Grüne sind dagegen

Verwaltung, beteiligte Akteure und Beratungsfirma haben eine Markenstrategie für die Stadt Hall entwickelt. Bis auf die Grünen stimmten alle Fraktionen der Ausarbeitung und weiteren Umsetzung der Strategie zu.

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"Wir halten eine Markenstrategie für die Stadt nicht für sinnvoll. Das Ergebnis bestätigt nun unsere Einschätzung", sagt Jutta Niemann (Bündnis 90/Die Grünen). Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende bemängelt, dass die Jugend bislang komplett im Entwicklungsprozess gefehlt habe. Es funktioniere nicht, eine Stadt wie Schwäbisch Hall auf einen Wert zu kompromieren. Das sei viel zu komplex, die Stadt zu vielfältig.

Die alleinige Konzentration auf Wachsum greife viel zu kurz, macht Niemann deutlich. Sinnvoller wäre gewesen, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie Wachstum ohne zunehmenden Flächen- und Ressourcenverbrauch möglich sei. Die Verwaltungsspitze sei vier volle Tage damit beschäftigt gewesen. "Wieviel Geld wurde dafür ausgegeben?" fragt Niemann. "Rund 50000 Euro", antwortet Hermann-Josef Pelgrim später. Es wäre viel sinnvoller gewesen, dieses Geld und diese Zeit in die Entwicklung von Beteiligungsprozessen von Bürgern in der Stadt zu investieren, bedauert die grüne Kommunalpolitikerin.

Alle anderen Fraktionen stimmen der ausgearbeiteten Markenstrategie zu und sind für die weitere Umsetzung, haben aber noch einige Anmerkungen. "Der Slogan sollte kürzer und griffiger sein, da bricht man sich ja fast die Zunge", sagt Andrea Härterich (CDU). Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende macht ansonsten deutlich, dass auf die ausgearbeitete Markenstrategie nun eine Marketingstrategie folgen müsse, um die theoretisch-strategischen Inhalte mit Leben zu füllen, in den Vordergrund zu bringen, spürbar zu machen. "Liebenswertes Schwäbisch Hall wäre noch eine wünschenswerte Botschaft", sagt Helmut Kaiser (SPD). Der Fraktionsvorsitzende hofft, dass die Stadt im Markenprozess nicht zu überheblich rüberkommt, sondern auch noch sympathisch wirkt.

Es sei wichtig, dass diese markenstrategische Entwicklung nun auch so aufgenommen und umgesetzt werde, sagt Ruth Schmalzriedt (FWV).

"Dass die Stadt wie eine Familie zusammenhält, wirkt doch etwas weltfremd. Es gibt Schulklassen, in denen zwei Drittel der Schüler aus gescheiterten Familien kommen", macht Thomas Preisendanz (FDP) deutlich. Der Fraktionsvorsitzende glaubt aber, dass bei den vielen unterschiedlichen Werten für jeden etwas dabei sei, mit dem er etwas anfangen könne. Der Prozess sollte nun gemeinsam mit Bürgern weiterentwickelt werden. Es sei zudem entscheidend beim Blick auf die Konkurrenz mit anderen Kommunen, die eigenen guten Leistungen auch entsprechend zu kommunizieren und zu verkaufen.

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