Fußgänger gehen in Irre: Stadt reagiert mit mehr Schildern

Bauarbeiten auf der Neuen Reifen Steige und an der Stuttgarter Straße behindern den Verkehr. Jetzt verbessert die Verwaltung die Beschilderung.

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Auf gleich zwei Steigen im Haller Westen kommt es zu Behinderungen. Beide Male gibt es Umleitungen. Doch die werfen Fragen auf.

Bei der Sanierung der Neuen Reifensteige wurde für die stadtauswärts gehenden Fußgänger an der Abzweigung Silcherstraße/Scheffelsteige ein nach links weisendes Umleitungsschild aufgestellt. Nun gehen viele Fußgänger die Scheffelsteige hoch, um parallel zur Neuen Reifensteige irgendwann wieder auf diese zu treffen.

Elisabeth und Thomas Jungbluth aus Hall schreiben in einer Mail ans HT: „Die Scheffelsteige hat drei Verzweigungen. Wird die erste parallel zur Reifensteige gewählt, landet man wieder vor einem Gesperrt-Schild. Also gehen die Leute zurück und nehmen den nächsten Abzweig; der hat keinen Durchgang. Sie müssen dann wieder noch weiter zurück. Das ist immer sehr ärgerlich, ein einziges weiteres Schild würde reichen.“ Der Tipp an die Verwaltung hatte Erfolg. Weitere Schilder seien nun installiert worden. Zudem müssten dort Radler das Bike die Treppe hochtragen. Falls sie das nicht wollen, müssten sie einen gewaltigen Umweg nehmen. „Dies war besonders bedauerlich, als vor wenigen Tagen eine Gruppe mit behinderten Radlern hier auflief, die die Räder nicht die Treppe hochtragen konnte“, schreiben die Jungbluths, die dort wohnen.

 Die Stadtverwaltung argumentiert dagegen, dass es gar nicht dazu kommen dürfte, denn der „Radverkehr wird stadtauswärts bereits an der Einmündung der Neue Reifensteige/Ringstraße hin zur Alten Reifensteige offiziell umgeleitet“. Aus diesem Grund dürfte der Radfahrer gar nicht an der Silcherstraße ankommen.

Vollsperrung nötig

„Ist dies trotzdem der Fall, könnte er dennoch über die Scheffelsteige weiterfahren. An deren Ende befindet sich eine kleine Treppe, die mit dem Fahrrad zu Fuß bestiegen werden kann“, antwortet die Verwaltung auf Nachfrage. Fußgänger können über alle benachbarten Straßen und Fußwege ausweichen und Radfahrer zudem aufwärts die Neue Reifensteige nutzen. Es ist allerdings nicht jedermanns Sache, mit dem Rad an der Baustelle vorbei über die holprige Straße zu strampeln.

Diese Regelung gelte bis 5. Juni. Dann wird der Verkehr noch weiter eingeschränkt: Da die Asphaltschicht nur unter einer Vollsperrung aufgebracht werden kann, wird die Neue Reifensteige in den Pfingstferien, voraussichtlich zwischen 6. und 16. Juni, in beiden Richtungen nicht befahrbar sein. Die Fahrbahn wird saniert, der vorhandene Gehweg in einen Geh- und Radweg umgebaut. Um die Sanierung so schnell wie möglich abzuschließen, wird zwischen 6 und 21 Uhr im Zwei-Schicht-System gearbeitet. Die Stadt investiert rund 775 000 Euro.

Um den Weilertunnel bauen zu können, muss der Heimbach unter der Stuttgarter Straße neu verdolt werden. Seit einer Woche ist daher der Fuß- und Radweg vom Gaildorfer Dreieck bis zum Hirschgraben gesperrt. Das Regierungspräsidium schlägt vor: „Die Fußgänger und Radfahrer  werden über eine Umleitung geführt. Die beginnt am Gaildorfer Dreieck und verläuft auf der Gaildorfer Straße hinauf zur Rollhofsteige und anschließend von dort über die Alte Reifensteige in die Innenstadt.“ Doch das sorgt bei Hallern für Kopfschütteln. Warum müssen Fußgänger einen riesigen Umweg machen, wenn es doch in unmittelbarer Umgebung Wege an den Hängen gibt?

Baubürgermeister Peter Klink stellt auf Nachfrage klar: „Auch der Pfarrer-Weißer-Weg ist für Fußgänger offen.“ Viele weitere Pfade an den Hängen seien natürlich weiterhin benutzbar. Radler bittet er, die Baustelle weiträumig zu umfahren, da er schon beobachtet hat, dass es zu gefährlichen Situationen kam. Pedaleure hätten den Radweg trotz Verbotes benutzt. Noch bis 9. Juni ist der Geh- und Radweg an der Stuttgarter Straße gesperrt. Dann ist er für kurze Zeit geöffnet, bis im August der alte Club Alpha abgebrochen wird. Bagger graben die Böschung hinter dem Club teilweise ab. Der ganze Hang wird abgestützt. In dieser Zeit muss der Weg erneut gesperrt werden. tob

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