Gegen Gewalt antanzen

Mit Samba-Klängen gegen die Gewalt an Frauen demonstrieren: Das Haller Frauenzentrum hat zur Tanz-Demo rund 100 Teilnehmer mobilisiert.

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Tanzen gegen Gewalt auf dem Marktplatz: In Hall schließen sich 100 Demonstrantinnen der Aktion an, die eine Milliarde Menschen aktivieren soll. Foto: Ufuk Arslan

Lateinamerikanische Rhythmen dringen aus mobilen Lautsprechern, rund 100 Frauen stehen am Freitag auf der Straße vor dem Haller Frauenzentrum, das Räume im Alten Schlachthaus nutzt. Manche tragen grelle Warnwesten, so dass man sie nicht übersehen kann. Andere von ihnen halten Schilder in ihren Händen und recken diese in die Höhe: "Nie wieder Vergewaltigung", "Achtung der Menschenrechte und Gerechtigkeit für alle" oder "Wenn sich Frauen auf Frauen beziehen, verändern sie die Welt" - Sprüche wie diese ist auf ihnen zu lesen.

Es ist Valentinstag, der Tag der Liebenden. Doch nicht immer bestimmt ein liebevoller Umgang den Alltag von Frauen, das Miteinander in Beziehungen. Allzu oft dominieren Gewalt, sexuelle Übergriffe oder Unterdrückung das zwischenmenschliche Miteinander. Jede vierte Frau sei allein in Deutschland davon betroffen, jede dritte weltweit - teilen die Veranstalter mit.

"Wir erheben uns für ein Ende der Gewalt an Frauen und Mädchen - und zwar heute", sagt Gwendolin Altenhöfer, Vorstandsmitglied des Frauenzentrums in Schwäbisch Hall. Dafür hatte das Frauenzentrum zu einer Tanzdemonstration durch die Haller Innenstadt eingeladen: "One Billion Rising" heißt die internationale Aktion.

Nach einer kurzen Ansprache durch die Veranstalter setzt sich der Tross laut und bunt durch die Innenstadt in Bewegung. Sie wollen gesehen und gehört werden - dafür sorgen auch die Mitglieder von Trommelgruppe Samba Salina, die mit ihren kraftvollen Trommelschlägen die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich ziehen. Erste Station ist der Haller Marktplatz. Weiter geht es die Neue Straße hinunter, hin zum Grasmarkt, über das Kocherquartier, schließlich zurück zum Frauenzentrum. Überall wird innegehalten, kurze Reden werden gehalten.

"Wir wollen auf das Thema Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam machen", fasst Altenhöfer das Ziel der Veranstaltung zusammen. Zu viele Frauen auf der Welt würden täglich Gewalt erfahren, allzu oft würde darüber jedoch geschwiegen. "Das ist noch immer ein Tabuthema in der Gesellschaft. Das wollen wir aufbrechen und den Menschen klar machen, dass sie dennoch stattfindet." Man müsse das Thema dauerhaft in den Köpfen präsent sein, dann könne vielleicht endlich Abhilfe geschaffen werden. "Zeit werden würde es", hofft Altenhöfer.

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