HFM-Leiter Dr. Armin Panter: "Hört sich schlimm an - wars auch"

"In einem Kunstwerk kann ich sehr viel über die Menschen früherer Zeit erfahren", ist die tiefe Überzeugung von Dr. Armin Panter. Der Leiter des Hällisch-Fränkischen Museums erzählt von seinem Werdegang.

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Aus einem Kunstwerk kann man viel über seine Entstehungszeit und die Menschen damals lesen, ist Dr. Armin Panter überzeugt. Der Leiter des Hällisch-Fränkischen Museums präsentiert eine alte Haller Schützenscheibe. Foto: Marc Weigert

Wie wird man Museumsleiter? Und warum hat Armin Panter diesen Beruf gewählt? In einem autobiografischen Vortrag im Rahmen der kunstgeschichtlichen Vorträge der Haller Akademie der Künste sprach Panter am Montag über solche Fragen.

Aber Armin Panter ist kein Mensch, der viel über sich selbst sagen will. Lieber spricht er über die Themen, an denen er arbeitet und gearbeitet hat. So erfährt man an diesem Abend fast mehr aus dem Leben des Porträtmalers Franz Xaver Winterhalter, über den Panter seine Doktorarbeit geschrieben hat, als über den Kunstwissenschaftler selbst - und doch wird gerade dadurch sein Wesen, seine zurückhaltende Art besonders deutlich.

"Ich bin schon immer gern in Museen gegangen, auch als Halbwüchsiger", erinnert sich Panter. "In meiner Familie war kulturelles Interesse da", sagt er - und schränkt in seiner bescheidenen Art gleich wieder ein: "In normalem Rahmen. Wir sind nach Italien in Urlaub gefahren, und da stand selbstverständlich auch Florenz mit all den Kunstwerken auf dem Reiseplan."

Panter hat als Jugendlicher gern gezeichnet, "das mache ich heute nur noch beim Telefonieren". Damals zeigte er so viel Talent, dass sein Kunstlehrer ihn gerne in eine kreative Laufbahn hätte gehen sehen. Panter hat das auch versucht, hat sich an der Kunstakademie in Karlsruhe beworben. Er wollte Kunsterzieher werden, als zweites Unterrichtsfach hätte er Physik gewählt. "Ich habe gerne Karikaturen gezeichnet, und die habe ich zur Bewerbung abgegeben - mich hat ja damals niemand beraten", sagt er mit Blick auf die Haller Akademie der Künste, die ihre Studenten bei der Erstellung der Bewerbungsmappen unterstützt.

Panter bekam keinen Studienplatz an der Kunstakademie. "Aber ich hatte mich gleichzeitig für Kunstgeschichte beworben, und aus heutiger Sicht war das für mich auch der richtige Weg." Den Studienverlauf von damals kritisiert er: "Ich habe im Studium wenig von dem gelernt, was ich heute im Beruf brauche. Praktika waren unüblich, galten gar als Zeitverschwendung. Heute suchen die Studenten viel früher berufliche Orientierung."

Neben der Kunstgeschichte hat Panter Geschichte und Literaturwissenschaft belegt. Besonders sein erstes Nebenfach ist ihm ganz wichtig: "Kunstgeschichte ist ohne Geschichte nicht denkbar. Kunstwerke sind Produkte von Menschen aus einer bestimmten Zeit. Kunst soll das Denken und Fühlen einer Zeit ausdrücken. Deshalb kann ich aus Kunstwerken ganz viel über die Menschen früherer Zeit erfahren."

Prägend war ein längerer Aufenthalt in Paris, wo Panter nicht nur seine Doktorarbeit schrieb, sondern auch seine Frau kennenlernte, eine aus Japan stammende Konzertpianistin.

Zurück in Deutschland folgte ein Volontariat am Landesmuseum in Karlsruhe. "Dort habe ich den Umgang mit Objekten gelernt und mitgekriegt, was ein Restaurator noch alles rausholt. Das darf man nicht unterschätzen." Dann eine Zeit der Unsicherheit. "Wir waren sieben Volontäre, und wir haben uns alle auf die gleichen Stellen beworben." Panter landete bei der Oberfinanzdirektion, die damals frisch die Verwaltung der Schlösser und Gärten übernommen hatte. "Das hört sich jetzt schlimm an - wars auch. Wir waren drei Kunsthistoriker, und über uns elf Juristen. Da hieß es immer: ,Wir müssen das besser ausmosten." Innerhalb eines halben Jahres suchten alle Kunsthistoriker neue Stellen. Panter kam nach Hall.

Wenn er über seine heutige Tätigkeit als Museumsleiter spricht, fällt oft der Satz: "Ich möchte nicht klagen." Er hat interessante Aufgaben, aber einen geringen finanziellen Spielraum.

Zur Person vom 16. Januar 2014
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