Frühjahrsempfang der IHK Heilbronn-Franken - Gastredner spricht über magische Dreiecke

Ob alle Chefs am Mittwochmorgen ihre Mitarbeiter in den Arm genommen haben und ihnen auf die Schultern geklopft haben, ist nicht belegt. Aber genau dazu riet Gastredner Frank Straub.

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"Wieviel Widerspruch braucht ein Unternehmen, um erfolgreich zu sein?", fragte Moderatorin Ulrike Hagenbuch vor rund 350 Besuchern. "Viel", antwortete Frank Straub. Der renommierte Unternehmer und Verwaltungsrats-Vorsitzende der Blanco-Gesellschaften ist sich sicher: "Wenn man sich nicht traut, Kritisches zu sagen, dann ist dies das Schlimmste, was es gibt." Eine Kultur der Angst führe in Unternehmen in die falsche Richtung.

"Menschen müssen merken, dass sie gemocht werden"

Kultur war einer der Schlüsselbegriffe, mit denen Frank Straub "die magischen Dreiecke des Managements" vorstellte. Im Umgang mit Mitarbeitern riet der Vorsitzende des Pforzheimer Hochschulrats: "Menschen müssen merken, dass sie gemocht werden. Das kann aber nur vermitteln, wer sich selbst mag." Der Mensch müsse mit sich selbst ins Gericht gehen und sich fragen: Mag ich mich? Nur wer Selbstvertrauen hat, könne anderen Menschen Vertrauen schenken, so der 69-Jährige, der dem Bundesvorstand des CDU-Wirtschaftsrats angehört. Um Mitarbeiter zu motivieren, brauche es keines wissenschaftlichen Programms. "Motivation ist ganz einfach. Man muss nur unterlassen, was demotiviert." Straub spannte den Bogen von Unternehmenswerten über motivierte Mitarbeiter zu Leistungsbereitschaft, Identifikation und Solidarität - am Ende dieser Kette stünden gute Leistungen. "Spaß gehört zur Leistungskultur", so der Gast beim Frühjahrsempfang.

Der Mann, der lange an der Spitze der Blanco-Unternehmensgruppe stand, die sich als Familienbetrieb versteht und zuletzt einen Umsatz von knapp einer Milliarde Euro gemacht hat, bekam viel Applaus an diesem Abend. Dass er sich am Ende seines Ethik-Vortrags zu einem Altherren-Witz hat hinreißen lassen, scheint ihm die Versammlung verziehen zu haben.

Mit dem IHK-Präsidenten Harald Unkelbach teilt Frank Straub das Hobby Tauchen. Unkelbach zog einen Vergleich zum Wirtschaftsleben: Man müsse ein kalkuliertes Risiko eingehen, um etwas zu entdecken. Wichtig seien außerdem absolutes Vertrauen zum Kollegen sowie Respekt vor der Natur.

Der IHK-Präsident machte deutlich, dass sich die Wirtschaft in der Region im zurückliegenden Jahr "hervorragend entwickelt" hat. Und für 2014 herrsche große Zuversicht. Impulse würden gesetzt durch eine verstärkte Binnennachfrage und steigende Exporte, insbesondere in die USA. Den Fachkräftemangel, der Ausbau der A 6, der sich verzögert, und die Auseinandersetzungen mit Russland bezeichnete Unkelbach als Schatten und Nebel, die auf der aktuellen Entwicklung lasteten.

Elke Schweig, Hauptgeschäftsführerin der Kammer, wertete Eigenschaften wie Verantwortungsbewusstsein, Vertrauen und Verlässlichkeit als Eigenschaften eines ehrbaren Kaufmanns. Auch wenn dieses Bild antiquiert sei, es tauge für die Zukunft, so die Juristin.

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