Keck und kräftig: Harald Baums Werke in der Galerie am Markt

Um „Hunde & Konsolen“ ging es am Samstagnachmittag in der Galerie am Markt in Hall. Sonja Klee kuratiert dort die aktuelle Ausstellung mit Werken von Harald Braun.

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Fachreferent Andreas Baur (Leiter der Galerien der Stadt Esslingen) und Künstler Harald Braun bei dem Kunstwerk „Hunderumpf - Hasenrumpf“ aus dem Jahr 2016 (Beton, Holz, Tafellack).  Foto: 

Peter Ege stellte den Künstler, der an der Kunstakademie in Stuttgart studiert hat, vor. „Seit den 90er Jahren ist sein Werk in der ganzen Republik und darüber hinaus bekannt und präsent“, bemerkte der Vorsitzende des Kunstvereins. Besonders schön findet er, „dass Harald Braun die große zeichnerische Arbeit hier an der Wand direkt als Frottage, also in Abreibetechnik, ausgeführt hat und der Ausstellungsraum im ausgestellten Werk selber präsent ist.“ Auch Beate Elsen-Schwedler gefällt die „Wandfrottage Hund“ gut. „Ich finde diese Textur unheimlich schön. Die Frottage greift den Raum auf eine ganz plausible Art auf“, stellt die stellvertretende Leiterin von Museum und Kunsthalle Würth fest.

Harald Braun erläutert seinen Ansatz: „Ich habe die Steckmodule der Hunde einzeln  als Umriss verwendet und mit einem Graphitstift den glatten und körnigen Untergrund auf dem Papier herausgearbeitet.“ Er ist Bildhauer.  „Bildhauer wollen ein Objekt haben“, begründet Marcus Wichmann seine Gestaltung des Ausstellungsplakates. Der Stuttgarter Grafiker und Designer  fotografierte ein kupferfarben leuchtendes Steckmodul schattenlos. Die Typografie zeigt die Schriftart Tisa in einer ausgeprägt serifierten Form. „Das hat etwas von den Winkeln und ist keck und kräftig.“, verdeutlicht Wichmann. Dem Leiter der Galerien der Stadt Esslingen Andreas Baur imponiert vor allem die Farbgestaltung. Dieses „Objekt vor dem Weiß des Hintergundfells, kupferfarben.“ Und die knallig rote Schrift. Das erinnert den Fachreferenten an den Bärenmarke-Werbespot von 1991. „Ganz große Klasse.“

Baur veranschaulicht solche Bezüge mit Farbausdrucken, die er dem Publikum zeigt. Bei „Hunderumpf Nippon BMW“ (2012) verwendete der Künstler den Autolack Schoko-Metallic-Braun. Das Einsatzgebiet des Speziallackes ist jetzt ein Betonguss. „Irgendwie puffreisartig“, mutet den Referenten das an.

Die Trennlinien von Kunst, Werbung, Markt und Baumarkt verschwimmen im Werk von Harald Braun. Baur: „Die Hunde sind modular aufgebaut, dreiteilig. Strukturell immer gleich. Rumpf, Kopf, Schwanz.“ Der Referent fragt: „Ab wann ist das Ensemble ein Hund? Ab wann erkennt das Auge?“ Und: „Wann erkennt man was und was will erkannt werden? Erkennen/Nichterkennen, abstrakt/dinglich sind die widerstreitenden Dimensionen …“

Auch die Konsolen an den Wänden sind standardisiert. Andreas Baur stellt fest: „Baumarkt-Raster ‚Standard-Länge 2 Meter‘“. Das Publikum bahnt sich zwischen Modul, Transformation, Markenbildung, Kontextstiftung, Produktionslinien, Versatz, Skalierung, Raster und Schablonen eigene Interpretationspfade und genießt die hochklassige Qualität der ausgestellten Objekte.

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