Jagd auf den pelzigen Störenfried

Es gibt kein Paradies ohne Apfel. Überall lauert ein Makel. So auch in unserem Hintergartenidyll in der Haller Innenstadt. Es wird von einem Marder heimgesucht. Zurück zur Natur. Doch was ist, wenn die beißt, kratzt, piekt oder in diesem Falle stinkt?

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Tobias Würth ist Redakteur beim Haller Tagblatt.  Foto: 

Fast jeden Morgen entfernen wir die Hinterlassenschaft des pelzigen Tieres, damit die Kinder nicht hineintreten. Unser Jagdinstinkt ist geweckt. Auf Internetseiten über nordamerikanische Trapper sind Fallen abgebildet. Ich überlege mir, wie ein schwerer Stein schräg über das bevorzugte Klo des Mistviehs platziert wird. Stößt der pelzige Feind an ein Stöckchen, liegt er unter dem Grabstein. Doch Tiere zu töten ist verboten. Das darf - wenn überhaupt - der Jäger, den es selbst für das Stadtgebiet gibt.

Wir versuchen es daher mit einer Käfigfalle, die wir von einem Nachbarn leihen. Am Morgen ruft meine Frau triumphierend: "Es ist was drin." Das pelzige Etwas entpuppt sich allerdings als schwarze Katze. Leicht verstört, aber vollkommen unversehrt, freut die sich über ihre wiedergewonnene Freiheit.

Diese Fangversuche stellen wir aus Liebe zu den Miezen ein. Vergrämen sei das Mittel der Wahl, wird uns empfohlen. Bei einem Hersteller für Weidezäune werden wir fündig. In der Produktpalette sind neben Selbstschussanlagen gegen Wühlmäuse auch Blitz- und Ultraschallgeräte gegen Marder - solarbetrieben und mit Bewegungssensor versehen. Wir bestellen uns ein Gerät, diskutieren tagelang darüber, wo wir es am effektivsten platzieren. Doch in der Zwischenzeit, siehe da, welch Wunder: Der Marder kommt nicht mehr, als hätte er was geahnt.

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