Haller Toom-Markt in Schieflage - Antrag auf Insolvenzverfahren

Der Toom-Baumarkt im Haller Westen war 2012 wegen Straßenarbeiten monatelang schlecht zu erreichen. Nach Angaben des Betreibers Matthias Gläser ist das der Grund für die aktuelle Schieflage.

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Der Toom-Baumarkt im Haller Steinbeisweg.  Foto: 

"Oma Gerda hat sich nicht mehr nach Schwäbisch Hall getraut", sagt Matthias Gläser zu den zahlreichen Straßenbaumaßnahmen im Jahr 2012. Er selbst habe erlebt, dass ihn ein Baustellenmitarbeiter nicht auf dem Steinbeisweg weiterfahren ließ und ihn umleitete. So sei es auch Kunden und Lieferanten ergangen.

Das war 2012. Die Insolvenz meldete Matthias Gläser letzte Woche an. Dass die schlechte Erreichbarkeit des Marktes zeitlich verzögert zu einer Schieflage führte, kann damit zusammenhängen, dass in der Branche Rechnungen für Waren weder bei Bestellung noch bei Lieferung zu zahlen sind, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Matthias Gläser und die vorläufige Insolvenzverwalterin Susanne Fichna betonen, dass die Baumarktkette Toom fest zum Standort Hall stehe. Auch die Signale von Mitarbeitern und Kunden würden zuversichtlich stimmen. Die Beschäftigen wurden am Dienstag über das vorläufige Insolvenzverfahren und die Perspektiven informiert.

Der Markt werde weiterhin mit Waren beliefert. Für die Fortführung eines angeschlagenen Unternehmens ist dies elementar. Häufig stellen Geschäftspartner insolventer Unternehmen die Lieferungen ein, weil sie Sorge haben, weitere Verluste zu erleiden.

Hauptgläubiger Toom schreibt in einer Presseerklärung: "Zwischen der vorläufigen Insolvenzverwalterin und der Toom Baumarkt GmbH befindet sich eine Vereinbarung im Abschluss, die die Fortführung des Betriebs während des vorläufigen Insolvenzverfahrens sicherstellt und den Beteiligten die Möglichkeit gibt, eine Entscheidung zur Zukunft des Standorts zu finden." Das Kölner Unternehmen betont, dass es an einer Sanierung mitwirken wolle, die den langfristigen Erhalt des Standorts und der Arbeitsplätze gewährleistet. 45 Mitarbeiter sind bei Toom in Hall beschäftigt - 20 in Vollzeit, 25 in Teilzeit, einige davon sind geringfügig beschäftigt.

Wie Matthias Gläser betont, wurden die Januar-Gehälter bezahlt. Mit dem Antrag auf vorläufige Insolvenz übernimmt die Bundesagentur für Arbeit für bis zu drei Monate die Personalkosten. Diese Übernahme ist ein wesentlicher Punkt des Insolvenzrechts. Angeschlagene Unternehmen können so wieder auf die Beine kommen. Sie müssen ihre Einnahmen nicht an die Beschäftigten weiterreichen.

Hauptgläubiger Toom prüft Möglichkeit der Sanierung

Toom-Baumärkte werden in aller Regel als Filialen betrieben. Daneben gibt es Märkte, die im Franchise-Verfahren geführt werden. So ist es in Hall. Matthias Gläser ist mit seiner Gesellschaft Franchise-Nehmer, Toom ist Franchise-Geber.

Susanne Fichna, Fachanwältin für Insolvenzrecht, wurde vom Amtsgericht Heilbronn am Donnerstag vergangener Woche als vorläufige Verwalterin eingesetzt. Sie geht davon aus, dass das Verfahren im Mai eröffnet wird. Dann entscheiden die Gläubiger darüber, ob das Unternehmen saniert, zunächst weitergeführt oder stillgelegt wird.

Hauptgläubiger Toom kündigt an, die geschäftliche Situation und mögliche Sanierungsoptionen zu prüfen. Es gehe zunächst darum, die Gründe zu analysieren, die dazu geführt haben, dass sich der Haller Markt entgegen der Erwartungen und trotz des guten konjunkturellen Umfelds negativ entwickelt hat.

Info Der Toom-Baumarkt im Steinbeisweg 24 wird von der MG Gläser Baumarkt GmbH&Co.KG betrieben. Diese Gesellschaft gehört der 1. MG Gläser Verwaltungs- und Service GmbH. Deren Geschäftsführer ist Matthias Gläser.

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