Geld im Tresor? Unsinn

Wollen Banken Geld bei der EZB bunkern, bekommen sie dafür keine Zinsen mehr - sie müssen dafür bezahlen. Wohin also mit dem Geld?

|
Keine Probleme mit den EZB-Vorgaben: Thomas Lützelberger (links), Chef der Sparkasse Schwäbisch Hall-Crailsheim und Eberhard Spies, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim sehen den Änderungen gelassen entgegen. Beide Banken betrifft die Regelung nicht.  Foto: 

Legen Sparkasse und VR-Bank künftig Bares in ihre Tresore?

Nein. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Zinsen für Einlagen am Donnerstag unter die Schwelle von null gelegt. Einlagen bei der EBZ bringen Banken damit keine Guthabenzinsen mehr, sie kosten sogar. In vielen Medien ist die Rede von "Euro-Strafzins" oder von "Parkgebühr". Die Vorstandsvorsitzenden der heimischen Kreditinstitute Thomas Lützelberger (Sparkasse) und Eberhard Spies (VR-Bank) betonen, dass sie kein Geld bei der Europäischen Zentralbank anlegen und deshalb von den Minuszinsen nicht betroffen sind. Die Verbände der Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken versprechen sogar, dass die Mitgliedsinstitute ihren Kunden keine Negativzinsen in Rechnung stellen werden.

Stefan Winter, Vorsitzender des Verbandes der Auslandsbanken, wird von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung allerdings mit den Worten zitiert: "Wir haben in Volkswirtschaften mit Negativzinsen immer wieder beobachten können, dass die Kreditkosten gestiegen sind." Diesen Punkt zählt auch Bundesbank-Chef Jens Weidmann als mögliche Folge des Minuszinses für die Kunden auf.

Was machen die Regionalbanken mit ihrer überschüssigen Liquidität?

Eine Möglichkeit wäre es, das Geld in die eigenen Tresore zu legen. Dort bringt es nichts, aber wenigstens kostet es auch scheinbar nichts. Diese Möglichkeit wurde in den zurückliegenden Tagen oft und gerne erörtert, sie sei aber abwegig, wie beide heimischen Bankchefs unmissverständlich darlegen. "Bargeld in Tresoren zu lagern, ist völliger Unsinn! Dies wäre vergleichbar mit dem Sparstrumpf der Privatperson zu Hause", lässt Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Thomas Lützelberger ausrichten.

Beide regionalen Institute seien darauf bedacht, die Einlagen von Kunden aus der Region - überwiegend der Landkreis Hall - nach Möglichkeit dort wieder an Privatpersonen und Unternehmen als Kredite zu vermitteln. Geld, dass darüber hinaus bleibt, lege die VR-Bank in Wertpapieren verschiedenster Sorten an. Diese seien überwiegend festverzinslich und mit unterschiedlichen Laufzeiten versehen, erklärt Eberhard Spies. Eine Lagerung von Bargeld in Tresoren berge ein Risiko, das letztlich hoch und teuer versichert werden müsse, so der VR-Bank-Chef. Außerdem fehle der Platz dafür.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Weichen für neuen Bauhof gestellt

Der Michelfelder Gemeinderat vergibt erste Arbeiten für den Wiederaufbau in Erlin. Im Sommer 2018 soll das fast zwei Millionen Euro teure Projekt abgeschlossen sein. weiter lesen