Jugend-Baseballteam der Haller Renegades sucht Spieler - Gegner helfen aus

Die Jugendmannschaft der Haller Renegades braucht Verstärkung. In jüngerer Zeit kamen immer weniger Spieler zum Jugendtraining. Bei Matches müssen die Gegner aushelfen, damit eine Mannschaft entsteht.

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Timo Sanwald, Trainer der Renegades-Herrenmannschaft, gibt Martin Bauer Tipps, wie er seinen Schlag verbessern kann. Der Ball liegt auf einem sogenannten "Tee" (Englisch für den Buchstaben T).  Foto: 

Seit Gründung der Renegades 1995 ist Heiko Sommer, heutiger Trainer der Jugendmannschaft, Mitglied des Teams. Bis 2011 war er aktiver Baseballspieler bei den Renegades. Dann übernahm er den Trainerposten bei der Jugend. "Das Duell zwischen Pitcher und Hitter ist eine unglaubliche Herausforderung. Man muss den Ball immer im Auge haben. Dieses mentale Spiel macht Baseball aus", sagt Sommer. Am Anfang war Baseball ein richtiger Hype, es war etwas Neues.

In den ersten Jahren bestand das Jugendteam aus 13 oder 14 Spielern. Das Sportangebot in Hall sei sehr groß, viele Jugendliche probieren Verschiedenes aus. Aber sie bleiben, auch aus Zeitgründen, nur bei einer Sportart hängen. "In den vergangenen Jahren habe ich zwei Wochen meines Urlaubs genutzt, um an den Schulzentren West und Ost Baseball und Softball zu lehren. Dies hat uns einige neue Mitglieder gebracht, jedoch zu wenige", berichtet Sommer.

Schnelligkeit und Konzentration sind gefragt

Im Moment gibt es nur ein Jugendteam in einer Altersklasse in Hall. Wenn in dieser Gruppe Jugendliche dabei sind, die eigentlich zu alt für diese Klasse sind, kann ein Spiel nicht gewonnen werden, auch wenn das Ergebnis für Hall ausfällt. Noch dazu bekommt ein Team, das zu wenige Spieler hat, vom gegnerischen Team Spieler zugewiesen, damit überhaupt ein Match zustande kommen kann. Das stört das Gemeinschaftsgefühl beider Gruppen.

Dass diese Umstände bald nicht mehr eintreten, hofft Jakob Rieger (13) aus Schwäbisch Hall: "Beim letzten Softballtunier für Jedermann habe ich mitgemacht und bin seither dabei geblieben. Ich war sofort begeistert von dieser Sportart. Man braucht Ballgefühl, Schnelligkeit, aber auch viel Konzentration." Bevor Jakob bei den Renegades angefangen hat, spielte er Fußball, jedoch nahm dies zu viel Zeit in Anspruch. Mittlerweile spielt er Baseball und Basketball und bekommt alles gut unter einen Hut.

Auch Martin Bauer (12) aus Hessental ist Mitglied der Jugendmannschaft. Er spielt seit einem Jahr Baseball und es macht ihm immer noch großen Spaß. "Heiko kam in meine Sportstunde in der Schule. Da es mir so viel Spaß gemacht hat, habe ich mich dafür entschieden, Mitglied bei den Renegades zu werden. Es ist toll, mit anderen Jungs oder Mädchen in einem Team zu spielen - wir amüsieren uns immer sehr", erzählt Martin. Auch sein Cousin Arthur Bauer (15) aus Hall ist von Baseball begeistert. Durch seinen Bruder, der in der Herrenmannschaft der Renegades spielt, bekam er Kontakt zum Team. "Wenn man den Ball trifft und die Kraft spürt, die man besitzt, ist das ein super Gefühl und man kann Stress ablassen. Außerdem ist es das beste Gefühl, Teil von einem Team zu sein".

Auch der Trainer der Herren, Timo Sanwald (23) aus Gelbingen, kann nicht verstehen, warum so wenige Jugendliche Interesse haben - oder warum sich einige nicht trauen, einfach mal beim Training oder einem Spiel vorbeizuschauen. Nachdem er Football bei den Haller Unicorns gespielt hat, ist er vor vier Jahren zum Baseball gewechselt. Seit zwei Jahren ist er Trainer. "Ich denke, es kommen immer weniger, weil Baseball nicht so bekannt ist. Es ist eine außergewöhnliche, exotische Sportart."

Info Im Jugendteam sind auch Mädchen willkommen. Das Training findet mittwochs ab 17.30 Uhr auf der Auwiese statt. Es dauert etwa zwei Stunden.

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