Hector kräht am meisten

|
Sie hatten die lautesten Hähne: Roland Diehm, Marius Braun, Tilo und Nele Neshyba mit Vorstand Martin Dierolf (von links).  Foto: 

Eine erfolgreiche Partnerschaft sind der Gesangverein und der Kleintierzuchtverein Untersontheim eingegangen. Zur Freude der Besucher veranstalten sie ein gemeinsames Sommerfest mit Fackellauf am Samstagabend und Hähnewettkrähen am Sonntag. An beiden Tagen werden die Besucher exzellent verpflegt.  Wilhelm Münkle, der das Fest  unterstützte, war beeindruckt von der Zusammenarbeit der Vereinsmitglieder. „Alles verlief reibungslos und harmonisch“, war seine Beobachtung.

Das Wettkrähen der Hähne am Sonntag war der eindeutige Höhepunkt des Festes. Elf Teilnehmer hatten ihre Hähne zum Wettbewerb gemeldet. Eine halbe Stunde lang wurde gezählt, wie oft jeder Hahn in dieser Zeit gekräht hat. Da gab es den großen stattlichen schwarzen „Hector“ von Roland Diehm und den eher kleinen buntgefiederten „Hannibal II“ von Jürgen Däschler. Die Hähne sind nicht immer gut aufgelegt. Ein Hahn aus Mainhardt, der vor zwei Jahren noch einen Preis erkrähte, wurde kurzerhand zu Hause gelassen, weil er letztes Jahr versagt hatte. „Ich hätte ihn doch mitbringen sollen“, meinte sein Besitzer dann aber. „Er wäre der schönste heute.“

Fans feuern an

Wie bei jedem Wettstreit macht sich Wettkampfstimmung breit. Nicht so wie bei den blutigen Hahnenkämpfen auf den Philippinen, die in der Regel mit dem Tod eines der kämpfenden Hähne enden. Aber die Besitzer und Zuschauer hatten schnell einen Liebling erkoren, den sie auch ermunterten. Dem großen „Hector“ drückten viele die Daumen.

„Komm, leg noch einen zu“, schallte es aus der Menge. „Zeig es ihnen!“, rief ein anderer. Andere waren ihm nicht so wohlgesonnen. „Das ist auch noch ein Ausländer“, bemängelte einer. „Der schreit nur so viel, weil der Käfig für ihn zu klein ist“, befand missgünstig ein anderer. Die Forscher haben herausgefunden, dass der Hahn auf dem Hühnerhof als erster kräht, der an der Spitze der Hackordnung steht. Nur wer ist bei einem Wettbewerb der Boss? Vielleicht krähen manche bei dem Wettbewerb so viel, um ihren Anspruch auf die Hackordnung zu demonstrieren. „Hannibal II“ ist dieses Jahr nicht in Stimmung. Er schweigt. „Hansi“ kräht gegen Schluss einmal. Er ist hoffnungslos abgeschlagen. „Wenigstens hat er mit seinem Schrei die Ehre gerettet“, findet sein Besitzer Marius Stegmaier.

Züchter sind einfühlsame Tierliebhaber. Jürgen Däschler kann mit seinem Hannibal mitfühlen: „In den vorigen Jahren habe ich ihn nachts immer in den Keller gesperrt, damit er, wenn er beim Wettbewerb das Tageslicht erblickt, so richtig in Stimmung ist. Das habe ich dieses Jahr nicht gemacht. Aber ich denke, er ist verwirrt. Er hat nur noch ein Huhn. Alle anderen sind weggestorben und mit dem Nachwuchs klappt es nicht so recht. Trotzdem sah es heute früh noch gut aus. Er hat mich mit einem Schrei geweckt. Als er jetzt die vielen Hähne gesehen hat, war er verwirrt. Daran lag es wohl.“

Der Sieger 2017 wurde schließlich Hector mit 69 Krähern. Es folgten mit 53 Schreien „Sepp“ von Marius Braun und mit 49 Rufen „Pollo“ von Jule und Nele Neshyba.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Schulbus rammt einen Dacia

Ein Autofahrer wird in Michelfeld schwer verletzt. Die Sonne blendet die Busfahrer. weiter lesen