Fotos zeigen die Katastrophe

Johannes Kolb aus Rückertsbronn hat eine DVD mit Videos und Bildern von der Sturzflut in Braunsbach zusammengestellt. Zu sehen ist einiges an bislang unveröffentlichten Material.

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Am Abend des 29. Mai vergangenen Jahres hat Johannes Kolb aus Rückertsbronn schon gehört, dass „etwas Unglaubliches“ in Braunsbach passiert ist. Tags drauf macht sich der passionierte Hobby-Fotograf und Videofilmer mit seiner Kamera auf den Weg ins Tal. Am Grimmbach, wo sich meterhoch die Baumstämme häuften, hat er zuerst gefilmt.

Danach ist er nach Braunsbach gefahren. „Als ich dort war und gesehen habe, was passiert ist, konnte ich aber nicht fotografieren“, erzählt der 72-jährige Rentner, der schon seit rund 40 Jahren das Leben in der Kochertalgemeinde in Bildern festhält. „Das habe ich einfach nicht fertiggebracht, die Leute zu fotografieren, die es so schlimm getroffen hat.“ So geschockt sei er gewesen.

Rund 14 Tage nach der Katastrophe hat Bürgermeister Frank Harsch den ehemaligen Vollerwerbslandwirt dann motiviert, Bilder von der Sturzflut zusammenzustellen. „Er hat den Kontakt hergestellt zu zwölf Personen, die mir Bilder und Videos zur Verfügung gestellt haben“, erzählt Kolb. „Das sind alles Aufnahmen, die nicht im Fernsehen oder in den Zeitungen zu sehen waren.“ Mit einem USB-Stick hat er die Leute besucht. Auf das Speichermedium sind dann die digitalen Dateien überspielt worden. Nachdem alles gesammelt war, hat Kolb angefangen zu sortieren. Mithilfe eines Haller Fotostudios ist dann eine DVD zusammengestellt worden. „Ich habe ja keinen eigenen PC“, erklärt Kolb, der auch schon den Bau der Kochertalbrücke dokumentiert hat. Etwa an drei Nachmittagen hat Kolb mit einem Fotografen an der DVD gearbeitet. Im Oktober vergangenen Jahres hat er das Ergebnis dann Bürgermeister Harsch übergeben. Dann musste Kolb erst einmal ins Krankenhaus.

Im Januar hat die Gemeinde die DVD vervielfältigen lassen. Im Februar ist im Amtsblatt verkündet worden, dass man die Bilder- und Videosammlung im Rathaus bekommen kann. „Gegen eine Spende, die auf das Spendenkonto der Gemeinde kommt“, erklärt Kolb. „Der eine gibt fünf Euro, der andere 20.“ Er habe auch schon von einem Spender gehört, der 50 Euro für zwei DVDs gegeben habe.

Erstauflage ist ausverkauft

Mittlerweile ist die gesamte Erstauflage von 250 DVDs ausverkauft. „Ein Teil ist auch verschenkt worden“, sagt Bürgermeister Harsch. Ein paar Hundert Euro seien da schon an Spenden zusammengekommen, eine genaue Zahl könne er aber noch nicht nennen. Die DVD-Rohlinge seien von der Gemeinde bezahlt worden. „Wir werden jetzt noch neue brennen lassen.“ Der Schultes selber ist übrigens auch mit einem kurzen Video auf dem Silberling vertreten. „Die meisten Sachen, die auf der DVD zu sehen sind, hat ja noch niemand gesehen“, so Harsch. „Das bildet die Realität ab, so wie es am 29. Mai war.“ Es sei enorm wichtig, dass sich jemand mal die Mühe gemacht hat, das alles zu sammeln.

Die DVD umfasst drei Teile. Den Anfang machen rund 15 Minuten an Videomaterial. „Dann sind etwa 180 Fotos zu sehen. Diese bleiben jeweils ein paar Sekunden auf dem Bildschirm“, erzählt Kolb. Den Abschluss macht ein rund 20-minütiges Video, das er am Grimmbach gedreht hat. „Ich hoffe, dass diese DVD die Erinnerung wachhalten kann an diesen denkwürdigen Tag“, so Kolb.

Info In loser Folge wird das HT weitere Bilder aus der DVD von Johannes Kolb zeigen.

Bei Interesse an der DVD „Sturzflut Braunsbach 29. Mai 2016 – Eine Dokumentation von Johannes Kolb“ kann man sich an das Rathaus Braunsbach wenden: Telefon 0 79 06 / 94 09 40, Fax 0 79 06 / 9 40 94 94, E-Mail info@braunsbach.de. Ebenfalls erhältlich ist ein etwa zwölfminütiger Film vom Helferfest unter dem Titel  „Braunsbach sagt Danke“. noa

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