INTERVIEW: "Liebe die Kunst in dir, nicht dich in der Kunst"

Schauspieler werden - davon träumt so mancher Jugendlicher. Was steckt dahinter? Was sollte man können? Andreas Entner gibt Einblicke.

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Wie sind Sie Theaterpädagoge und Schauspieler geworden?

Ich habe erst mit Jugendlichen gearbeitet und kam dann zum Theater. Ich bin in einer bodenständigen Familie groß geworden und machte zuerst eine Ausbildung zum Glaser, dann Zivildienst in einem Kinderheim und eine zweite Ausbildung zum Erzieher. Nach einiger Zeit wollte ich mich weiterbilden und stolperte über den Beruf des Theaterpädagogen. Erst danach folgte die Ausbildung zum Schauspieler. Heute bin ich sehr froh, diese Wege gegangen zu sein, weil ich alles miteinander kombinieren kann.

Was macht Ihnen am meisten Spaß an Ihrer Arbeit?

Mit jungen Menschen zu arbeiten und mit ihnen ein Theaterstück auf die Beine zu stellen. Es ist eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe, in der sich die Spieler mit ihren Persönlichkeiten und Interessen einbringen - als Künstler und als Mensch. Die Ideen und Inhalte kommen aus der Gruppe, ich packe sie lediglich in eine bühnenreife Form. Ich sehe es gerne, wenn Menschen sich entdecken und damit ihrem inneren Zensor ein Pflaster auf die Schnute kleben und in die Pause schicken.

Welche Tipps haben Sie für Jugendliche, die Schauspieler werden wollen?

Machen! Sucht eine Laien-Theatergruppe, wie ein Jugendensemble. Probiert euch aus! Wenn ihr gute Erfahrungen macht, geht weiter.

Welche Möglichkeiten gibt es, um Schauspieler zu werden?

Es gibt überall Schauspielschulen. Zwar darf sich jeder Schauspieler nennen - der Begriff ist nicht geschützt - ich halte allerdings viel von einer fundierten Ausbildung. Der Unterschied in der Arbeit und beim Zuschauen ist deutlich.

Welche Eigenschaften sollte man mitbringen ?

"Liebe die Kunst in dir, nicht dich in der Kunst" ist ein Zitat, das die Arbeit sehr treffend beschreibt. Jeder, der Glanz und Glamour sucht, sollte etwas anderes machen. Kunst macht man nicht, sie fließt durch einen hindurch - und Schauspiel ist im besten Falle Kunst. Man sollte Spaß am Spielen haben, am Sich-bewegen und Sich-sichtbar-machen.

Haben Sie Tipps, wie man sich im Alltag vorbereiten kann?

Da entwickelt jeder seine eigenen Methoden. Es ist oft hilfreich, Menschen zu beobachten, die einer Rolle ähneln und sich Kleinigkeiten rauszupicken.

Wie prägt man sich einen Text am besten ein?

Man kann seinen Körper sozusagen als zusätzliches Gehirn nutzen. Wenn man Worte mit Bewegungen verbindet, lassen sie sich viel leichter merken. Wenn ich an einer Rolle arbeite, kommen zum reinen Textlernen irgendwann Bewegungsabläufe auf der Bühne hinzu. Darüber wird der Text viel besser abrufbar. Außerdem empfehle ich, den Text in möglichst vielen, unterschiedlichen Situationen, beispielsweise beim Duschen oder Spazierengehen, zu sprechen.

Die Fragen stellte Alexandra Schöneck.

Info Wer beim Jugendensemble "leichtSPIELfrei" unter Leitung von Andreas Entner mitmachen möchte, kann sich mit ihm unter Telefon (0791) 94308416 in Verbindung setzen. Wollt ihr sehen, was die Gruppe auf die Beine stellt? Am 26. April um 19.30 Uhr im Adolf-Würth-Saal der Kunsthalle Würth wird eine eigene Fassung von E.T.A. Hoffmanns "Der Sandmann" gezeigt.

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