Investitionen in Infrastruktur

Michelfelder Gemeinderat beschließt Prioritätenliste für die kommenden Jahre. Allein 2017 sollen knapp 1,5 Millionen Euro ausgegen werden.

|
Die Sanierung der Friedrichstraße (rechts) soll Anfang 2017 abgeschlossen werden. Sie mündet in die Schönwaldstraße, die im Anschluss an der Reihe ist. Durch den Bauhofbrand wird sich der Sanierungsbeginn wohl nach hinten verschieben. In der Mitte ist die Bergkirche zu sehen.  Foto: 

Der Michelfelder Gemeinderat hat in seiner November-Sitzung Details des Haushaltsplans 2017 vorberaten. Eine Prioritätenliste wurde aufgestellt, die Maßnahmen an Gemeindestraßen und Wirtschaftswegen, Straßenbeleuchtung sowie Wasserversorgung und Kanalisation nach Dringlichkeit sortiert aufgelistet. Bis 2025 hat die Verwaltung Vorschläge gemacht, die auch einstimmig vom Rat angenommen wurden.  Demnach sollen im Jahr 2017 insgesamt 1,478 Millionen Euro in Infrastrukturmaßnahmen investiert werden. Für die Jahre 2018 bis 2021 sind weitere Investitionen von jeweils zwischen 600 000 und knapp 800 000 Euro geplant. Danach sollen die Ausgaben sinken – zumindest vorerst.

2,5 Millionen Euro für Kiesberg

Ein Schwerpunkt in nächster Zeit wird die Fertigstellung des Gesamtpakets Kiesberg sein. 2009 wurde begonnen, die Wohnsiedlung, die als erste nach dem Krieg in Michelfeld entstanden ist, zu sanieren. Das in den 1950er-Jahren erschlossene Gebiet umfasst Friedrichstraße, Taubenstraße und Schönwaldstraße. In mehreren Abschnitten werden Wasserleitungen, Kanalisation, Straßen und Beleuchtung erneuert. Zusätzlich werden Leerrohre für Glasfaserkabel verlegt. Insgesamt werden voraussichtlich rund 2,5 Millionen in das Gebiet investiert.

Die Taubenbergstraße ist bereits fertiggestellt. Die Friedrichstraße soll bis Anfang nächsten Jahres fertiggestellt werden. Danach folgt die Schönwaldstraße. Der Beginn der Arbeiten war ursprünglich für 2017 angesetzt, der Abschluss Ende 2018. Durch den Bauhofbrand könne dieses Ziel nicht garantiert werden, so Bürgermeister Binnig. „Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es verschoben wird.“ 300 000 Euro sind nach der aktuellen Prioritätenliste in einer ersten Finanzierungsrate 2017 für den Straßenbau eingeplant. Zudem fließen 366 000 Euro in die Kanalisation – natürlich nur im übertragenen Sinn. Ein Förderantrag über knapp 40 Prozent wurde gestellt, das Ergebnis wird im nächsten Frühjahr erwartet.

Weitere Dauerprojekte der kommenden Jahre sind einerseits der barrierefreie Umbau aller Bushaltestellen; 2017 ist der Halt an der B 14 an der Reihe. Diverse Wirtschaftswege werden für knapp 100 000 Euro ausgebaut, der Fokus liegt auf den Gemeinden Neunkirchen, Witzmannsweiler und Blindheim sowie auf dem Sportgelände. 507 000 Euro sollen im kommenden Jahr in Straßen und Wege investiert werden. Ob das zu wenig ist, diskutierten die Räte ausgiebig, und ob nicht jetzt, da der Zins niedrig sei, mehr investiert werden solle. „Wir haben zu viele offene und schlechte Straßen, als dass wir irgendwas nach hinten schieben könnten“, merkte beispielsweise Gemeinderat Gottlieb Wieland an. Binnig muss die Räte in die Schranken weisen: „Wir diskutieren nicht mehr über die Verwendung von Vermögen, sondern von Schulden.“

Im Bereich Wasserversorgung sind 259 000 Euro angesetzt. Laufende Arbeiten finden am Koppelinshof in Forst und am Maurershäusle statt. Der Anschluss an die Kanalisation von Wohnplätzen im Lindachshof, in Molkenstein und in Leoweiler steht auf dem Plan. 311 000 Euro sind dafür eingeplant, aus dem Fördertopf sollen knapp 250 000 Euro kommen. Auf Nachfrage erklärte Binnig, dass die Fördermittel in der Höhe so zu erwarten seien, wenn der Antrag positiv bewilligt werde. Kämmerin Melanie Frey-Schmidt erläuterte, dass eine Förderquote von 80 Prozent Standard sei. Im April wird die Antwort der Landesregierung erwartet.

Querungshilfen für B 14

Die Straßenbeleuchtung bildet den kleinsten Posten der langen Wunschliste mit rund 10 000 Euro Investitionssumme. Hauptsächlich steht die Umstellung auf LED-Technik auf dem Plan. Dies geschieht peu à peu im gesamten Gemeindegebiet.

Auch für die Planung weiterer Querungshilfen an der B 14 ist Geld eingeplant. Ob es nun eine Unterführung oder Fußgänger­ampeln werden – die Verwaltung müsse stets Rücksprache mit dem Bund halten, da er für die Bundesstraße zuständig sei, erklärt Binnig. Wie die Finanzierung zukünftiger Vorhaben aussehen werde, stehe daher ebenso in den Sternen.

Kleiner Ausblick und Hoffnungsschimmer für alle Verkehrs­teilnehmer, die sich regelmäßig in das Wagnis stürzen, von der Bürkhofstraße auf die B 14 abbiegen zu wollen: Für 2020 steht ein Kreisverkehr an dieser Stelle auf der Wunschliste.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Mit dem Pedelec zum Ferienhaus. Nach Spanien. Mit 75.

Volkmar Gessinger aus Hall schwingt sich ohne große Vorbereitung auf sein Pedelec und radelt gen Spanien. Der 74-Jährige fährt 2700 Kilometer und lernt viel in den 31 Tagen, die er unterwegs ist. weiter lesen