Gasti "klar auf Expansionskurs"

Derzeit hat der Haller Spezialmaschinenbauer Gasti 54 Mitarbeiter. Bald schon sollen es 72 sein. 2013 ist ein Umsatz-Plus um 100 Prozent auf 17 Millionen Euro vorgesehen. Der Standort Hall sei sicher.

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Dr. Heinrich Sielmann erklärt die Funktion einer Abfüll- und Verschließmaschine. Klaus Lindenmeyer, Hermann-Josef Pelgrim, Hartmut Baumann, Bettina Wilhelm, Martin Lindner, Helmut Kaiser, Andrea Hermann (von links) und Thomas Preisendanz (hinten) hören aufmerksam zu. Foto: just

Am Montag war der Haller Wirtschaftsförderungsausschuss, mit Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim an der Spitze, zu Gast bei Gasti in der Raiffeisenstraße. Dort informierten Geschäftsführer Dr. Heinrich Sielmann und Werksleiter Kurt Wolf über die neuen Entwicklungen des Unternehmens, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1900 zurück reichen.

Gasti war bis in die Achtziger Jahre ein Familienunternehmen, dann wurde es an den Automobil- und Rüstungskonzern Rheinmetall verkauft, später ging es an Jagenberg, dann an die Industriewerke Karlsruhe/Augsburg (IWKA), bevor sich Finanzinvestoren engagierten. Die Gesellschaft wurde umstrukturiert, die Montage verlegt, Hall auf Service und Entwicklung reduziert. Infolge dessen entfernte sich Gasti weit von der alten Pracht mit knapp 400 Mitarbeitern.

Gasti ist längst ein Teil der Oystar-Group. Diese bezeichnet sich als "weltweit führenden Anbieter von Gesamtlösungen für Verpackungsmaschinen". Es gibt zehn Produktionsstätten. Die Oystar Holding GmbH hat ihren Sitz in Stutensee nahe Karlsruhe.

Die Strategie ist geändert, bei Gasti im Haller Osten werden wieder Spezialmaschinen hergestellt, mit denen Becher befüllt und verschlossen werden. Das Hauptgeschäft ist die Entwicklung und Herstellung von Maschinen, die Joghurt abfüllen - beispielsweise für den Branchenriesen Müller-Milch.

Geschäftsführer Heinrich Sielmann und Werksleiter Kurt Wolf zeichneten vor Mitgliedern des Gemeinderats und Wirtschaftsförderer Klaus Lindenmeyer ein überaus positives Bild: Der Oystar-Konzern verlege das Neumaschinengeschäft wieder mehr nach Hall. Dort seien Konstruktion und Herstellung an einem Ort konzentriert, was viele Kunden als Vorteil sehen. Im Augenblick habe das Unternehmen dermaßen viel zu tun, dass Fachkräfte dringend gesucht werden.

Sielmann und Wolf gehen davon aus, dass der Umsatz nach dem Sprung in diesem Jahr bis 2015 jährlich um 20 Prozent gesteigert wird. Der Standort Hall sei gesichert - auch für den Fall, dass das Unternehmen erneut verkauft wird. Dies wäre für die beiden Manager keine Überraschung, wie sie betonten.

Heinrich Sielmann ist seit fünf Monaten Geschäftsführer. Dass Gasti in Hall nach wie vor einen guten Ruf hat, habe er bei der Wohnungssuche in Gesprächen mit möglichen Vermietern erfahren. Fündig geworden ist der gebürtige Dortmunder in Steinbach.

"Wir sind ganz klar auf Expansionskurs, unsere Auftragsbücher sind gefüllt", sagte Dr. Sielmann. Gasti biete Maschinen in allen Hygieneklassen an mit einer Kapazität zwischen 5000 und 30000 Füllungen in der Stunde.

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