Kaum Schulausfall am ASG

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    Knapp zehn Prozent des Unterrichts an Schulen in Deutschland findet nicht regulär statt. Foto: 
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    Ralf Eisenbeiß ist Elternvertreter am ASG. Foto: 
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Wenn die Schule ausfällt müssen die Schüler mehr selber lernen. So einfach fasst der Elternvertreter des ASG, Ralf Eisenbeiß, die Auswirkungen zusammen, die ausgefallene Schulstunden zunächst verursachen. Allerdings fehle der Stoff, der nicht behandelt wurde, dann meist in den folgenden Jahren. Deshalb sei langfristiger Ausfall zu vermeiden.

Jammern auf hohem Niveau

Am Crailsheimer Gymnasium gebe es dieses Problem kaum. „Aus meiner Sicht kann ich sagen, dass es in den letzten Jahren nicht zu mehr Unterrichtsausfall kam.“ Den gebe es zwar, aber „das ist Jammern auf hohem Niveau.“ Es gebe eine hohe Bereitschaft, hier entgegenzuwirken. „Der Ausfall lässt sich nicht ganz vermeiden. Aber Schulleitung und Planer tun viel dafür, dass der Unterricht wie gewohnt stattfindet.“

Eisenbeiß muss es wissen: seine Kinder sind in der sechsten und neunten Klasse. „Die fahren mit dem Rad oder dem Bus zur Schule.“ Lediglich wenn es mal längere Lücken gibt kommen sie nach Hause. Problematischer wäre Unterrichtausfall aber, wenn seine Kinder noch jünger wären. „Bei Grundschülern ist das nochmal was anderes.“

Und selbst wenn dann mal Stunden ausfallen: Die Informationspolitik der Schule sei sehr zuverlässig. „Es gibt ein digitales schwarzes Brett, durch das die Eltern einen Abend vorher informiert werden.“ Als Elternvertreter fühle er sich auch von der Schulleitung immer gut informiert. „Wir stehen alle vier bis sechs Wochen miteinander in Kontakt. Wenn es doch mal Engpässe gibt, ist es immer gut, wenn man das nachvollziehen kann.“

Außerdem werde am ASG darauf geachtet, den Ausfall „familienverträglich“ zu gestalten. Zusätzlich solle es so wenig Hohlstunden wie möglich für jüngere Schüler geben.

Allerdings gebe es auch in Crailsheim Schwankungen. „Schwierig wird es, wenn jemand mittelfristig ausfällt.“ Davon seien im Moment lediglich zwei Nebenfächer betroffen. „Das ist verkraftbar.“

Auch die hohe Zahl an Überstunden, die irgendwann abgebaut werden muss, sei ein Problem. Darüber hinaus gebe es aber mittlerweile einen guten Draht zur Personalstelle im Regierungspräsidium. Diese ist für Neubesetzungen zuständig.

Bei Vertretungsstunden komme es immer auf den Lehrer an. „Manche bereiten diese Stunden vor.“ Gerade bei fachfremden Lehrern sei aber ein 1:1-Ersatz kaum möglich.

Verfehlte Personalpolitik

Der generelle Lehrermangel, der aktuell in Deutschland herrscht (siehe Infokasten), ist auf eine verfehlte Personalpolitik zurückzuführen, sagt Eisenbeiß. Als Marketingleiter eines Personaldienstleisters weiß er, wovon er spricht. „Es gibt viele Stellschrauben, die falsch angezogen werden.“

Das fange schon bei ganz einfachen Dingen an: „Die Homepage des Kultusministeriums ist zum Beispiel schon ziemlich kompliziert aufgebaut.“ Gerade dann, wenn es um Stellenausschreibungen gehe.

Laut einer Studie der Zeit fallen bundesweit 5,2 Prozent des Unterrichts aus. In Baden-Württemberg sind es immerhin noch 3,8 Prozent.

Zusätzlich werden 4,7 Prozent des Unterrichts vertreten. Im Vertretungsunterricht wird aber nur bei einem Drittel aller Fälle regulärer Unterricht gegeben.

Allein in Baden-Württemberg blieben zu Beginn des Schuljahres 635 Lehrerstellen unbesetzt, bundesweit mehr als 3300. Baden-Württemberg liegt hier auf dem zweiten Rang. Spitzenreiter ist Nordrhein-Westfalen. luc

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