Kein Bedarf für Supermarkt

Braucht Hessental einen weiteren Supermarkt? Sowohl Edeka als auch Rewe haben Interesse an einem Neubau am Rand der Mittelhöhe. Doch Halls Stadträte sind skeptisch. Das Thema wird vorerst nicht weiter verfolgt.

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An dieser Wiese in Hessental in unmittelbarer Nachbarschaft zum Lidl-Markt haben sowohl Rewe als auch Edeka Interesse. Doch im Bau- und Planungsausschuss des Haller Gemeinderates findet die Idee keine Mehrheit. Das Thema wird vorerst nicht mehr weiter verfolgt. Foto: Weigert

Die Stadtverwaltung ist seit einiger Zeit auf der Suche nach einem Käufer für ein großes Grundstück südwestlich des Kreisverkehrs an der Bühlertalstraße. Derzeit weist dort ein großes Plakat auf freie Bauplätze in der Mittelhöhe hin. Jetzt hat sowohl die Supermarktkette Rewe als auch Edeka Interesse signalisiert. Beide Ketten sehen am Standort erhebliches Potential, allerdings nur, wenn sie in einer Größe von mindestens 1450 Quadratmetern bauen dürfen. Zum Vergleich: Beim benachbarten Lidl-Markt wurde die Fläche auf 800 Quadratmeter begrenzt. Rechtlich, so Stadtplaner Eberhard Neumann am Montag vor dem Bau- und Planungsausschuss, bestehen keine Bedenken. Eine Voruntersuchung habe gezeigt, dass der Markt dort tragfähig sei, auch eine Konkurrenz zur Kernstadt bestehe nicht - man müsse nur den Bebauungsplan ändern und beim Regionalverband ein so genanntes Zielabweichungsverfahren einleiten.

Doch ganz so optimistisch sieht dies das Gros der Stadträte nicht. "Ich habe erhebliches Bauchweh", so Claus Unser. Der CDU-Stadtrat fürchtet, dass womöglich Anbieter im Ortskern von Hessental auf der Strecke bleiben. "Wir müssen nicht den Anwalt für die großen Märkte spielen", meint Hartmut Baumann (FWV) - er sähe am vorgeschlagenen Standort lieber eine Wohnanlage mit kleinen Einheiten. Nikolaos Sakellariou (SPD) ist ebenfalls gegen die Ansiedlung eines weiteren Marktes. Schon durch die Ansiedlung von Lidl sei der alteingesessene Nah-und-Gut-Markt Baumann verdrängt worden - "den Großmärkten ist es doch scheißegal, was vor Ort passiert". "Wir sehen weder Nutzen noch Notwendigkeit", sagt Jutta Niemann (Bündnis 90/Die Grünen). Kristian Neidhardt (FDP) fürchtet, dass es irgendwann auch Leerstände geben könnte - "und dann weiß man, was passiert: Schmuddelecken und soziale Brennpunkte".

Die einzige Gegenstimme kommt von Thomas Weber (CDU). Hessental sei immerhin der größte Stadtteil, das Gründle sei nicht fußläufig erreichbar und: "nicht jeder will bei Lidl einkaufen". Dieses Argument greift auch Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim auf. "Wenn man mit dem Lidl-und-Schwarz-Konzern nur einen Anbieter hat, ist das für die Nahversorgung vielleicht auch nicht so optimal". Zwar habe man keine Unterversorgung, doch bislang sei man immer davon ausgegangen, an dieser Stelle Handel anzusiedeln. Wenn man das nicht mehr wolle, müsse man sich über eine andere Nutzung Gedanken machen.

Dazu besteht nun Zeit: Den Beschlussantrag, der den Weg frei für einen neuen Supermarkt gemacht hätte, hat Pelgrim zurückgezogen.

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