Haller Unternehmen Häsele schafft sich ein weiteres Standbein

4 Millionen Euro investierte Dieter Häsele in zwei miteinander verbundene Projekte in Tuttlingen. Das Gartencenter eröffnete vor 9, der Baumarkt vor 4 Monaten. Wie lief der Start? "Sehr gut", sagt der Unternehmer.

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Dieter Häsele und sein Sohn Christoph in ihrem Hagebaumarkt in Hall. Mit dem Markt in Tuttlingen schuf sich das Familienunternehmen ein weiteres Standbein. Dort wurden rund 4 Millionen Euro in Ware und Einrichtung investiert. Foto: just

In Zeiten, in denen große Baumarkt-Ketten wie Praktiker in wirtschaftliche Schieflage geraten und gegen die Wand fahren, entscheidet sich der Haller Unternehmer Dieter Häsele, in Tuttlingen einen zweiten Baumarkt zu eröffnen. Ein bestehender Baumarkt-Standort wird wesentlich erweitert und nach energetischen Gesichtspunkten modernisiert.

Dieter Häsele betont, dass seine Philosophie meilenweit von der von Praktiker entfernt sei. Ständig wiederkehrende Rabattaktionen hätten sich bei der großen Kette totgelaufen. Hauptaugenmerk bei Häsele seien dagegen Beratungskompetenz, Freundlichkeit sowie ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, betont der geschäftsführende Gesellschafter. Dieter Häsele lege Wert darauf, dass seine Mitarbeiter geschult werden. "Wir wollen unseren Kunden ein umfassendes Sortiment bieten. Natürlich haben wir auch das Preiseinstiegssegment, aber eben auch hohe Qualität. Bei uns kaufen auch Profis ein", betont Häsele.

Auf den Standort Tuttlingen waren die Häseles durch die Haller Familie Röther aufmerksam geworden. Diese plante dort einen weiteren Modepark. Weil die Stadt dies an dieser Stelle aber nicht zuließ, machte Röther die befreundete Familie auf den Standort aufmerksam. Dieter Häsele griff zu. Er war ohnehin auf der Suche nach einer für ihn sinnvollen Investition, zumal damals schon feststand, dass sein Sohn mit in das Familienunternehmen einsteigen würde. Zuvor wurde dort ein "Extra-Bau+Hobby-Markt" betrieben. Dieser gehörte zur Vertriebsschiene von Praktiker und wurde Ende 2012 geschlossen.

"Die Lage ist bestens. Es ist die Einkaufsmeile in Tuttlingen schlechthin", sagt Dieter Häsele. "Die Frequenz ist enorm hoch", ergänzt sein Sohn Christoph.

Häsele hat alle 20 Mitarbeiter des Vorgängers übernommen. Sie wurden in Schwäbisch Hall geschult und eingearbeitet. Inzwischen beschäftigt das Unternehmen am Standort Tuttlingen 45 Mitarbeiter. Franz Sellinger ist der Vertriebsleiter in beiden Märkten. Zuvor war er Marktleiter in Schwäbisch Hall, mit der Eröffnung hat der Routinier auch den neuen Markt übernommen. Drei Tage in der Woche arbeitet er in Tuttlingen, zwei in Hall.

Die 4-Millionen-Investition war keineswegs die größte in der 107-jährigen Geschichte des Unternehmens. Als der Haller Standort 1999 ausgebaut wurde, nahm die Familie Häsele 12 Millionen Mark in die Hand.

Dieter Häsele führt die Geschäfte des Unternehmens in dritter Generation. Der 61-Jährige arbeitet seit rund 40 Jahren in dem Familienbetrieb. Zum Beginn des Jahres 2014 stieg sein Sohn Christoph, 31, in das Unternehmen ein. Der Wirtschaftswissenschaftler arbeitete nach seinem Studium an der Uni Hohenheim ab 2010 zunächst für einen großen Stuttgarter Autobauer. Jetzt bezeichnet sich Christoph Häsele als Assistent in der Geschäftsführung des Familienbetriebs.

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