Haalrat-Ehrenmitglied Fritz Leonhardt im Alter von 79 Jahren gestorben

Sein Name ist in Hall eng mit den Siedern verbunden: Fritz Leonhardt. Leidenschaftlich hat er sich im Haalrat engagiert. Am starb er 19. Juni an den Folgen eines schweren Sturzes.

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Kuchen- und Brunnenfest an Pfingsten 2012: Fritz Leonhardt gibt im Haalamt mit dem „Gockel“ in der Hand einen Trinkspruch zum Besten.  Foto: 

In einem Monat hätte er gerne seinen 80. Geburtstag feiern wollen. „G’sunde 90“ wollte Fritz Leonhardt werden – „ja, das war so ein Spruch von ihm“, erzählt Kristian Neidhardt traurig, der seit Jahrzehnten mit Familie Leonhardt freundschaftlich eng verbunden ist. Die Voraussetzungen für Leonhardts Alters-Ziel standen gut. Beim Männerturnen oder mit Krafttraining im Fitnessstudio hat er sich fit gehalten. Zum Skifahren ging er gerne auch mit seinen Enkeln.

Kürzlich bei einem Ausflug mit Freunden geschah es: Fritz Leonhardt stürzte schwer, Halswirbel und Rückenmark wurden verletzt, die Operation in Ludwigsburg überlebte er nicht. Am 19. Juni ist Fritz Leonhardt gestorben.

„Die Sache mach’ ich gern, den Titel hätt’ ich nicht gebraucht“, sagte Leonhardt, als er 2012 zum Haalhauptmann gewählt wurde. Das zeigt auch seine Bescheidenheit. Kristian Neidhardt beschreibt ihn als einen ruhigen, gelassenen und besonnenen Chrarakter: „Äußerlich hat er sich nicht leicht aus der Ruhe bringen lassen.“ Innerlich habe er gewiss oft intensiv nachgedacht und Probleme gewälzt.

Geboren wurde Fritz Leonhardt, dessen Vorfahren um 1500 aus der Gegend um Augsburg nach Hall übersiedelten, am 20. Juli 1936 in Schwäbisch Hall. Sein Onkel war Max Bühler, der nach dem Zweiten Weltkrieg das Haller Unternehmen Optima wieder aufbaute. Leonhardt ist in der Innenstadt aufgewachsen, ging zunächst in Hall in die Schule, besuchte dann die Wirtschaftsoberschule in Stuttgart und machte dort Abitur. Dann studierte er in München und Würzburg Betriebswirtschaft.

Wieder in Schwäbisch Hall stieg er ins Textil- und Bekleidungsgeschäft der Eltern mit ein. „Mit Anfang 30 machte er eine Zusatzausbildung zum Diplomhandelslehrer“, erzählt Kristian Neidhardt. Fritz Leonhardt unterrichtete an der kaufmännischen Schule in Hall, absolvierte die Lehrerlaufbahn und ging schließlich als Oberstudienrat in Ruhestand. Nebenher kümmerte er sich um den kaufmännischen Bereich im Textilgeschäft in der Neuen Straße, das hauptsächlich von seinem Bruder Rudolf geführt wurde.

Fritz Leonhardts Ehefrau Erika ist ebenfalls Hallerin. Zwei Kinder wurden dem Ehepaar geschenkt, und als Großvater konnte sich Leonhardt über fünf Enkelkinder freuen.

In Hall war Leonhardt vielfach engagiert – sei es bei der TSG oder im STC, und vor allem bei den Siedern und beim Verein der Siedensrentenberechtigten zu Schwäbisch Hall. Bereits sein Vater war Haalrat gewesen. Fritz Leonhardt war im Großen Siedershof aktiv, unter anderem als Kuchenträger.

Im Jahr 1979 wurde er zum ersten Mal in den Haalrat gewählt. 2002 übernahm er als stellvertretender Haalhauptmann die Amtsgeschäfte des damaligen Haalhauptmanns Fritz Gräter. „Die Siedensrente muss fließen, so wie früher die Sole floss“, war Leonhardts Parole. 2012 wurde er ins Amt des Haalhauptmanns gewählt. Der Tod von Uli Wenger im August 2014, eine wichtige Säule im Haalamt, hat Leonhardt sehr belastet. Aus gesundheitlichen Gründen gab er das Amt des Haalhauptmanns ab und fand im März 2015 in Kristian Neidhardt seinen Nachfolger. Fritz Leonhardt wurde zum „Ehrenmitglied des Haalrates auf Lebenszeit“ ernannt. Kristian Neidhardt wird Leonhardts besonnene Art in Erinnerung bleiben. Und nicht nur er wird Leonhardts Schlagfertigkeit und seinen trockenen Humor in geselliger Runde vermissen.

Info Die Trauerfeier für Fritz Leonhardt ist am Freitag, 1. Juli, um 11 Uhr in der Haller Michaelskirche.

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