Gefälschte Tonträger: Gab es Hintermänner im Raum Hall?

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart lässt wegen millionenfach gefälschter Tonträger weiter auf Hochtouren ermitteln.

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Ein 60-Jähriger aus Esslingen sitzt in Stammheim in U-Haft, nachdem die Ermittler rund zwei Millionen gefälschter Tonträger gefunden haben, zum Teil in einer Halle bei Hall sowie in Göppingen und Polen.

Jetzt richtet die Staatsanwaltschaft Stuttgart den Fokus auf die Vertriebswege sowie die Presswerke in Deutschland und Polen. „Normal gibt der Auftraggeber eine Erklärung mit dem Einverständnis des Urhebers ab“, sagt Staatsanwalt Jan Holzner. Erst dann würden CDs, DVDs und Schallplatten produziert. Ob es hier zu Täuschungen gekommen ist, müsse ermittelt werden.

Wesentlich sei die Frage, ob es Hintermänner gegeben hat, insbesondere im Umfeld der Fundorte. So könnten auch in Hall weitere Fische ins Netz gehen. Der Staatsanwalt schweigt daher aus „ermittlungstaktischen Gründen“, wo genau die Hallen liegen und in welcher Beziehung Eigentümer und Täter stehen.

Die im Internet und in kleinen Plattenläden angebotenen Alben sowie Live-Mitschnitte älterer Künstler seien aber wohl als „inoffizielle Versionen“ vermarktet worden. Daher werde dem Haupttäter eine Urheberrechtsverletzung vorgeworfen und kein gewerbsmäßiger Betrug. Statt bis zu zehn Jahren Haft drohen dem 60-Jährigen bis zu fünf Jahre. Der Bundesverband Musikindustrie geht von mehreren Millionen Euro Schaden für die Künstler aus. Unklar ist, wie viel Gewinn die Täter erzielt haben.

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