Halls Kinder sollen fitter werden

Wie beweglich und ausdauernd sind Halls Kinder? Das soll mit Hilfe des "Kinderturntestes plus" herausgefunden werden. Hinter dem Projekt steht die Stadtverwaltung und das Kultusministerium.

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Mit einem Rollbrett geht es die Rampe hinunter: Dass Sport Spaß macht, zeigt dieser Junge bei der Auftaktveranstaltung zum "Kinderturntest plus" in der Schwäbisch Haller Schenkenseehalle. Foto: Ufuk Arslan

Um die Fitness von Deutschlands Jugend scheint es schlecht bestellt zu sein. Studien belegen, dass Kinder heute in Sachen Kraft und Ausdauer nicht mit Kindern von vor 30 Jahren mithalten können. "Ein Grundschüler sitzt durchschnittlich neun Stunden pro Tag", sagt Michael Schreiner, ehemaliger Sportlehrer in Reutlingen, jetzt beim Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg tätig. Das sei zu viel. Die Kinderturnstiftung will das Problem lösen. Kürzlich gab es in der Haller Schenkenseehalle die Auftaktveranstaltung zu einem zweijährigen Begleitprojekt. Die Stiftung kooperiert mit der Stadt Hall, um Einrichtungen wie Kindergärten, Kindertagesstätten, Schulen und Sportvereine zu erreichen. Das Projekt heißt "Bewegte Kommune - Kinder".

"Wir bilden Mentoren aus, die den Kinderturntest plus" durchführen", informiert Natascha Löw, die das Projekt für die Stadtverwaltung koordiniert. Im Mai und Juni soll getestet werden, im September erste Reaktionen auf die Ergebnisse erfolgen. "Der Test ist nichts Neues: Die Kinder dürfen hüpfen, springen und toben", erklärt sie. Der Test, den Fünf- und Zehnjährige absolvieren, diene der Bestandsaufnahme. "Ein wertvolles Hilfsmittel", nennt es Michael Schreiner und malt ein Szenario aus. Die Gemeinde will Gelder für sportliche Aktivitäten kürzen: "Da kann ich mit dem Test vor den Gemeinderat gehen und habe etwas in der Hand", meint er begeistert, das sei bislang nicht so gewesen. Anhand der Testdaten, die online und anonymisiert von der Stiftung ausgewertet werden, gibt diese Handlungsempfehlungen. Eine Gefahr durch zu hohen Leistungsdruck auf Kinder sieht Löw, die selbst früher Siebenkampf gemacht hat, nicht. "Den Test kann man ja spielerisch gestalten."

Thema Ernährung: Vielen Eltern "klappt die Kinnlade runter"

Spielerisch gestaltet ist zumindest die Halle. Sie ist aufgeteilt in "Kontinente", die wie ein Trimm-dich-Pfad zu unterschiedlichen Übungen auffordern. Weichbodenmatten, Luftballons und Spielzeug liegen herum; mehrere Gruppen aus Kindergärten bevölkern die Halle. Theresia Röger, Leiterin der Tageseinrichtung Pfiffikus in Hessental, begrüßt die Initiative. "Kinder werden mit dem Auto in die Einrichtung gebracht und wieder abgeholt", kritisiert auch sie den Bewegungsmangel. "Neben Bewegung ist auch eine gesunde Ernährung wichtig", meint die Erzieherin, deshalb gebe es bei ihnen auch Rohkost, Salat und Obst. "Da klappt immer die Kinnlade runter, wenn man ihnen sagt, in einem Actimel sind sieben Stück Zucker", kritisiert sie auch den Einfluss der Werbung.

Die Begleitung durch die Stiftung endet zwar nach zwei Jahren, das Ziel ist aber, ein funktionierendes Netzwerk aus Lehrern, Eltern, Kindergärtnern, Kinderärzten, Sportvereinen und weiteren Beteiligten aufzubauen. "Das Wort Projekt" gefällt mir nicht, das klingt so abgeschlossen", bestätigt Schreiner. Deshalb werde eine "Lenkungsgruppe" etabliert, die die Entwicklung in den Kindergärten und Grundschulen im Auge behalten soll. "Bewegung ist ein zentrales Element", betont Robert Baur, ehrenamtlicher Vorstand der Stiftung, "Wir wollen eine motorische Grundausbildung und zwar flächendeckend".

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