahme der Stadtspitze gefordert

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Mehr als 200 Teilnehmer waren zur Kundgebung für Menschlichkeit nach Öhringen gekommen. Foto: Peter Hohl  Foto: 

Die Polizei war für alle Eventualitäten gewappnet. 45 Beamte aus der Region und von der Bereitschaftspolizei in Göppingen sollten gewalttätige Auseinandersetzungen verhindern, als am Samstagnachmittag zum zweiten Mal seit dem Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft am 17. November in Pfedelbach Bürger in Öhringen gegen Fremdenfeindlichkeit und für Menschlichkeit demonstrierten. Gleichzeitig agitierte auf der anderen Seite der Bahnhofstraße das rechte Bündnis „Hohenlohe wacht auf“ erneut gegen die deutsche Flüchtlingspolitik. Mit vier Beamten hoch zu Ross setzte die Staatsgewalt ein zusätzliches, unübersehbares Zeichen zwischen den Fronten.

Über 200 Bürger waren dem Aufruf des Aktionsbündnisses „Hohenlohe für Menschlichkeit“ gefolgt – mehr als zwei Wochen zuvor an gleicher Stelle, aber deutlich weniger als vor Wochenfrist in Pfedelbach. Und anders als in Pfedelbach nahmen keine offiziellen Vertreter der Kommune an der Kundgebung teil, die unter dem Motto „Kein Platz für geistige Brandstifter!“ stand.

„Der Pfedelbacher Bürgermeister Kunkel hat vergangene Woche deutliche Worte gefunden. Ein solches Zeichen wünschen wir uns auch von den Verantwortlichen in Öhringen“, sagte Rüdiger Paatz, der Organisator der Kundgebung. Eine Sprecherin der Gruppe „Mergentheim gegen Rechts“ wurde deutlicher: Sie sei „fassungslos“ angesichts der Passivität der Stadtspitze. Klaus Mayer aus dem Organisationsteam der Kundgebung verband seine „Aufforderung an die politisch Verantwortlichen in Öhringen, endlich mal wieder Flagge zu zeigen“, mit der unmissverständlichen Aussage: „Auch diejenigen, die schweigen und wegschauen, tragen eine Mitverantwortung.“

Seit mittlerweile 14 Monaten demonstriert das Bündnis „Hohenlohe wacht auf“  regelmäßig in Öhringen gegen die deutsche Flüchtlingspolitik. Und wenn das Häuflein auch stetig kleiner geworden ist – am Samstag waren es kaum mehr als ein Dutzend Teilnehmer in dem umgitterten Karree auf dem Hafenmarkt – so ist ein Ende bisher nicht abzusehen.

Trotz deutlicher Worte blieb es bis auf vereinzelte verbale Provokationen durch wenige junge Männer, die spät zur Kundgebung für Menschlichkeit gestoßen waren, weitgehend ruhig links und rechts der Bahnhofstraße. Die Polizei hielt die beiden Lager auf Distanz. Peter Hohl

Info: In diesem Jahr soll es keine weiteren Kundgebungen mehr auf dem Hafenmarkt und an der Bahnhofstraße geben. „Hohenlohe wacht auf“ habe seine nächste Versammlung für Samstag, 14. Januar, angemeldet, berichtet Frank Stransky vom Ordnungsamt der Stadt Öhringen. Die Initiatoren der Aktion „Hohenlohe für Menschlichkeit“ wollten „in den nächsten Tagen zusammentreffen und beraten, ob und wann sie wieder eine Versammlung gegen Fremdenfeindlichkeit anmelden“.

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