International Light Art Award für Wahl-Kölner Martin Hesselmeier aus Untermünkheim

Mit den rasenden Lichtkugeln von "the weight of light" haben sie die Jury überzeugt: Der in Untermünkheim aufgewachsene Martin Hesselmeier und sein Kunst-Kompagnon Andreas Muxel gewinnen den ILAA.

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Österreichisch-hohenlohisches Künstlerduo: Andreas Muxel und Martin Hesselmeier haben mit ihrer Arbeit "the weight of light" den ersten International Light Award gewonnen.  Foto: 

WDR-"Kulturzeit" war da, die Deutsche Welle und 3Sat auch - "die Medienresonanz habe ich fast unterschätzt", sagt Martin Hesselmeier (36) lachend. Er und Andreas Muxel (35) wurden in den vergangenen Tagen und Wochen von Kamerateams besucht und gaben allerhand Interviews. Immerhin haben die beiden Wahl-Kölner den von der RWE-Stiftung für Energie und Gesellschaft finanzierten und mit 10.000 Euro dotierten ersten International Light Art Award (ILAA) gewonnen. Drei Finalisten waren nominiert gewesen. Die Festrede bei der Verleihung in Berlin hielt der Philosoph Peter Sloterdijk. Organisiert wurde der Wettbewerb vom Zentrum für internationale Lichtkunst in Unna.

Dieses weltweit einzige Museum, das sich ausschließlich der Lichtkunst widmet, ist seit mehr als zehn Jahren in den Gebäuden der ehemaligen Lindenbrauerei in Unna untergebracht. Die unterirdischen Räume und Kellergewölbe seien für die Präsentation von Lichtkunst geradezu prädestiniert, erklärt Hesselmeier: "Man ist in einer anderen Welt."

So ist dort in der aktuellen Ausstellung auch Hesselmeiers und Muxels preisgekrönte Arbeit "the weight of light" zu sehen. In ihrer Installation zeigen sie Lichtpunkte, die sich auf zwei als versetzte Sinuswellen aufgehängten LED-Bahnen bewegen. Und zwar so, als hätten sie Gewicht: Von einem oben gelegenen Startpunkt gleiten sie flott nach unten, geht es bergan bis zum Scheitelpunkt, bremsen sie ab, danach werden sie wieder schneller - "wie ein Schluck gleißendes Wasser", wird jene Bewegung auf der Homepage der RWE-Stiftung beschrieben. "Licht wie wir es gewöhnlich wahrnehmen, besitzt keine Masse und Schwerkraft", sagt Hesselmeier. Das Künstlerduo spielt mit der "gelernten Wahrnehmung" und simuliert die Gravitation des Lichts. Dieses Gedankenexperiment, das Hesselmeier und Muxel auch mit einer Soundkulisse ausstatten, überzeugt die Jury.

An Haller Akademie der Künste fürs Studium vorbereitet

Die beiden haben sich beim Studium an der Kunsthochschule für Medien Köln kennengelernt. Muxel kommt aus Österreich, Hesselmeier ist in Hohenlohe aufgewachsen. Er besuchte die Schenkensee-Realschule in Schwäbisch Hall, machte in Künzelsau das Fachabitur. Ursprünglich hatte er eine Ausbildung in Richtung BWL im Sinn. Ein paar Schnuppertage bei einer Bank kurierten ihn aber von dieser Vorstellung, erzählt er. Lieber wandte er sich der Kunst zu - "ich habe viel gezeichnet". An der Haller Akademie der Künste bereitete er sich auf sein Design-Studium vor - eigenen Ideen Gestalt zu verleihen, das hat ihn seit jeher fasziniert.

Seit einigen Jahren teilen sich Hesselmeier und Muxel ein Atelier in Köln-Deutz. Beide waren unabhängig voneinander eingeladen worden, am Lichtkunst-Wettbewerb teilzunehmen, erzählt Hesselmeier. Also haben sie sich kurzerhand zusammengetan. Irgendwo im Internet stießen sie auf die Frage nach dem Gewicht von Licht - aufgeworfen von einem Neunjährigen, erinnert sich Hesselmeier. Die Künstler begannen, mit jenem Gedanken zu spielen, entwickelten ein Konzept, experimentierten in ihrem Atelier. Immerhin kamen die passenden Leuchtmittel erst kurz vor der Award-Ausstellung auf den Markt. "Wir haben ein halbes Jahr lang intensiv daran gearbeitet", sagt Hesselmeier. Über das große Medienecho und den Preis sind beide sehr glücklich. Und die Arbeit bis in den Sommer im Museum in Unna auch zeigen zu können, sei schon etwas Besonderes. Für Hesselmeier steht fest: "Da werde ich noch einige Male hinfahren."

Zukunft der Lichtkunst

Ausstellung Das Zentrum für internationale Lichtkunst in Unna (Lindenplatz 1) bietet unter dem Titel "The Future Of Light Art" eine Preisträgerausstellung. Bis 28. Juni sind dort auch die Arbeiten des Zweitplatzierten Iván Navarro ("Traffic") sowie des Dittplatzierten Dirk Vollenbroich ("Erleuchtung") zu sehen. Informationen im Internet auf www.lichtkunst-unna.de

SWP

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