Immer mehr Laubbäume im Forst

Deutschlandweit steigt der Laubwaldanteil, auch auf dem Einkorn, wo die Buche dominiert. Waldbauern sollten auf eine gute Durchmischung der Arten achten, auch mit Nadelhölzern, rät der Revierförster.

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Revierförster Timo Rieger (links) informiert die Haller Waldbauern.  Foto: 

Das ruhige, sonnige Herbstwetter hat am vergangenen Sonntag rund 30 Mitglieder des Haller Waldbauernvereins und ein paar interessierte Gäste zum Treffpunkt an der alten Baumschule am Einkorn gelockt. Revierförster Timo Rieger zeigt ihnen typische Standorte und erläutert die Bewirtschaftung der Waldflächen, die der evangelischen Landeskirche gehören.

Seit den Stürmen in 1990er-Jahren und dem nachfolgenden Käferbefall ist der Fichtenanteil drastisch gesunken: von 63 Prozent im Jahr 1987 auf heute 26 Prozent. Richtung Winzenweiler/Gaildorf ist der Nadelholzanteil höher, im nördlichen Teil, dort wo der Waldgang stattfindet, überwiegt der Laubwald mit vielen Buchen.

Recht gut kommt auch die Weißtanne mit dem Standort zurecht, zeigt Rieger auf einer Fläche, wo Eichen zusammen mit ihnen wachsen - eine passende Paarung, weil die Tannen im Schatten der Eichen wertvolles Stammholz mit wenigen Ästen bilden und die Eichen gutes Schnittholz bringen. Der Kirchenwald bringt jährlich eine Ernte von rund 8600 Festmeter Holz, halb Nadel-, halb Laubholz. Der Zuwachs übersteigt die Holzentnahme.

"Auf die Tanne setzen wir schon", stellt auch Manuel Braunger vom Haller Forstamt im Hinblick auf den Klimawandel klar. Sie wurzelt tiefer als die Fichte und kommt deshalb mit weniger Regen aus. Auch wirtschaftlich bringt die Tanne Vorteile, denn Nadelholz ist gefragt. Die Buche wird derzeit überwiegend als Brennholz vermarktet, erzielt da aber gute Preise.

Rieger versucht im Kirchenwald, unter die sehr dominante Buche Baumarten wie Birke, Fichte, Eiche und Douglasie einzustreuen. Die Bäume werden nicht gepflanzt, sondern, wenn sie natürlich unter den Buchen vorkommen, entsprechend gepflegt. Sinnvoll sei es, natürlich zu verjüngen und gut zu mischen, um das Risiko von Fraßschäden zu minimieren, so Rieger. Dabei sollten die Waldbauern nicht auf Nadelbäume verzichten. Die Fichte werde zwar in Zukunft hier keine Bestände mehr bilden, "aber eine Fichte mit 60, 70 Jahren ist ja auch ein interessanter Baum", meint Braunger. Eine Nadelbaumart, die wohl dem Klimawandel standhalten kann, ist die Douglasie. Allerdings sei sie eine "Mimose", so der Experte vom Forstamt. Sie brauche unbedingt Schutz vor Wild.

Die beiden Förster hatten für das Jahr 2014 mit größeren Schäden durch den Borkenkäfer gerechnet - wegen des warmen, trockenen Sommers 2013 und des milden Winters. Doch kam es nicht so schlimm wie befürchtet, wahrscheinlich dank des feuchten Sommers.

Forstwirtschaft im Altkreis Hall

Holzmarkt Gute Preise gibt es derzeit bei Fichte und Tanne, wenn Qualität und Menge stimmen. Noch besser lassen sich Douglasie und Lärche vermarkten.

Laubholz wird gemeinsam mit dem Main-Tauber-Kreis im Februar 2015 in Schrozberg verkauft. Für Eiche wird hier eine gute Nachfrage erwartet. Hervorragend läuft Brennholz von Buche und Eiche.

Waldbauernverein Er hat rund 700 Mitglieder aus dem Altkreis Hall abzüglich Mainhardt. Sie haben sich zu vier Forstbetriebsgemeinschaften unter dem Dach des Vereins zusammengeschlossen. Die meisten Mitglieder besitzen zwischen zwei und fünf Hektar Wald.

Windkraftanlagen Kein Problem für die Forstwirtschaft sieht Timo Rieger durch die sieben Windräder, die die Schwäbisch Haller Stadtwerke entlang der Kohlenstraße bauen wollen. Der Flächenverlust sei marginal.

SWP

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