Jugend kostenlos ins Freibad?

Die gute Nachricht für Bürgermeister und Verwaltung: der Haushalt 2015 wurde einstimmig genehmigt. Die Einschränkung: Drei Anträge von der Freien Wählerschaft verlangen Zusatzaufgaben.

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Mit den Stellungnahmen der drei Fraktionssprecher endeten am vergangenen Montag die Haushaltsberatungen in Ilshofen. Dabei hatte Klaus Fischer von der Freien Wählerschaft die Spendierhosen an. Er will in diesem Jahr allen Jugendlichen bis 18 Jahre freien Eintritt ins Freibad Unteraspach verschaffen, was 10.000 Euro kosten könnte, und außerdem 6000 Euro unter aktiven Jugendgruppen verteilen, die bei ihrem Dachverband gemeldet sind.

Hintergrund ist der schon seit langem bestehende Fonds der Stadt Ilshofen, der jährlich 12.000 Euro für Projekte der Jugendförderung ausschütten soll. Die Richtlinien seien jedoch zu streng. "Die Forderung, dass die Maßnahmen einmalig und herausragend sein sollten, können von den Jugendgruppen nur schwer erfüllt werden", bemängelte Fischer.

Die Verteilungspraxis hätte laut Gemeinderatsbeschluss schon im Frühjahr 2013 geändert werden sollen. "Leider wurde das von der Verwaltung bis heute nicht umgesetzt", klagt die Fraktion der Freien.

Ihr Antrag deshalb, lieber kontinuierliche Aktivitäten und jährlich wiederkehrende Maßnahmen anzuerkennen "und die vom Verein genannte Anzahl von Jugendlichen, die an den jeweiligen Dachverband gemeldet werden, als Grundlage zu nehmen." Da die Jugend seit 2011 nichts mehr bekommen hat, lägen mittlerweile 50.000 Euro als Haushaltsausgabenreste auf der hohen Kante, die nun den kostenlosen Freibadbesuch und möglichst auch noch einen Aktionstag für junge Badegäste ermöglichen könnten.

Der dritte Antrag der Freien betrifft das Neubaugebiet Schmerachaue: Ehe der dritte Bauabschnitt realisiert wird, soll ein Detailplan zur Verkehrsführung über Bushaltestelle und Kreuzungsbereich beim Kindergarten aufgestellt und diskutiert werden.

Letzteres sagte Bürgermeister Roland Wurmthaler ohne Umschweife zu. Der Vorwurf, dass die Entscheidung über den Jugendfonds seit 2013 verschleppt wurde, sei berechtigt, räumte er ein. Beim freien Eintritt ins Freibad blieb er aber vorsichtig: "Das ist ein Betrieb gewerblicher Art wie die Stadthalle, Steuern werden vielleicht trotzdem fällig, ich weiß nicht, ob wir das machen können."

Während der SPD-Sprecher die Notwendigkeit von Jugendsozialarbeit in Ilshofen "im Auge behalten" und den Betrag von 100000 Euro für die Feldwegesanierung jährlich neu auf den Prüfstand stellen will, sprach sich Fischer für das Instandsetzungsprogramm aus.

Mit seinem Kollegen Berger war er sich darüber einig, dass die Breitbandverkabelung zum schnellen Internet weiter vorangebracht werden muss und die Kosten für die Sanierung der Ruine Leofels gedeckelt werden sollen, "damit es kein Fass ohne Boden wird".

Eckdaten des Haushalts 2015 der Stadt Ilshofen

Gesamtetat 22,8 Millionen Euro (20,8 Millionen, in Klammern die Zahlen aus dem Vorjahr)

Verwaltungshaushalt 16,1 Millionen Euro (15,6 Mio.)

Vermögenshaushalt 6,6 Mio. (5,2 Mio.)

Zuführungsrate 1,8 Millionen (2,3 Mio.)

Einnahmen Gewerbesteuer 3,3 Millionen Euro (geschätzt); Schlüsselzuweisungen 1,4 Millionen (1,8 Mio.); Gemeindeanteil an der Einkommensteuer 2,7 Millionen (2,4 Millionen)

Ausgaben Finanzausgleichsumlage 1,5 Millionen Euro (nur geringfügig höher als 2014); Kreisumlage 2,3 Millionen (2,2 Millionen).

Schulden Geplant ist eine Kreditaufnahme von 500.000 Euro und eine Rücklagenentnahme von 1,8 Millionen Euro. Die Verschuldung beträgt 1,6 Millionen Euro (1,3 im Vorjahr), das sind pro Kopf 264 Euro.

SWP

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