Ganztagesbetreuung immer beliebter

Das Angebot der Gemeinde an der Michelbacher Grundschule kommt sehr gut an. Die Eltern schätzen das flexible, zuverlässige und abwechslungsreiche Angebot.

|
Dinela Mack gibt Yuma, Edgar und Aaron einen Extracklecks Soße auf den Teller.  Foto: 

Kurz vor halb eins – der Unterricht ist für heute beendet. Trotzdem bleiben an diesem Dienstag rund 35 der 125 Grundschüler in der Ganztagsbetreuung. In Zweierreihen warten sie, bis Regina Ulmer durchgezählt hat, um sicher zu sein, dass niemand fehlt. Die gelernte Erzieherin begleitet die Kinder mit zwei Kolleginnen in die Mensa des Evangelischen Schulzentrums. Die drei sind ein eingespieltes Team, das sich von den aufgeweckten, hungrigen Kindern nicht aus der Ruhe bringen lässt.

„Oh, Spätzle!“, ruft ein Mädchen, als sie die Mensa betreten. „Nicht schon wieder“ und „lecker Gulasch“ tönt es aus einer anderen Richtung. Als alle einen gefüllten Teller vor sich stehen haben, nehmen sie sich bei den Händen und wünschen einander guten Appetit. Später räumt jeder seinen Teller auf den Geschirrwagen. „Regeln sind uns wichtig“, erklärt die langjährige Kerni-Mitarbeiterin Regina Ulmen. „Wenn die Kinder nach dem Unterricht um 12 Uhr zu uns kommen, begrüßen sie  immer erst die Kollegin, die am Schreibtisch sitzt. Erst dann gehen sie spielen“, nennt sie als Beispiel.

Betreuung kein Makel

Die Kinder bleiben gern in der Kerni, wie das Angebot, das auch morgens von 7.30 bis 8.30 Uhr gilt, offiziell heißt. „Für sie ist das ganz normal. Die Eltern empfinden es auch nicht mehr als Makel, ihr Kind in die Betreuung zu geben, da hat sich viel geändert“, stellt der Elternbeiratsvorsitzende Markus Rückl fest. „Anfangs bei der Einführung der Ganztagsschule waren die Eltern noch zögerlich, aber dann haben sie gemerkt, dass das Angebot passt und die Hausaufgabenbetreuung gut ist. Der Bedarf ist dann von Jahr zu Jahr deutlich gestiegen“, erinnert sich Schulleiter Jens Sommer. „Der Bedarf entsteht aus der Qualität des Angebots“, ist er sicher. Dass es gut ankommt, merke er auch daran, dass die Eltern inzwischen weniger Fragen zur Ganztagsschule stellen, meint er. Schon bei der Anmeldung zur Einschulung können sie sich beim Schulleiter und den Kerni-Mitarbeiterinnen informieren.

Aktuell nutzen 66 Kinder zumindest einen Tag pro Woche das Angebot der Gemeinde. „Am Donnerstag, wenn Mittagsschule ist, gehen wir in zwei Schichten mit je 30 Kindern in die Mensa“, berichtet Mitarbeiterin Veronika Miermeister. Mit der personellen Besetzung sind die Betreuerinnen zufrieden. „Ein ganz dickes Lob an die Gemeinde“, betont Dinela Mack.

Kim und Leonie, zwei Drittklässlerinnen, kommen täglich. Auf dem Rückweg aus der Mensa geht ihnen auch heute der Gesprächsstoff nicht aus. Zurück in der Schule holen sie unaufgefordert ihre Schulranzen und verschwinden in einem der drei Klassenzimmer, wo ab 13.30 Uhr die Hausaufgabenbetreuung stattfindet. Hier herrscht eine ruhige und konzentrierte Atmosphäre. Angela Heinkel, die sowohl in der Kerni  wie auch in der Hausaufgabenbetreuung arbeitet, kümmert sich um zwei Erstklässler, die Unterstützung brauchen – selbstverständlich ganz leise, um die anderen nicht zu stören.

Ab 14.30 Uhr ist wieder Freizeit angesagt. Etwa 15 Kinder bleiben dienstags bis 16 Uhr. Regina Ulmer kontrolliert, ob alle angemeldeten Kinder tatsächlich da sind. Dann schickt sie sie auf den Spielplatz, damit sie nach dem vielen Sitzen ihren Bewegungsdrang ausleben können. Später will sie mit ihnen noch Waffeln backen – und gemeinsam essen.

Noch vor den Sommerferien bekommt die Kerni einen zweiten Spielraum, um die Kinder je nach Alter aufzuteilen. Für die Gemeinde, die die Kerni größtenteils finanziert, hat sie den gleichen hohen Stellenwert wie die Kindergärten. „Weil sie einen ganz  wichtigen Teil unserer durchgängig gestalteten Ganztagesbetreuung darstellt“, so  Bürgermeister Werner Dörr.

Auch Vereine sind in die Betreuung mit eingebunden. Dieses Schuljahr engagiert sich der Michelbacher Tennis-
club, und die TSG Hall bietet eine Handball-AG an.
Das Angebot kostet jährlich rund 125 000 Euro. Über Elternbeiträge und Landeszuschüsse sind 39 000 Euro abgedeckt. Den Rest von rund 86 000 Euro schießt die Gemeinde jährlich zu.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Mit dem Pedelec zum Ferienhaus. Nach Spanien. Mit 75.

Volkmar Gessinger aus Hall schwingt sich ohne große Vorbereitung auf sein Pedelec und radelt gen Spanien. Der 74-Jährige fährt 2700 Kilometer und lernt viel in den 31 Tagen, die er unterwegs ist. weiter lesen