Hallia Venezia lockt wieder hunderte Fotografen und Neugierige nach Hall

Geschöpfe aus dem Tierreich, personifizierte Spielkarten, Damen in aufwendig gearbeiteten Kleidern aller Farben und Stoffe: Das ist Hallia Venezia - ein Faschingsumzug der etwas anderen und ruhigen Art.

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Bereits um halb zehn am Morgen rücken die ersten Fotografen an, um die Maskenträgerinnen und -träger, die durch die Haller Gassen defilieren, vor ihre Linse zu bekommen. Gar keine so schlechte Idee angesichts des Menschenauflaufs, der sich ab zwölf Uhr in der Stadt bilden wird.

Acht Tage vor Rosenmontag beginnt das bunte, aber ruhige Treiben in der Haller Innenstadt - und das bereits seit 1998. Inspiriert durch den Karneval in Venedig dachte sich eine kleine Gruppe von Frauen und Männern aus Schwäbisch Hall, dass keine andere Stadt für die Maskenschau besser geeignet wäre.

Diese Meinung teilt auch Hans Graef, der seit knapp zwei Monaten in Hall wohnt: "Das Milieu passt auf jeden Fall. Auch das Wasser gibt es hier - wenn auch nicht solche Kanäle wie in Venedig", kommentiert der 64-Jährige, der selbst schon in der Stadt im Nordosten Italiens war, sachkundig. "Das Spektakel ist allerdings schon krass. 100 Figuren und tausende Fotografen. Das finde ich fast übertrieben", so Graef.

Dennoch scheint ihn das Defilee der phantasievollen Gestalten angesteckt zu haben: "Im nächsten Jahr möchte ich auch gerne mitmachen." Sein Kostüm würde er zwar selbst zusammenstellen, aber nicht anfertigen. Da solle dann doch lieber ein Profi ran.

Zwischen 12 und 14 Uhr wird fleißig geknipst, soweit das Auge reicht. Motive gibt es ja genug - ein Kostüm ist extravaganter als das andere. Eines, das signifikant aus der Masse heraussticht, ist das von Ulrike Notz. Die 55-jährige Lehrerin aus Illertissen ist als schwarz-rosa Feuervogel verkleidet. "Das Kostüm und die Maske haben Schüler einer neunten Klasse der Realschule, an der ich Lehrerin bin, entworfen. Sie waren damit sogar beim Karneval in Venedig", erzählt Notz, die zum ersten Mal bei Hallia Venezia dabei ist. "Eigentlich leiht die Rektorin der Schule das Kostüm ungern aus. Aber für diesen Anlass hat sie eine Ausnahme gemacht."

Nach und nach nimmt die Anzahl der Maskenträger, die mit ihren Kostümen die Hobby- und Profifotografen auf Trab halten, zu. Vor allem am Globe-Theater und auf dem Marktplatz vor der Sankt-Michaels-Kirche tummeln sich die vom venezianischen Karneval inspirierten Gestalten. Von einem Mann, der einen Fisch auf dem Kopf trägt, über Spielkartenfiguren bis hin zu einer Eule ist alles an Kostümen dabei, was man sich vorstellen kann. Es gibt nichts, was es nicht gibt.

Um 14 Uhr präsentieren sich schließlich alle Teilnehmer - begleitet von venezianischer Musik - auf der Treppe vor Sankt Michael der unüberschaubaren Menschenmenge. Die Kameras blitzen um die Wette. Kinder werden von ihren Eltern auf den Arm genommen, damit sie einen Blick auf die originellen Kostüme erhaschen können. Die Stadt Schwäbisch Hall befindet sich im Ausnahmezustand. Am Abend ist alles vorbei.

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