Hähnewettkrähen in Untersontheim: Sieger ruft 52 Mal in nur 30 Minuten

Der Höhepunkt des zweitägigen Sommerfests von Gesangverein und Kleintierzuchtverein Untersontheim ist das Hähnewettkrähen am Sonntag. Amüsiert verfolgten die Zuschauer das Spektakel.

|
Zuschauen, zuhören und mitzählen: Welcher Hahn ruft am häufigsten?  Foto: 

Das Hähnewettkrähen verläuft im Gegensatz zu anderen, blutigen Hähnewettkämpfen vollkommen friedlich. Die Menschen nehmen diesen Ruf, das Kikeriki, unterschiedlich wahr. Die Franzosen hören "cocorico", die Polen "kukuryku", die Schweden "kuckeliku" und die Spanier beispielsweise "quiquiriqui". Um dieses Krähen ging es am Sonntagmorgen also beim Hähnewettschreien in Untersontheim.

Die Wettkampfregel ist einfach: Der Hahn, der in einer halben Stunde am meisten schreit, hat gewonnen. 17 Hähne standen bereit. Manche Hähne krähten schon vor dem Start. Ein Besitzer fürchtete, sein Hahn könne sich zu früh verausgaben und ermahnte ihn: "Komm, halt die Gosch." Ein anderer Besucher fragte: "Was habt ihr denen gefüttert, dass sie jetzt schon so wild sind?" Ein weiterer Züchter plauderte: "Ich hab ihm die Fritteuse gezeigt und gesagt: Da kommst du rein, wenn du nicht krähst." Ein Hahn kommt fast zu spät zum Wettbewerb. "Hasch` ihn noch trainiert?", wollten die anderen wissen. Der Vorjahressieger, Hannibal, wurde von seinem Züchter angeblich drei Stunden vor dem Wettkampf im Dunkeln gehalten, damit er denkt, beim Start bricht der Tag an. Aber er war wohl übertrainiert. Dieses Jahr war sein Nachfolger Hannibal II am Start.

Nach 30 Minuten standen die Sieger fest: Huhnbert, der Hahn von Nele Neshyba, hat 52 Mal gekräht. "Der ist immer so", meint Nele Neshyba, "das ist schon fast Lärmbelästigung". Den zweiten Preis gewann Patrick Blinkle mit Hansi, der 50 Mal krähte. Marius Braun gewann mit seinem Georg, der 21 Mal krähte, den dritten Preis, dicht gefolgt von Jürgen Däschler, dessen Hannibal II es auf 20 Schreie brachte. Hocherfreut begab sich nach diesem Schaukampf das Publikum zum Mittagessen. Es gab Schnitzel und Steak mit Kartoffelsalat - nicht gebratene Hähnchen.

Hackordnung bestimmt, welcher Hahn Rufen darf

Forschung Nicht etwa der Hahn, der als erster morgens wach ist, kräht als erster auf dem Hühnerhof. Es kräht immer der Hahn, der an der Spitze der Hackordnung steht. Dies hat vor kurzem die Wissenschaftszeitung Spektrum berichtet. Tsuyoshi Shimmura und Takashi Yoshimura von der Univerität Nagoya in Japan untersuchten die soziale Hierarchie von Hühnern und entdeckten, dass diese nicht nur festlegt, welcher Hahn als erster kräht, sondern auch, in welcher Reihenfolge die restlichen Geflügeltiere einsetzen.

Hackordnung Beim Kampf um Futter und Weibchen hacken ranghöhere Hühner rangniedrige mit ihrem Schnabel beiseite. So stabilisiert sich eine Rangordnung - vielmehr Hackordnung -, bei der das Verhalten eines jeden Huhns seine soziale Stellung reflektiert. Im Rahmen der Studie führten die Forscher vier Hähne in einem Käfig zusammen, so dass sich eine soziale Hierarchie festigen konnte. Anschließend wurden die Tiere separiert und ihr Krähverhalten aufgezeichnet. Die Wissenschaftler entdeckten, dass dem obersten Hahn eine ganz spezielle Aufgabe zukommt: Er entscheidet, wann es Zeit ist, aufzustehen. Erst wenn sein Schrei ertönt, ziehen seine Artgenossen nach.

SWP

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Förderung „Zukunftsstarter“: 1500 Euro für Berufsabschluss

Die Agentur für Arbeit unterstützt Menschen auf ihrem Weg zur Fachkraft. weiter lesen