Industrie 4.0 zum Anfassen

Die Aussteller aus der Region sind mit der bisherigen Bilanz auf der Interpack zufrieden. Flexible, untereinander vernetzbare Maschinen sind der Renner.

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Joachim Brenner (links), Standortleiter Crailsheim von Bosch, und Oliver Ullmann, Direktor der Business Unit Pharma, wollen die Besucher mit der großen Vielfalt ihrer Exponate begeistern und die Zukunft der Verpackungsindustrie greifbar machen.  Foto: 

Besser könnte es kaum laufen: „Wir sind sehr zufrieden und haben sehr gute Kundenkontakte schließen können“, sagt Joachim Brenner, Standortleiter Crailsheim von Bosch: Weit mehr Personen als auf der letzten Interpack 2014 hätten dem riesigen Ausstellungsstand in Halle 6 des Düsseldorfer Messegeländes einen Besuch abgestattet, aus mehr als 30 Ländern sollen sie gekommen sein.

Kein Wunder – „Industrie 4.0“ ist in aller Munde, und genau die wird am Stand von Bosch ausgiebig präsentiert: „Linienkompetenz zum Thema Industrie“  nennt Oliver Ullmann, Direktor der Business Unit Pharma, stellvertretend als zentrales Thema: „Wir wollen unsere Kunden begeistern.“

Auftritt ist eine Muss

Denn bei aller Leistungskraft: Bosch ist nur eines von rund 30 Unternehmen aus der  Region, die  Rheinmetropole vertreten sind. Sieben von ihnen finden sich sich am Gemeinschaftsstand des Packaging Valley. Der Name des Vereines ist ein Synonym für das Firmencluster, auf dem ein Großteil der Wirtschaftskraft des Landkreises Schwäbisch Hall fußt.

Die Bedeutung der Branche für die heimische Wirtschaft wird auch durch die Unterstützung der Politik unterstrichen. Aus dem gesamten Landkreis haben sich Kommunalpolitiker auf den Weg nach Düsseldorf gemacht, um vor Ort ihre Verbundenheit mit der Schlüsselbranche zu bekunden.

Bosch Packaging Technology präsentiert auf der weltgrößten Leitmesse  dieser Branche schon traditionell seine aktuellen Geschäftszahlen. Wie die anderen Firmen stellt, der seit kurzem als eigenständige Firma operierende Geschäftsbereich des Stuttgarter Weltkonzerns zahlreiche Neuheiten vor. So ist auf dem internationalen Branchentreff auch eine neue Vial-Füllmaschine aus Crailsheim zu bewundern, die Injektionsfläschchen oder Ampullen oder auch beides befüllen kann und 600 Stück in der Minute schafft. Ganz im technologischen Trend: „Die meisten dieser Maschinen sind untereinander vernetzt, sodass von jeder Maschine auf jede andere zugegriffen werden kann“, erklärt Ullmann.

Mit der Messebilanz hochzufrieden ist auch Markus Ströbel, Geschäftsführer von Bausch + Ströbel: „Wir haben schon vier sichere Aufträge erhalten. Das ist mehr, als wir erwartet haben, und für uns das ,Tüpfelchen auf dem i‘“. Denn eigentlich gehe es in Düsseldorf vor allem darum, „uns dem Kunden zu präsentieren und Neuigkeiten zu zeigen“. Diese haben die Ilshofener reichlich zu bieten: Flexible Produktionssysteme, die auf verschiedene Objekte umgerüstet werden können, sind das Kernthema am Stand. Zu sehen gibt es Abfüllmaschinen für die Pharmazie, die Spritzen, Ampullen oder auch Vials befüllen können. Darunter sind auch Maschinenkonzepte , etwa in eine Füll- und Verschließmaschine für Kleinchargen, für die  Bausch + Ströbel bei der diesjährigen Pharmazie- und Biotechnologiemesse Interphex in New York den „Exhibitor Award“ erhielt.

Ein weiteres Highlight findet sich in einem abgedunkelten Raum: Dort können die Besucher mitverfolgen, wie die Herstellung einer Maschine mittels Virtual-Reality-Brillen kontrolliert werden und in den Prozess eingegriffen werden kann. Auch für Trainings, Maschinenerweiterungen und die Einstellung verschiedener Körpergrößen zwecks besserer Ergonomie können die Brillen genutzt werden. Damit wird ein Thema aufgegriffen, dass auf der Messe generell ein großes ist: die Digitalisierung in all ihren Ausprägungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Mit dabei am Stand von Bausch + Ströbel ist auch GMPi. Die Ilshofener haben kein eigenes Exponat mitgebracht, informieren aber mit Filmen und Präsentationen – etwa einem Imagefilm über Füll- und Verschließmaschinen sowie komplette Verpackungseinheiten – über ihr Leistungsspektrum.

Platz auch für die Kleinen

„Wir sind noch ein junges Unternehmen“, sagt Werner Gesell, Vertriebsleiter des im Jahr 2000 gegründeten Spezialisten für Medizintechnik mit dem Schwerpunkt unsterile Abfüllungen. Das Hauptziel auf der Interpack sei daher – neben  der Akquise neuer Kunden – vor allem „vorzustellen, was die Firma GMPi bereits gemacht hat“. Es ist ein Beispiel dafür, dass die Interpack gerade auch für kleinere  Firmen ein enorm wichtige Plattform ist.

Die Erwartungen an die Messe seien hoch, sagte Gesell am gestrigen Montag: „Donnerstag und Freitag waren noch verhaltener, als wir uns das vorgestellt hatten. Heute aber war ein sehr starker Tag und morgen wird wohl noch mehr los sein, sodass der Andrang unseren Erwartungen entspricht.“

Ausführliche Berichte zu den Messeauftritten der einzelnen Betriebe auf der Interpack in Düsseldorf finden Sie am Donnerstag auf Lokaler Wirtschaft.

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