Hilfen für Familien in Notlagen

Familien in schwierigen Situationen zur Seite zu stehen - das hat sich die Awo seit 1984 zur Aufgabe gemacht. Im Hällisch-Fränkischen Museum (HFM) wurde der Geburtstag mit den Kooperationspartnern gefeiert.

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Diskussion mit (von rechts) Sonja Schwinn, Eva König, Dorothea Klinger, Hiltrud Eger.  Foto: 

. Die Sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH) sei das zentrale Hilfsangebot des Landkreises unter den ambulanten Familienhilfen, betonte Jugendamtsleiter Hartmut Werny in seinem Grußwort im vollbesetzten Medienraum des HFM. Awo und Jugendamt arbeiten dabei eng zusammen. Rund 75 Prozent von mehr als 70 Familien mit rund 180 Kindern betreuen die meist weiblichen Mitarbeiter der Awo vor Ort. Ihnen dankte nicht nur Awo-Geschäftsführer Werner Hepp für ihren Einsatz - oft genug in schwierigen Situationen.

Die Anfänge der Haller SPFH waren eher hemdsärmelig: ohne Konzept und klare Rahmenbedingungen. Die Mitarbeiter kamen aus unterschiedlichen Berufen und hatten keineswegs immer eine pädagogische Ausbildung, wie Werner Hepp und SPFH-Leiterin Sonja Schwinn unterhaltsam darstellten. Das änderte sich in den 90er-Jahren: Die Rahmenbedingungen wurden professioneller. Der Fokus verlagerte sich zur Prävention und auf die individuellen Ressourcen der Familien. Diese Entwicklung hat unter anderen Wolf Ritscher, Professor im Fachbereich Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege an der Hochschule Esslingen, angestoßen. In seinem Vortrag wies er auf den hohen Anteil armer Familien mit mehreren Problemlagen in der SPFH hin. "Diese soziale Ungleichheit wird nur selten thematisiert." Die Erwartungen an die Eltern seien fast auf Profiniveau gestiegen: Die Kinder gesund zu ernähren, sie möglichst in allen Bereichen zu fördern, trotz Berufstätigkeit genug Zeit für sie zu haben. "Ein Drittel der Eltern fühlt sich oft gestresst, 50 Prozent gelegentlich", so Ritscher. Auch die Bedürfnisse der Eltern seien wichtig im System Familie. Schwierigere und mehr Fälle etwa durch die Zunahme psychischer Erkrankungen bei Kindern und Erwachsenen führten zu höherer Belastung der SPFH-Mitarbeiter. Seine Folgerung: "Eine bessere finanzielle und personelle Ausstattung wäre nötig." Ulrike Hajian-Schneider vom Fachdienst Kinderschutz des Jugendamts erwähnte in der Podiumsdiskussion die hohe Fluktuation ihrer Mitarbeiter und lobte in diesem Zusammenhang Ritscher, der das Thema "Wer schützt die Kinderschützer?" und die teilweise skandalisierenden Berichte der Presse angesprochen hat.

Positiv im Landkreis Hall sei die gute Vernetzung der Einrichtungen im Bereich Kindeswohl. Familienrichterin Monika Jörg-Unfried und Gesundheitsamtsleiterin Eva König betonten den engen Kontakt etwa mit Jugendamt, Kinderschutzbund, Awo und Diakonie. Klar wurde aber auch, dass es trotz aller Hilfsangebote keinen hundertprozentigen Kinderschutz geben kann.

Kompetenzen stärken

Begleitung Die Sozialpädagogische Familienhilfe ist ein ambulantes Erziehungshilfeangebot im Auftrag des Jugendamts. Die Sozialarbeiter der Haller Awo betreuen Familien, die wegen unterschiedlicher Problemlagen Unterstützung, Begleitung und Beratung auf Zeit benötigen. Ziel ist es, die Familien in ihren Erziehungs- und Alltagskompetenzen zu stärken. Die Awo begleitet Familien in den Regionen Crailsheim, Hall und Gaildorf, der Diakonieverband im Raum Gerabronn, Blaufelden und Schrozberg.

Kontakt: Sonja Schwinn, Telefonnummer

0791/ 9700415, info@awo-sha.de.

SIBA

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