Haller Big Band feiert "A Swinging Christmas" mit zwei herausragenden Gastsolisten

Unsentimental hat die Haller Big Band ihr Weihnachtskonzert in der Kulturscheune aufgezogen. Dazu hatte Orchesterchef Tobias Scheibeck den Saxofonisten Johannes Reinhuber und Sänger Karsten Oliver Wöllm eingeladen.

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Die Haller Big Band unter der Leitung von Tobias Scheibeck stimmt in der Kulturscheune der Haller Waldorfschule swingend auf Weihnachten ein. Mit dabei ist unter anderem Gastsolist Johannes Reinhuber (mit Saxofon).  Foto: 

Tobias Scheibeck freute sich über seine Konzertpremiere in der Kulturscheune. Vor einem Jahr war zum Event "A Swinging Christmas" die Hospitalkirche proppenvoll, jetzt aber passten die mehr als 300 Besucher bequem in den Saal der Freien Waldorfschule. Und auf der weiträumigen Bühne konnte Pianist Matthias Egner in die Tasten eines großen Flügels greifen und musste sich nicht mit einem kleinen Keyboard begnügen.

Zunächst hatte der junge Bandleader hauptsächlich Stücke des Posaunisten Peter Herbolzheimer und des Trompeters Quincy Jones, der zudem ja auch als pfiffiger Produzent für die legendären Stars Miles Davis und Michael Jackson tätig war, ausgewählt. Von dem Amerikaner lagen der "Hard Rock Dance" und "For Lena And Lenny" auf den Notenpulten. Gleich beim modern swingenden Opener profilierte sich Tobias Scheibeck als veritabler Posaunensolist.

Als erste Feature-Nummer für Johannes "Joe" Reinhuber diente Herbolzheimers "Just Like That". Der 28-jährige Tenorsaxophonist hat seine Musikerkarriere in Schwäbisch Hall begonnen, studierte bei Jürgen Seefelder an der Mannheimer Musikhochschule und ist mittlerweile als Profi auf der ganzen Welt aktiv. Nun improvisierte der Routinier zunächst relativ abgeklärt und profilierte sich mit ausdauernden Beiträgen. Nicht ohne Grund schwärmte Professor Bernd Konrad, unter dessen Leitung Reinhuber im Jugendjazzorchester Baden-Württemberg agierte: "Vom Ton her ist Johannes äußerst interessant. Ich habe selten einen Tenorsaxofonisten gehört, der so diffizil spielt und der einen ganz leisen Ton mit einem unglaublichen Ausdruck hervorbringen kann."

Künstlerisch prägend für den Jazzer aus süddeutschen Landen erwies sich 2013 ein Auslandssemester in Brasilien. Als Stipendiat lernte Reinhuber in Salvador de Bahia tagtäglich das südamerikanische Musiktemperament kennen und lieben. So bestätigte er sich in Hall als qualifizierter Soloimprovisator bei Antonio Carlos Jobims Bossa-Nova-Standard "Agua De Beber", fetzig-forsch arrangiert von Michael Philip Mossman.

Der "weltlichen" ersten Konzerthälfte folgten nach der Pause etliche Winterweihnachtsweisen nordamerikanischer Provenienz. Da gab es nacheinander drei gewitzte Arrangements des Holländers Henk Meutgeert zu hören. Besonders effektvoll geriet seine Fassung von "Jingle Bells". Die vergnügliche Schlittenfahrt endet bei ihm auf Großstadtstraßen mit schrägem Autohupen, dargestellt durch scharfe Blechbläserdissonanzen. Viel Spaß dabei zeigte auch Karsten Oliver Wöllm, ein begnadeter Entertainer, der mit seinem sonoren Bariton kreative Scat-Improvisationen nicht scheut - eine Überraschung und ein Glücksfall. Ein Vokalist, der sich vor dieser Big Band derart couragiert ins Zeug legt - dies gab es zuvor leider nie. Gratulation!

Sichtlich Gefallen an der neuerlichen Weihnachtsdarbietung der swingenden Art hatte auch das der städtischen Musikschule angeschlossene Ensemble, aus dessen Reihen immer wieder kurze Soli beigesteuert wurden.

Für den herzlichen Applaus bedankte sich die Big Band Schwäbisch Hall mit einer Minimalversion des ohrwurmigen ABBA-Schlagers "Thank You For The Music".

Info Das nächste Konzert der Haller Big Band findet anlässlich des 10. Jazz-Art-Festivals am 3. April in der Sonnenhof-Arche statt.

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