Hören, stören, funken -Tag der offenen Tür bei Radio "StHörfunk

Einmal selbst eine Radiosendung mitgestalten, hinter die Kulissen blicken und Fragen stellen: Das konnten am Sonntag die Besucher beim Tag der offenen Tür des freien Radios "StHörfunk" im Schlachthaus.

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Ob beim Kochen, Autofahren oder Bügeln: Für viele Menschen ist es ein ständiger Begleiter, der nicht nur informiert, sondern auch unterhält: das Radio. Was allerdings alles nötig ist, um eine Radio-Sendung zu gestalten, welche Technik verwendet wird und wie man diese bedient, das wissen vermutlich nur wenige.

Solchen Fragen gehen Besucher am vergangenen Sonntag näher auf den Grund: Das freie Radio "StHörfunk" in Schwäbisch Hall hat im Rahmen des Veranstaltungsprogramms "10 Jahre Altes Schlachthaus" zum Tag der offenen Tür geladen und macht diesen gleichzeitig zum Tag des offenen Mikrophons.

Neugierige kommen vorbei, lassen sich die Gestaltung einer Radio-Sendung erklären, bringen eigene Musik mit und werden für ein paar Minuten selbst Teil der Sendung, indem sie persönlich zum Mikrophon greifen.

Dieser Einladung folgen auch Samuel Beck (14) aus Michelfeld und Jordan Schmidt (14) aus Schwäbisch Hall. "Ich kam eher zufällig vorbei. Ich war schon einmal beim Radio ,StHörfunk und habe mir das ganze bereits angeschaut", schildert Jordan Schmidt. An diesem Sonntag will er schauen, was "hier so läuft". Radio sei "einfach spannend".

Auch für Samuel Beck ist Radio nichts unbekanntes. Mit dem Verein "Help! Wir helfen" war er bereits einmal bei "Radio Ton" in Heilbronn zu Gast. "Es war cool zu sehen, wie eine Radio-Sendung gemacht wird, wie groß alles ist, wie viele Menschen dort arbeiten." Jetzt will er wissen, wie beim Schwäbisch Haller Radio gearbeitet wird. Die zwei Schüler haben ihre Leidenschaft für Musik - und obwohl sie eher zu CDs und digitalen Medien greifen, weckt das Radio doch ihr Interesse. Ihr Augenmerk gilt daher vor allem der Technik des Senders.

Hans Graef, pensionierter Pädagoge aus Schwäbisch Hall, seit Januar selbst bei Radio "StHörfunk" auf Sendung, seit vergangener Woche im Vorstand des Vereins, zeigt den Jugendlichen beispielsweise, wie ein Mischpult funktioniert, wie und wann sie ins Mikrophon sprechen können oder wie sie von einem Lied zum anderen wechseln.

Die beiden Jugendlichen sind aber nicht die einzigen, die an diesem Sonntag die Chance nutzen, selbst auf Sendung zu gehen. Die elfjährige Nina-Sophie Raach und ihre zehnjährige Freundin Merlin Dietrich, beide aus Schwäbisch Hall, tun das ebenso: Ausgestattet mit mehreren Witzebüchern kommen sie, um ihre Lieblingswitze zum Besten zu geben. Ob ihre Zuhörer tatsächlich lachen, dass werden sie wohl nicht erfahren.

Miro Ruff: "Wir folgen keinem Mainstream"

Miro Ruff, der den Tag der offenen Tür geplant und vorbereitet hat, ist mit der Resonanz zufrieden. "Das Interesse der Besucher scheint recht groß zu sein. Viele sind gekommen, haben Fragen im Gepäck." Sie wollen wissen, wie der Name zustande kam, wie sich der Sender finanziert und wie die Technik funktioniert.

"Der Name setzt sich zusammen aus den Verben stören, hören und funken", erklärt Ruff. Das sei zur Gründungszeit vor knapp 18 Jahren und heute für den Radiosender zutreffend. "Wir folgen keinem Mainstream. Wir zeichnen uns durch einen bunten Mix aus - für jeden ist etwas dabei." Finanziert wird das Radio durch Mitgliedsbeiträge, Vereinen, Förderer und teilweise auch durch Rundfunkgebühren.

"Prinzipiell jeder, der gute Ideen und Lust auf Radio hat, kann bei uns mitmachen" meint Miro Ruff und ergänzt, "und wer weiß, vielleicht schon bald eine eigene Sendung haben - also selbst stören, hören, funken." Nötig ist dazu nur eine Mitgliedschaft.

www.sthoerfunk.de

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