Haller THW Ortsverband übt im Inneren der Kochertalbrücke

Ein Verletzter muss aus dem Inneren der Kochertalbrücke gerettet werden. Eine Bergungsgruppe des THW Schwäbisch Hall hat kürzlich mit diesem Szenario drei Stunden lang den Ernstfall geprobt. Mit Bildergalerie.

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  • Der verletzte Kamerad wird von der Bergungsgruppe des THW in einer Rettungswanne hochgezogen. Fotos: Thomas Müller/THW 1/3
    Der verletzte Kamerad wird von der Bergungsgruppe des THW in einer Rettungswanne hochgezogen. Fotos: Thomas Müller/THW Foto: 
  • . . . der Kochertalbrücke über Geislingen, Gemeinde Braunsbach, ab. 2/3
    . . . der Kochertalbrücke über Geislingen, Gemeinde Braunsbach, ab. Foto: 
  • Die Übung läuft im Inneren . . . 3/3
    Die Übung läuft im Inneren . . . Foto: 
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"Ich glaube, mir geht's nicht gut . . .", einen kurzen Augenblick später sinkt ein verletzter Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) Schwäbisch Hall in die Knie und geht bewusstlos zu Boden. Das schwere Atemschutzgerät auf dem Rücken des Mannes setzt mit einem metallischen Schlag auf der langen Stahltreppe in einem Pfeiler der Kochertalbrücke auf, der Mann liegt regungslos in dem kalten, dunklen Hohlkörper. Sein Teamkamerad übernimmt sofort das Funkgerät und setzt einen hastigen Notruf an den Einheitsführer ab und versucht dem Mann zu helfen. Ab jetzt muss alles ganz schnell gehen, auch wenn die Wege im Inneren der Kochertalbrücke weit sind und das Bauwerk in einer gespenstischen Dunkelheit liegt.

Schwere Stromverteiler und lange Kabeltrommeln mit armdicken Kabeln werden von einer Bergungsgruppe in das Bauwerk geschleppt, um eine notfallmäßige Stromversorgung für die Beleuchtung des langen Ganges unterhalb der Fahrbahn aufzubauen. Währenddessen macht sich eine andere Gruppe auf, die Rettung ihres Kameraden vorzubereiten. Abseilgeräte und Rettungsgurte werden aus den großen Einsatzfahrzeugen abgeladen und an den Abstieg zu Pfeiler zwei transportiert.

Auch wenn viele Hände zusammenarbeiten, dauert es doch eine gewisse Zeit, bis Rettungsmaterial am 400 Meter entfernten Ort angekommen ist. Der Wasserdampf einer geplatzten und inzwischen geschlossenen Leitung verzieht sich langsam und den Helfern zeigt sich die ganze Problematik der Einsatzstelle.

Eine enge, senkrechte Stahlleiter verschwindet im Boden der Kochertalbrücke und verzweigt sich weiter zu einer Gittertreppe, welche den kompletten Brückenpfeiler hinabführt. Auf etwa halber Höhe blinkt eine Handlampe. Die Rettungsmannschaft findet ihre beiden Kameraden auf. Fest in einer Rettungswanne gesichert, wird der Verletzte durch das Treppenhaus nach oben bugsiert. Am Abstieg des Pfeilers muss die ganze Mannschaft mit anpacken, um den Verletzten samt Rettungsgerät senkrecht durch den engen Durchstieg hochzuziehen. Mit Absetzen der Rettungswanne auf dem Betonboden meldet sich der Gerettete kurz zu Wort und dankt den Kameraden. Erst jetzt erfährt ein Großteil der Mannschaft erst, dass alles nur eine Übung war - ein denkbares Szenario, weil die Kochertalbrücke seit 2013 instandgesetzt wird und täglich unzählige Bauarbeiter im Bauch der Brücke unterwegs sind.

Alle Helfer packen noch einmal zusammen mit an, um das aufgebaute Gerät wieder in die beiden Gerätekraftwagen des Technischen Zuges zu verladen. Nach drei Stunden Übung können die Helfer ihre Einsatzfahrzeuge wieder in der Unterkunft in Sulzdorf abstellen und noch einmal über den Übungsverlauf sprechen.

Info Autor Raphael Noe ist Gruppenführer beim THW Schwäbisch Hall.

30 Ehrenamtliche

Geschichte Seit 1950 ist das Technische Hilfswerk (THW) die Zivil- und Katastrophenschutzorganisation der Bundesrepublik Deutschland. Organisatorisch gehört es zum Bundesinnenministerium. Im Ortsverband Schwäbisch Hall sind rund 30 aktive Helfer ehrenamtlich tätig, hauptamtliche Mitarbeiter gibt es nur in der Hauptverwaltung in Bonn oder beispielsweise in der Geschäftstelle Heilbronn. Neben allgemeinen Bergungsaufgaben der ersten Gruppe sind die Schwäbisch Haller mit ihrer zweiten Bergungsgruppe auf die großflächige Beleuchtung und den Aufbau einer Notstromversorgung spezialisiert.

SWP

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