Gute Ernte trotz Trockenheit

Die Getreideernte ist fast gelaufen. Ertrag und Qualität sind trotz der fehlenden Niederschläge erstaunlich gut. Auch mit der Preisentwicklung ist Michael Eißler von der BAG Hohenlohe recht zufrieden.

|
Nach arbeitsreichen Tagen ist die Getreideernte in der Region so gut wie abgeschlossen. Trotz rekordverdächtiger Hitze scheint die Gesamtbilanz der Landwirte positiv auszufallen.  Foto: 

29.000 Tonnen Getreide hat die größte Genossenschaft Württembergs bis letzten Mittwoch erfasst. "Das Niveau vom letzten Jahr mit 30.000 Tonnen erreichen wir auf jeden Fall", stellt BAG-Chef Michael Eißler fest. Angesichts der wenigen Niederschläge sei er positiv überrascht und auch mit der Qualität sehr zufrieden. Erstmals vermarktet die BAG heuer Dinkel, der die letzten Jahre relativ knapp war. "Dieses Jahr gibt es zwar mehr, aber wir haben schon alles an den Mann gebracht", so Eißler.

Noch nicht ganz abgeschlossen ist die Weizenernte. In den Lagerhäusern Sulzdorf und Eckartshausen fehlt er noch, und auch auf der Ostalb ist die Ernte noch in vollem Gang. Im westlichen Einzugsgebiet der BAG gibt es recht hohe Erträge von acht bis neun Tonnen pro Hektar, aber der Proteingehalt scheint auch in diesem Jahr schwächer auszufallen, heißt es im Erntebericht der BAG. Dagegen erreicht das Naturalgewicht bis zu 88 Kilogramm pro Hektoliter, ein Hinweis auf gute Qualität.

Die Erzeugerpreise für Weizen liegen für die A-Qualität bei 15 bis 16 Euro pro 100 Kilogramm, für B-Weizen erhalten die Landwirte rund 15 Euro. "Insgesamt ist die Preisentwicklung beim Getreide im Vergleich zu 2014 ganz gut und deutlich positiver als bei Milch und Schweinen", erklärt Eißler.

Auch die Gerste hat dieses Jahr gute Qualität, Aber der Ertrag streut breit: zwischen vier und zehn Tonnen pro Hektar je nach Lage. "Die schwachen Erträge sind meist auf eine Virusinfektion zurückzuführen", erklärt der BAG-Getreideexperte. Während der überwiegende Teil der Gerste als Tierfutter verwendet wird, kommt die Braugerste in die Bierherstellung. Auch sie hat heuer gute Erträge und den passenden in der Brauerei benötigten Proteingehalt.

Qualitativ gut ist auch der Raps. "Wir haben zwar weniger als im Vorjahr, aber mehr als erwartet", stellt Eißler fest. Über den Hafer, der "bei uns nicht die ganz große Bedeutung hat", kann er noch nicht viel sagen. Er wird an Schweine verfüttert oder in den Mühlen zu Flocken gepresst.

Auch Werner Balbach, stellvertretender Leiter des Landwirtschaftsamts in Ilshofen, hat den Eindruck einer guten Ernte. "Die Wintergerste ist erstaunlich gut trotz Trockenheit und die Erträge sind recht ordentlich: sieben bis neun Tonnen pro Hektar", berichtet er. Auch mit der Rapsernte ist er zufrieden. Vier bis fünf Tonnen kamen von einem Hektar. Am meisten habe der Weizen unter der Trockenheit gelitten. "Da haben wir ein Minus von rund 20 Prozent und nur sechs bis sieben Tonnen pro Hektar", weiß er.

Die Trockenheit speziell zur Ernte sei bei den Erbsen günstig gewesen. "Die Erbse ist bei uns als Eiweißlieferant nur eine Randkultur, aber die Bauern konnten damit heuer ihre Greening-Verpflichtungen erfüllen", erklärt er. Damit sichern sie sich Fördergelder. Schwierigkeiten sieht er beim Mais, vor allem im nördlichen Kreisgebiet, wo es extrem wenig geregnet hat. "Er wird wohl vertrocknen", befürchtet er. Ein Problem für die Milchviehhalter, die Mais als Futter brauchen.

Die bisherige Ernte in Zahlen

Bis zum vergangenen Mittwoch hat die BAG folgende Mengen an Getreide und Ölsaaten erfasst: Raps 4800 Tonnen, Futtergerste 4800 Tonnen, Winter- und Sommerbraugerste je 1000 Tonnen, Weizen 14000 Tonnen, davon 1500 Tonnen von der höchsten Qualität (E-Weizen), 7500 Tonnen A-Weizen und 5000 Tonnen B-Weizen, Triticale 900 Tonnen, Dinkel 1500 Tonnen und Hafer 473 Tonnen.

SIBA

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Freilandmuseum Wackershofen wird wintertauglich gemacht

Wenn das Hohenloher Freilandmuseum in den Winterschlaf geht, bleiben die Mitarbeiter hellwach: 2018 wird vorbereitet. weiter lesen