Kartenvorverkauf geht deutlich zurück

Im Vergleich zum Vorjahr wurden 13.000 Tickets weniger abgesetzt. Damit sei gerechnet worden, weil das Globe fehlt, erklärt Oberbürgermeister Pelgrim.

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Gelassene Stimmung am vollbesetzten Pressetisch, an dessen Ende der neue Freilichtspiel-Intendant Christian Doll sowie Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim platzgenommen haben. Zweieinhalb Stunden vor der Uraufführung von „Brenz 1548“: Christian Doll, der Regie führt, räumt ein, dass er etwas aufgeregt ist. Hermann-Josef Pelgrim betont, dass die Freilichtspiele vor einem Neuanfang stehen: Der Intendant ist neu, die zweite Spielstätte ist erstmals und vorübergehend in einem Zirkuszelt, im Ensemble gibt es viele neue Gesichter und nicht zuletzt wagen sich die Freilichtspiele an ein Stück, das unbekannt ist. „Ein Experiment“, so der Oberbürgermeister, dessen Bedeutung er in seiner Ansprache unmittelbar vor der Vorstellung betonte: „Sie sind Zeitzeuge einer Welturaufführung. Es wird etwas Einmaliges und Erstmaliges in der Welt heute geschehen, aber an einer authentischer Wirkungsstätte, denn Johannes Brenz kannte diese Treppe auch. Sie wurde 1511 eingeweiht.“

Mit dem Neuen, dem Unbekannten erklärt Hermann-Josef Pelgrim auch die erheblich zurückgegangene Zahl der Vorverkaufstickets. Von 42.000 auf 30.000 Karten innerhalb eines Jahres – das entspricht einem Minus von mehr als 20 Prozent. Dieser Rückgang sei einkalkuliert. „Das ist dennoch ein großer Vertrauensvorschuss auf das, was man nicht kennt“, sagte der OB. Teilweise werde das Minus durch die insgesamt knapp 90.000 Euro kompensiert, die die Freilichtspiele anlässlich des Reformationsjahres von der Bundeskulturstiftung, von Toto-Lotto und der Evangelischen Landeskirche für die Brenz-Inszenierung zusätzlich erhalten.

Wie im letzten Jahr beträgt das Budget der Freilichtspiele rund 2,8 Millionen Euro. 2016 wurde ein Überschuss erwirtschaftet. Diese Erwartung habe man in diesem Jahr nicht. Ein Grund dafür sei, dass die zweite Spielstätte 2017 nicht in der Innenstadt ist, sondern am Rande der Stadt. Das Globe-Theater wurde abgebaut. Gespielt wird im Zelt des Cirkus Compostelli am Teurershof. Für die Vorstellungen dort sind bislang 7000 Karten verkauft worden. Für die Große Treppe liegen 23.000 Bestellungen vor.

Intendant Christian Doll betont, dass die Reduzierung des Ensembles von rund 50 auf etwa 30 Akteure nicht allein eine Sparmaßnahme sei, sondern auch mit seiner Art zu arbeiten zu tun habe. In der Regel übernehmen bei Doll die Schauspieler in einem Stück mehrere Rollen. „Ich will das so“, sagt der neue Intendant. Die Qualität leide darunter nicht, ist sich Doll sicher, sie gehe eher nach oben. Bei „Brenz 1548“ macht sich die Reduzierung dadurch bemerkbar, dass 14 Darsteller rund 30 Rollen spielen. Lediglich Dirk Schäfer spielt ausschließlich eine Person: Johannes Brenz.

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Die Freilichtspiele Schwäbisch Hall zeigen in ihrer 92. Spielzeit unter anderem Goethes „Wahlverwandtschaften“ und das Reformationsstück „Brenz 1548“. Es ist die erste Saison unter dem neuen Intendanten Christian Doll.

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