Große Suchaktion nach 51-Jährigem sorgt für Wirbel

Die große Suchaktion nach einem Bewohner des Lindenhofes in Mainhardt hat in der vergangenen Woche für Wirbel gesorgt. "Anrufer vermuteten, in der Schule sei etwas vorgefallen", sagt Damian Komor.

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Ein Polizeihubschrauber hat in der Nacht von Donnerstag auf Freitag und auch am Freitag tief über dem Ort gekreist. Einige Mainhardter haben deswegen im Rathaus angerufen. "Die meisten Anrufer hatten befürchtet, in der Schule sei etwas passiert", erklärt Bürgermeister Damian Komor. Er selbst habe sich bei der Polizei nach dem Sachverhalt erkundigt. In Sachen Schule konnte er die Eltern beruhigen. Es war ein Bewohner des Alten- und Pflegeheims Lindenhof, nach dem gesucht worden war.

Der gesuchte Mann wollte die Mutter in Heilbronn besuchen

"Viele Bürger in Mainhardt möchten wissen, was genau sich ereignet hat", schreibt Martin Seibert, Geschäftsführer des Lindenhofs, in einer umfangreichen Pressemitteilung. Er geht zuerst auf den Gesundheitszustand des Mannes, der später in Heilbronn gefunden worden war, ein. Der 51-Jährige befinde sich in einem Krankenhaus.

Seibert fasst das Geschehen so zusammen: Am Donnerstagabend vergangener Woche habe der Bewohner am späten Abend die Fensterscheibe einer Fluchttür zerbrochen, sich dabei verletzt und das Gelände des Heims verlassen. Obwohl er sofort gesucht worden sei, habe man ihn im direkten Umfeld nicht finden können. "Wegen der offenkundigen Verletzung und wegen der winterlichen Außentemperaturen" sei vor allem zur Sicherheit des Bewohners gemeinsam mit der Polizei die Suche gestartet worden, so Seibert. Blutspuren am zerbrochenen Fenster sowie die Tatsache, dass der Bewohner das Haus ohne Winterjacke verlassen hatte, hätten diesen Schritt nötig gemacht.

Nach der erfolglosen nächtlichen Suche sei die Aktion am Freitag mit einem Hubschrauber, der Feuerwehr und einer Hundestaffel fortgesetzt worden. Nach Hinweisen sei der Bewohner wenig später in Heilbronn aufgefunden worden. Dort habe er offenbar seine Mutter besuchen wollen. Deshalb hatte er wohl die Einrichtung unerlaubt verlassen. Zur Behandlung der Schnittverletzungen sowie einer leichten Unterkühlung befinde sich der Mann vorübergehend im Krankenhaus.

Die intensiven Suchaktivitäten seien von der Polizei ausschließlich eingeleitet worden, weil für den Bewohner eine lebensbedrohliche Situation durch Kälte und Verletzungen befürchtet wurden. "Eine Gefahr für andere ging von ihm zu keinem Zeitpunkt aus", heißt es weiter.

Der Heimbewohner leide an einer psychischen Erkrankung, die dazu führe, dass er erhebliche Gefahren für sich selbst nicht erkennen könne. Aufgrund der Eigengefährdung durch Fehleinschätzungen der bedenklichen Situationen lebe er per richterlichem Unterbringungsbeschluss im beschützten Bereich des Lindenhofes. Generell seien in den beschützten Bereichen Menschen mit Erkrankungen wie psychischen oder neurologischen Störungen nach Unfällen, Schizophrenien, Suchterkrankungen oder auch Depressionen untergebracht, die einer besonderen Fürsorge und Pflege bedürften. Sie lebten in gesonderten beschützten Wohngruppen. Bevor ein Bewohner in diese Wohngruppen einziehen könne, werde sein Verhalten intensiv durch Pflegende, Ärzte und Therapeuten begutachtet. Nur wenn diese Begutachtung positiv ausfalle, erfolge eine Aufnahme im Lindenhof. Dort wohnten ausschließlich Bewohner, von denen keine Gefährdung ausgehe. "Forensische Patienten oder psychisch Kranke, die Straftaten begangen haben, werden nicht im Lindenhof aufgenommen", bekräftigt Seibert. Benötigten Bewohner eine intensive ärztliche Behandlung, würden sie ins Klinikum am Weissenhof in Weinsberg verlegt.

"Viele unserer Mitarbeiter leben in Mainhardt und der Umgebung und haben in den letzten Tagen immer wieder Gespräche mit Nachbarn und Anwohnern geführt. Wir danken für das Verständnis, das unserer Arbeit vor Ort entgegengebracht wird", so Seibert.

Info Wer sich selbst ein Bild von den beschützten Stationen und den Heimbewohnern machen wolle, sei zu einem persönlichen Besuch eingeladen. Interessenten mögen sich auch bei weiteren Fragen an Heimleiterin Sachse oder Pflegedienstleiterin Setzer unter der Telefonnummer 07903/919165 wenden.

Vermisster Mann aus Pflegeheim ist gefunden

Suche nach 51-Jährigem

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