Hürden für Ganztagesbetreuung in Fichtenberg - Erneute Elternumfrage

Die Vorgabe der Landesregierung, bis 2023 in 70 Prozent der Grundschulen Ganztagesunterricht einzuführen, stellt Eltern, Schulen und Kommunen vor besondere Herausforderungen. Beispiel: Fichtenberg.

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Schule und Gemeindeverwaltung hatten die Eltern der Grundschüler zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.  Foto: 

Die Landesregierung will mit der flächendeckenden Ganztagesbetreuung an 70 Prozent der Grundschulen eine Verbesserung der Bildung, mehr Chancengleichheit und die Vereinbarkeit von Schule und Beruf erreichen. Was gut gedacht ist, stellt jedoch Eltern, Schulen und Kommunen vor Herausforderungen, die besonders im ländlichen Bereich nur individuell zu lösen sein werden. Dies zeigte sich auch bei der Informationsveranstaltung, zu der die Grund-, Haupt- und Werkrealschule (GWRS) und die Gemeindeverwaltung betroffene Eltern eingeladen hatten. Umfragen unter der Elternschaft im Vorfeld der Veranstaltung zeigten zunächst eine massive Antihaltung gegen einen Ganztagesunterricht an der GWRS Fichtenberg. Aus einer anschließenden schriftlichen Umfrage ergab sich jedoch eine Patt-Situation, berichtete Richard Hänle, kommissarischer Schulleiter der Fichtenberger Schule.

Kontroverse Diskussion ohne schlüssiges Ergebnis

Nach der Vorstellung möglicher Rahmenbedingungen, zu der Bürgermeister Roland Miola zum Ende des letzten Schuljahres eingeladen hatte, waren sich die Eltern darüber einig, dass keine für alle Schüler verbindliche Form der Ganztagesschule, sondern die Wahlform eingeführt werden soll.

Selbst dafür wird eine Gruppengröße von 25 Schülern gefordert, um die nötigen Stunden für die Schule zu bekommen, erläuterte Hänle. Solide und planbare Zahlen hätten sich auch aus einem weiteren Fragenkatalog nicht ergeben, den die Schule an Eltern der Grund- und Vorschüler Anfang des Jahres verschickte. Als Grundlage, um für einen Ganztagesbetrieb die nötigen Lehrerstunden zu erhalten, taugte das Ergebnis nicht.

Das staatliche Schulamt vertritt daher die Auffassung, dass das Betreuungsangebot Sache der Gemeinde und Schule ist. Daraus folgerte Bürgermeister Roland Miola, dass ein mögliches Betreuungsangebot im Rahmen des Jugendbegleiterprogramms aus der Bevölkerung heraus organisiert werden müsste. Ohne dieses Programm wäre die Betreuung nur über entsprechende Elternbeiträge zu finanzieren. Um die organisatorische Problematik von Unterricht und Betreuung darzustellen, stellte Richard Hänle einen möglichen Stundenplan für die Grundschule Fichtenberg und dessen Abhängigkeit von weiteren zeitlichen Zwängen wie der Busbeförderung vor.

Stundenplan maßgeblich für Betreuungsbedarf

Daraus entstand eine kontroverse Diskussion in der Versammlung, die kein schlüssiges Ergebnis zutage förderte. Die Plädoyers reichten von der Beibehaltung der bewährten Betreuung durch die verlässliche Grundschule bis zur Ganztagesbetreuung unter finanzieller Beteiligung der Eltern. Der Bürgermeister regte daher eine weitere Befragung der Eltern an, in der sie sich zu dem gewünschten Zeitkorridor des Betreuungsbedarfs äußern sollen. Danach könnten Personalbedarf und Kosten für die Betreuung ermittelt werden.

Eine neuerliche Umfrage mache nur Sinn, wenn der Stundenplan für das neue Schuljahr feststehe, wurde von den Eltern angemerkt - und das wird erst am Schuljahresbeginn sein, entgegnete Hänle.

Es wird spannend bleiben, bis ein tragfähiger Konsens zum Betreuungsangebot gefunden ist. Für alle Beteiligten bedeutet dies einen enormen organisatorischen Aufwand, den vor allem die Schule im täglichen Unterrichtsbetrieb stemmen muss. Kann sie ihrem traditionellen Bildungsauftrag dann noch gerecht werden?

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