Im Konflikt mit Kartellamt und Naturschützern

Zu ihrer Jahresversammlung kamen die Forstbetriebsgemeinschaft und der Waldbauverein Mainhardter Wald am Wochenende zusammen. Die neuesten Entwicklungen im Waldbau wurden diskutiert.

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Urkunden und Geschenke gab es (von links)) vom Vorsitzenden Christoph Zimmer für Fritz Zendler aus Ammertsweiler für 60-jährige Mitgliedschaft, Emil Hammel aus Hälden für 50-jährige, Werner Siller aus Ziegelbronn ebenfalls 50-jährige Zugehörigkeit zum Waldbauverein, sowie für Werner Rausch aus Hütten für 40-jährige und Alfred Lang aus Finsterrot für 30-jährige Zugehörigkeit.  Foto: 

182 Mitglieder hat der Waldbauverein Mainhardter Wald. Der Forstbetriebsgemeinschaft gehören noch einige Waldbesitzer mehr an: Sie hat 204 Mitglieder, darunter acht Kommunen und Körperschaften. Diese allein bewirtschaften rund zwei Drittel des Waldes, nämlich 2713,6 Hektar. Die 196 Privatwaldbesitzer kommen zusammen auf 1247,9 Hektar des Mainhardter Waldes. Dieser Besitz ist allerdings oft aufgesplittet in kleine Parzellen von gerade mal 0,7 Hektar. Und das ist eines der Probleme der Waldwirtschaft.

Vermarktung der Stämme wird immer schwieriger

Die schönsten Bäume nützen nicht viel, wenn sie nur schwer mit hohen Preisabschlägen oder gar nicht vermarktet werden können. Die Waldbauern stehen vor einem ähnlichen Problem wie der Handel in kleinen Privatläden, die keiner Handelskette angeschlossen sind. Immer höhere Mindesteinkaufsmengen führen dazu, das bestimmte Waren nur in großen Zeitabständen beschafft werden können, die Kunden bleiben weg, weil bestimmte Dinge nicht verfügbar sind, die Läden müssen schließen.

Die privaten Waldbesitzer finden keine Unternehmer und Transporteure, die kleine Holzmengen von zig verschiedenen Parzellen abholen, sondern lieber größere Mengen von einer oder zwei Ladestellen aus dem Wald schaffen. Nicht selten bleiben so die schönsten Bäume stehen, zu lange stehen, wie Revierförster Werner Brosi anmerkte. Manchmal hat das sentimentale, private Gründe, die im Falle des Falles dann aber dazu führen, das ein Baum mit 90 Zentimeter Stammdurchmesser, wird er dann doch gefällt, nicht verkaufbar ist, weil "solche Brummer" nicht in die Maschinen der großen Säger passen.

Ein weiteres Problem plagt die privaten Waldbesitzer: das Kartellrecht. Die körperschaftliche Forstverwaltung darf nicht mehr wie bislang das Holz der privaten Waldbesitzer mit vermarkten. Eine Klage des Kartellamtes ist anhängig. Hier haben die Privaten aber die Politik quer durch alle Parteien des Landes hinter sich. Das Kartellamt zerschlage mit seiner Klage die in vielen Jahrzehnten gewachsenen Strukturen der Waldbewirtschaftung, sagte etwa der CDU-Abgeordnete Helmut Rüeck. Das Kartellamt übertreibe maßlos und das könne so nicht akzeptiert werden. Ähnlich der SPD-Abgeordnete Nikolaos Sakellariou, der kritisiert, dass das Kartellamt selbst Lösungen, die von der Landespolitik fraktionsübergreifend gefunden wurden, blockiert. Die Fronten seien verhärtet, doch man lasse sich in diesem Kampf gegen das Kartellamt nicht auseinander dividieren.

Kritik gab es auch an den Naturschutzverbänden. "Die stellen Forderungen vom Wegebau bis zum Erhalt von Waldstrukturen, nur weil man auf einer Lichtung ein bestimmtes seltenes Pflänzchen entdeckt hat. Dass wir dies mit unserer Arbeit dann umsetzen müssen, kümmert so wenig wie die Tatsache, dass das Pflänzchen dort doch nur aufgrund unsrer Arbeit und Pflege hat wachsen können", so ein erregter Waldbesitzer. Vorschlag vom Revierförster: den Verbänden des Naturschutzes solle man ein jährliches Budget zur Verfügung stellen, dann könnten sie ihre Schutzflächen aufkaufen und selber pflegen.

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