Bundestagswahl beherrscht Regionalempfang der IHK

Bundestagswahl beherrscht thematisch den Regionalempfang der IHK. Präsident Harald Unkelbach formuliert die Erwartungen der heimischen Wirtschaft.

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IHK-Präsident Harald Unkelbach in festlichem Ambiente: „Wir wollen als Kammer vor Ort mit den Firmen ins Gespräch kommen, um die Anregungen, Bedürfnisse und Sorgen der Unternehmer aufzugreifen.“  Foto: 

Der Innenhof des Kirchberger Schlosses und der Rittersaal bildeten nun wirklich einen festlichen Rahmen für den jüngsten Regionalempfang der IHK Heilbronn-Franken. Die Kammer verfolgt dabei konsequent ihrer Strategie treu, durch „wandernde Veranstaltungen im Kammergebiet, die Nähe zu ihren rund ­62 000 Unternehmen und Firmenvertretern zu suchen.

Rolf Bühler als Vorstand der Stiftung Haus der Bauern fungierte mit seinem Team als Gast­geber und sorgte nicht nur herzhafte Verköstigung der rund 200 Gäste, sondern schuf auch die angenehme Atmosphäre für den lockeren Austausch im Anschluss an die Veranstaltung.

Drei Tage nach der Bundestagswahl war es wenig überraschend, dass absehbaren politischen Konstellationen den Abend thematisch bestimmten. Durch die Blume forderte IHK-Präsident Harald Unkelbach dazu auf,  demokratisch den Kompromiss zu suchen. Möglichen Neuwahlen  lehnte der Wirtschaftsführer ab: „Wir müssen das Ergebnis so akzeptieren, wie die Bevölkerung abgestimmt hat. Es kann nicht sein, dass wir solange wählen bis es passt.“ Dahinter versteckt sich die erste klare Forderung der Wirtschaftsorganisation: „Wir brauchen möglichst schnell eine klare Ausrichtung und die entsprechende Ansprechpartner.“ Der frühere Top-Manager:  „Verlässlichkeit, aber auch Vertrauen politisch Handelnden ist gerade für unser Region sehr wichtig.“ Unkelbach zielte dabei auf den Umstand ab, dass die heimischen Firmen rund 60 Prozent ihrer  Wertschöpfung auf den Märkten im Ausland erarbeiten.

Der „zügige Ausbau“ der Digitalisierung ist für den Kammerpräsident, „auch völlig unabhängig von den politischen Farben“ ein absolutes Muss. Harald Unkelbach: „Wir bewegen uns aktuell  auf dem Niveau von Ländern wie Rumänien und Bulgarien.“ Seine daraus folgernde Warnung ist deutlich: „So lässt sich Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft auf Dauer nicht gewährleisten.“ In Anlehnung an das Stichwort Digitalisierung hält die Kammerspitze den weiteren Ausbau der Bildungslandschaft „für zwingend“. Ohne durchdachte, moderne Bildungskonzepte lässt sich auch die Digitalisierung nicht umsetzen und „damit der notwendige Umbau der Wirtschaft nicht zügig vorantreiben“.

Ein Investitionsprogramm der öffentlichen Hand mit Blick auf die Infrastruktur – sowohl klassischen Bereich  etwa für Verkehrswege oder Schulen –  aber eben auch in die Netzinfrastruktur zur schnellen Datenübertragung sind für Harald Unkelbach ebenfalls unbedingt notwendig. Vehement forderte er zudem eine Veränderung der Gründungsförderung: „Auch hier sind wir in den zurückliegenden zehn Jahren deutlich ins Hintertreffen geraten.“

Im Hintertreffen

Er ist überzeugt,  dass ein mehr an Start Ups wesentlich dazu beiträgt, neue Geschäftsmodelle in den Markt zu bringen, um die Zukunft nachfolgender Generationen abzusichern. Unkelbach: „Politik ist kein Deal, wie es zuletzt immer wieder einmal zu hören war, sondern das Bemühen den besten Kompromiss für das Land.“ In diesem Zusammenhang warb der Kammerpräsident noch einmal darum, sich an der anstehenden „IHK-Wahl“ zu beteiligen. Die Wahl zur Vollversammlung ist für deren Präsidenten ein Teil des Bemühens „die Region zusammenzuführen und ihr politisches Gewicht zu stärken.“

„Die wirtschaftspolitischen Gremien schaffen die Rahmenbedingungen“ sagt der IHK-Boss: „Man darf nicht nur immer Forderungen an die Politik haben, man muss sich selbst einbringen.“ Bis zum 18. Oktober können die Unternehmensführer  ihre Stimme abgeben. Bevor es zum gemütlichen Netzwerken ging, gab Harald Unkelbach den Besuchern einen Leitspruch zum Nachdenken mit ans Büfett: „Die Entscheidung ist mit Dir“.

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