Ganz nah an der Wirklichkeit

„Die Vorletzten“ bringen die gut 60 Gäste im Mutterhaus des Diaks zum Lachen und zum Nachdenken.

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Pfarrer Søren Schwesig und Peter Schaal-Ahlers

Søren Schwesig steht im Flur des Mutterhauses. „Schön, Sie zu sehen!“ Immer wieder sagt er diesen Satz. Zu Menschen, die einst seiner Gemeinde angehörten, als er noch Pfarrer in der Johannes-Brenz-Gemeinde war. Auch sein Komikerkollege Peter Schaal-Ahlers ist bekannt. Er war Pfarrer in Mainhardt.

Die beiden, schwarze Hose, schwarzes Hemd, schwarzes Jackett, beginnen damit, sich ein bisschen zu streiten.  „Du hast mir den Parkplatz weggenommen“, ist der Vorwurf. Es folgen allerhand Beschimpfungen. „Bist ein Weich­ei, das sich an der Supermarktkasse artig hinten anstellt anstatt sich vorzudrängeln.“ Kurz nichts, dann: „Ja so bin ich.“

Authentisch stellen die beiden vier Typen der Gesellschaft vor. Schaal-Ahlers mimt den Konservativen, der im Gartenbauverein Mitglied ist,  CDU-Wähler mit abnehmender Begeisterung, der über die lang schlafende Nachbarin lästert, dem der Euro noch ein Fremdling ist, sein Geld in Gold und Aktien steckt und in einer Mietskaserne in Bad Cannstatt wohnt. Natürlich darf die Kehrwoche in der Aufzählung nicht fehlen.

Søren Schwesig spielt die Etablierte. Die Doppelnamenfrau, die in Stuttgart wohnt, in deren Sätze immer wieder Worte wie „Tiefe“ und „Dichte“ fallen und die in Zermatt Wellness macht.

Schaal-Ahlers schlüpft in die Rolle von Achim aus der bürgerlichen Mitte. Verheiratet mit Sandra, die Kinder heißen Kevin und Sabrina. Im Urlaub an die Costa del Sol, ansonsten in den Schrebergarten. Jeden Sonntag grillen, und die Gartenarbeit machen die Gardena-Geräte.

Es könnte abgegriffen klingen, tut es aber nicht. Warum? Weil die beiden Kabarettisten dabei so herrlich authentisch sind. Als merkten sie nicht, dass sie lustig sind. Als wollten sie das vielleicht auch gar nicht sein.

Søren Schwesig, blond, sympathisch, Typ perfekter Schwiegersohn, Peter Schaal-Ahlers, eher der Altrocker, dunkle Haare, unrasiert, derbe Ausdrücke in reinstem Schwäbisch, die ihm zum Teil auf der Bühne erst einzufallen scheinen. Mann und Frau und ihre immer gleichen Themen. „Wie es ihm geht? Frag seine Frau!“ Vom Mann, der, wenn es ihm schlecht geht, in den Baumarkt fährt. Klassiker, aber immer wieder lustig. Wenn es gut gemacht ist.

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