Haller Stadtwerke machen 5 Millionen Euro Gewinn

Geschäftsentwicklung: Das größte Plus erwirtschaften die Stadtwerke Hall außerhalb der Region. Gewinn soll in Kraftwerksmodernisierung gesteckt werden.

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Mit Strom machen die Stadtwerke ihr Geschäft.  Foto: 

Fünf minus fünf plus fünf ist fünf. So einfach ist die Rechnung bei den Stadtwerken Schwäbisch Hall für das Jahr 2016. „Mit einem Jahresergebnis von voraussichtlich 5 Millionen Euro vor Steuern liegen wir über dem aus dem Vorjahr von 4,2 Millionen Euro“, erläutert Ronald Pfitzer, der zusammen mit Gebhard Gentner Geschäftsführer der Stadtwerke Schwäbisch Hall ist.

Im Bereich des selbst produzierten Stroms, der Fernwärme und der eigenen Netze wird ein Plus in Hall von fünf Millionen Euro geschrieben. Das positive Ergebnis dürfe nicht darüber hinwegtäuschen: „Wir haben Schwierigkeiten im ursprünglichen Kerngeschäft, der Stromerzeugung und dem Eigenvertrieb, Gewinne zu machen“, bremst Gebhard Gentner die Euphorie. Der Verkauf von Strom an der Börse sei schwierig. „32 Euro bietet der Spotmarkt. Wir würden aber 40 Euro pro  Megawattstunde benötigen, um kostendeckend produzieren zu können.“ Sowohl Stromzwischenhändler als auch Kunden würden die Preise genau vergleichen.

Der Strom ist doch nicht billig, denkt sich mancher Kunde beim Blick auf die Rechnung. Dazu muss man wissen: Stromproduzenten und Vertreiber erhalten nur 20 Prozent vom Kuchen. Der Rest der Summe auf der Stromrechnung geht für Steuern, die Ökoumlage und die Kosten für die Netzentgelte drauf.

Die fünf Millionen Euro plus der Stadtwerke werden aber komplett von den Verlusten in Schwäbisch Hall aufgefressen. 3,3 Millionen Euro gehen bei den Stadtwerken baden. So hoch war das Defizit im vergangenen Jahr im Schenkenseebad. Die teure Sanierung schlägt zu Buche. Zudem stehen 2,1 Millionen in Rot am Ende der Bilanz fürs Parken. Während auf Facebook über die Erhöhung der Parkgebühren geklagt wird, hätten nur wenige Beschwerden die Stadtwerke erreicht. „Mir ist da nichts zu Ohren gekommen. In den Geschäften wird vielleicht darüber gesprochen“, sagt Gentner.

Teure Tiefgaragen

Die Erhöhung der Gebühren könnte aber bei weitem das Minus nicht ausgleichen. „Die Parkgebühren sind so gering, dass mit ihnen gerade der laufende Betrieb gedeckt werden kann. Der besteht aus Kosten für Strom, Lüftung, Reinigung, Automatenbefüllung und Softwarelizenzen.“ Sprich: Alle Neubauten, wie der auf der Weilerwiese, schlagen als Minus zu Buche. Selbst wenn das Bad in den nächsten Jahren finanziell besser dastehe, müsse „dauerhaft mit einem Minus von fünf Millionen Euro aus dem Bereich Bäder und Parkierung gerechnet werden“. Die Sanierung der Tiefgarage unter dem Landratsamt stehe an. Zudem soll das Bahnhofsareal eine Tiefgarage erhalten.

Die Stadtwerke schließen aber nicht mit einer Null ab. Dafür sorgen die letzten fünf Millionen Euro in der Rechnung. Die werden durch den Service für Energiehändler erwirtschaftet. Schließt ein Kunde einen Vertrag mit einem Stromanbieter in Kiel ab, kann es sein, dass vom Vertrag bis zum Stromeinkauf der Rest in Hall geregelt wird.

Dieser Service lohnt sich. Obwohl die Haller erst seit kurzem in Österreich aktiv sind, haben sie dort schon 25 Prozent des Marktes im Bereich dieser Dienstleistung erobert. Ronald Pfitzer leitet diesen Bereich, der sich Sherpa nennt. Mit Dienstleistungen und Beteiligungen außerhalb von Hall werden fünf Millionen Euro erwirtschaftet.

Geld in die Rücklagen

Da die Stadtwerke eine städtische Tochter sind, wird über die Verteilung des Ergebnisses letztendlich im Gemeinderat entschieden. Die Geschäftsführer schlagen vor, 3,5 Millionen der 5 Millionen Euro den Rücklagen zuzuführen. Grund: Es stehen hohe Investitionen in die Parkhäuser an. Zudem müssten die Kraftwerke erneuert werden. Dafür würden 9 Millionen Euro  allein in den nächsten beiden Jahren benötigt.

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