Julia Sewing - "Man bewegt etwas im Kleinen"

Schon als Kind will sie nichts anderes, als Schauspielerin werden, verkleidet sich gern und nimmt an der Theater-AG in der Schule teil: Julia Sewing spielt dieses Jahr mehrere Rollen bei den Freilichtspielen Hall.

|
Vorherige Inhalte
  • Putzi, gespielt von Julia Sewing, und George (Marcus Calvin), der Kollege ihres Mannes, trinken im Stück "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" zusammen Brandy. Noch ist die Stimmung gut - was sich im Laufe des Abends ändert. 1/2
    Putzi, gespielt von Julia Sewing, und George (Marcus Calvin), der Kollege ihres Mannes, trinken im Stück "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" zusammen Brandy. Noch ist die Stimmung gut - was sich im Laufe des Abends ändert. Foto: 
  • 2/2
Nächste Inhalte

Sie könnte das Mädchen von nebenan sein oder die beste Freundin - Julia Sewing, in der aktuellen Spielzeit zum ersten Mal bei den Freilichtspielen Hall dabei, strahlt und plappert munter drauflos, als würde man sich bereits ewig kennen. "Echt praktisch, dass ich hier direkt nebenan wohne", stellt sie beim Betreten eines Cafés in der Haller Innenstadt gut gelaunt fest. So habe sie alle ihre Termine erledigen können, ohne in Zeitnot zu geraten.

Gerade mal zwei Jahre ist es her, dass Sewing ihren Abschluss im Studiengang Schauspiel an der Zürcher Hochschule der Künste gemacht hat. Mit zarten 26 Jahren wurde ihr nun zum ersten Mal eine Rolle bei den Freilichtspielen angeboten - die der Putzi in Edward Albees "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?".

Regisseur bringt Sewing nach Hall

Wie kommt eine in der Schweiz lebende Schauspielerin zu den Haller Freilichtspielen? "Ich kannte den Regisseur Klaus Hemmerle bereits von der Produktion ,Wir alle für immer zusammen - ein Drei-Personen-Stück, das sich an Kinder und Jugendliche richtet", erzählt Sewing. Sie hätten eine gute und intensive Zusammenarbeit in der Schweiz gehabt, woraufhin Hemmerle sie gefragt habe, ob sie Interesse hätte, in Hall zu spielen.

Schnell fand sie eine Wohnung zur Zwischenmiete und konnte im Mai mit den Proben beginnen. "Ich habe noch nie in einer Stadt wie Schwäbisch Hall gelebt. Alles ist so nah, was sehr praktisch ist. Es gefällt mir hier gut. Die Stadt ist sehr hübsch - fast verwunschen", gerät die gebürtige Bonnerin ins Schwärmen.

"Es ist toll, wenn die Proben wie eine Reise sind"

Und was hält sie von ihrer Rolle als Putzi? Kann sie sich mit ihr identifizieren? "Es war extrem herausfordernd. Zunächst wusste ich nicht, was hinter der Figur steckt. Putzi wird ja oft als Naivchen abgestempelt. Aber ich wollte den Unterbau erforschen und sie ernst nehmen", sagt Sewing. "Es ist toll, wenn die Proben wie eine Reise sind. Ich habe mir sogar eine Wand so dekoriert, wie ich dachte, dass es Putzi tun würde."

Beim Lernen des Stücks versucht die Schauspielerin, ihren Text mit Bildern zu assoziieren. Und auf ein Ritual schwört sie: "Ich gehe meinen Text vor dem Einschlafen und direkt nach dem Aufwachen durch", verrät sie. Doch erst bei der Probe werde er lebendig. Auch am Theaterspaziergang ist Sewing beteiligt. Dies ist ein Format der Freilichtspiele, bei dem mehrere kurze Stücke an verschiedenen Orten gespielt werden. Diesjähriges Thema: Griechenland. Welche Rollen übernimmt sie dabei? "Viele verschiedene. Ich wechsle sie auch mitten im Stück. Das ist sehr abwechslungsreich. Darüber hinaus singen wir viel und haben einige synchron choreografierte Elemente in den Szenen", sagt die 26-Jährige. Auch sie selbst hat eine Choreografie erstellt.

Traumberuf: Schauspielerin

Ist Schauspielerin schon immer ihr Traumberuf gewesen? "Ja", kommt es wie aus der Pistole geschossen. "Das hat schon in der Kindheit angefangen. Ich habe mich gern verkleidet, war auf dem Gymnasium in der Theater-AG", erzählt Sewing. "Als ich ein Jahr in England auf dem Internat war, habe ich das Fach "Drama", also zu Deutsch "Theater", belegt, was mich noch mal in meinem Vorhaben bestärkt hat."

Was ihr an der Schauspielerei am meisten gefalle, sei die Auseinandersetzung mit dem Leben, die Teamarbeit und dass man im Kleinen etwas bewege, Denkanstöße gebe. "Zu sagen, wir verändern die Welt, könnte für manche pathetisch klingen", muss sie lachend einräumen. Kann sie sich vorstellen, 2014 auch wieder bei den Freilichtspielen mitzuwirken? Ein Nicken - und ein Strahlen zum Abschied.

Zur Person vom 14. August 2013
Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Durchbruch bei Ganztagsschule

Nach zwei Jahren der Diskussion werden Kinder in der Kreuzäckersiedlung bald an fünf Tagen bis 17 Uhr betreut. Die Hortgruppe im Kinderhaus steht damit vor dem Aus. weiter lesen