Kinderbetreuung wird in Mainhardt teurer

In Mainhardt werden die Gebühren für die Kinderbetreuung stufenweise erhöht. Der Zuschuss der Gemeinde beträgt 2016 rund 1,1 Millionen Euro.

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Um gut 100 000 Euro jährlich steigen die Personalkosten in den Mainhardter Kinderbetreuungseinrichtungen. Grund dafür sei der Tarifabschluss 2015 und die verbesserte Eingruppierung in den Sozialtarif für Erzieher, heißt es aus der Gemeindeverwaltung. In Mainhardt gilt dieser seit dem 1. Juli. Die kommunalen Landesverbände und Vertreter der Kirchen empfehlen spätestens für das Kindergartenjahr 2017/2018, eine zusätzliche Erhöhung von bis zu acht Prozent vorzunehmen. „Wir orientieren uns an den Landesrichtsätzen“, betont Bürgermeister Damian Komor. Nicht nur seine Gemeinde hebt deshalb zukünftig die Beiträge an.

Üblicherweise sollten diese etwa 20 Prozent der Betriebsausgaben in den Kindertagesstätten decken. Allerdings liegt man in Mainhardt noch weit unter dem avisierten Ziel, obwohl ohnehin jährlich die Elternbeiträge um drei Prozent steigen. Derzeit wird etwas mehr als elf Prozent an Kostendeckung erzielt. Selbst nach der geplanten Erhöhung im nächsten Kindergartenjahr werde es mit knapp 11,5 Prozent nicht viel besser, stellt Kämmerer Friedmar Wagenländer dar.

„Im Verhältnis zu anderen Kommunen stehen die Mainhardter Eltern gut da“, betont Doris Nothdurft von der Gemeindeverwaltung auf Nachfrage. Derzeit gehen 215 Kinder in die 13 Gruppen der sechs kommunalen Kindergärten und des Waldkindergartens. 19 der insgesamt 254 Plätze sind nicht belegt.

Der Zuschussbedarf der Gemeinde Mainhardt erhöhe sich alleine für dieses Jahr auf 1 107 000 Euro, das entspricht 4919 Euro pro Kind. Selbst die Energiekosten seien darin enthalten, erläutert Kämmerer Wagenländer dem Gemeinderat Udo Kallina auf Nachfrage. Er schlägt eine schrittweise, gesplittete Erhöhung bereits ab dem Kindergartenjahr 2016/2017 vor. „Sonst ist das ein sehr großer Schritt“, so Wagenländer. Um jeweils sieben Prozent werden deshalb in den folgenden zwei Jahren die Beiträge angehoben. Das entspricht einer Mehreinnahme von rund 14 000 Euro. Darauf einigte sich der Mainhardter Gemeinderat einstimmig.

Die Kosten für die Kinderbetreuung steigen im ersten Jahr auf 1,05 Euro pro Stunde, bei Kleinkindern mit einem höheren Betreuungsschlüssel auf 2,83 Euro. Im Folgejahr 2017/2018 wird es eine weitere Erhöhung auf 1,12 Euro beziehungsweise für Kleinkinder auf 3,03 Euro pro Stunde geben. Die Beiträge für die Kinderbetreuung staffeln sich nach der Zahl der Geschwisterkinder und dem Betreuungsbedarf.

Die Mainhardter Kindergärten seien optimal ausgelastet, so ein Ergebnis des Strategiekonzepts zur Kinderbetreuung vom März 2015. Bei der Befragung zeigten sich die Eltern insgesamt sehr zufrieden mit der Betreuung vor Ort, heißt es in der Gemeinderatssitzung. Auch die Teilnahme am verbesserten Sozialtarif wirke sich positiv aus.

Dennoch tun sich die Gemeinden bei der Besetzung freier Stellen schwer. „Erzieher sind derzeit Mangelware“, bedauert Bürgermeister Damian Komor im Gespräch. Der Fachkräftemangel sei nun auf dem Land angekommen, ergänzt Nothdurft. Auch habe die Gemeinde Mainhardt eine zusätzliche Herausforderung zu meistern: Denn derzeit seien 14 Erzieherinnen der sechs kommunalen Kindergärten schwanger oder in Elternzeit.

„Das erschwert die Situation“, erläutert Komor, weil man so nur befristete Stellen ausschreiben könne. Dennoch herrsche noch kein akuter Notstand in den Einrichtungen. Die Gemeinde komme noch mit Aushilfen zurecht. „Aber wir sind weiter auf der Suche nach Erzieherinnen“, unterstreicht Doris Nothdurft.

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