Flugplatz in Diskussion gerückt

Noch bis 31. August können alle Bürger mit einer Nachricht an die Stadtverwaltung Ideen fürs neue Stadtleitbild einbringen. Rund zehn Bürger haben das per Mail getan. Sie fühlen sich von Fluglärm gestört.

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  • Ein Kleinflugzeug landet auf der Graspiste des Sportflugplatzes in Weckrieden. Ende Juli besuchten gleich mehrere französische Piloten Schwäbisch Hall. Einige Anwohner stören sich jedoch am Lärm der Motoren. Archivfoto: Christian Rieger 1/2
    Ein Kleinflugzeug landet auf der Graspiste des Sportflugplatzes in Weckrieden. Ende Juli besuchten gleich mehrere französische Piloten Schwäbisch Hall. Einige Anwohner stören sich jedoch am Lärm der Motoren. Archivfoto: Christian Rieger
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Unter dem "Teilziel 4" steht im Entwurf des Stadtleitbilds, das bis zum Jahr 2025 gelten soll: "Interessenausgleich zwischen Flugplatz und Anwohnerinnen und Anwohnern: Erhalt des Gewerbe- und Sportflugplatzes; keine Weiterentwicklung zum Passagier und Frachtflughafen." Die Gruppe "Airpeace" hat vor einer Woche eine Zeitungsanzeige geschaltet. Sie fordert darin Bürger auf, eine Mail an die Stadtverwaltung zu schreiben, um sich beim Stadtleitbildprozess einzubringen. Und zwar mit dem Ziel, den Sportflugplatz rauszustreichen. Die Begründung: "Es kann nicht Sinn eines Leitbildes sein, eine kleine Interessensgruppe (oftmals nicht ortsansässig) zu unterstützen, die maßgeblich dazu beiträgt, dass die Wohnqualität der Anwohner in Mitleidenschaft gezogen wird."

Robert Gruner, Pressesprecher der Stadt, bestätigt, dass seitdem einige Mails eingetroffen seien, die fast wortgleich die Einschränkung des Flugbetriebes fordern. Bürgerbeteiligung sei ausdrücklich im Stadtleitbildprozess erwünscht. Die Anregungen würden aufgenommen und am 16. September von den Stadträten beraten. Diese wägen ab, was ins Leitbild kommt, bevor en bloc über das rund 40-seitige Werk abgestimmt wird. Das Leitbild ist zwar für die nächsten Jahre in Hall kein Gesetz, soll aber Orientierung bieten fürs Handeln der Verwaltung, der Stadträte und auch wichtiger anderer Akteure in der Stadt.

Doch auch die Piloten haben die Anzeige im Haller Tagblatt gelesen. "Ich werde als Vorsitzender des Luftsportvereins auch eine Mail fürs Stadtleitbild schreiben, bin aber noch nicht dazugekommen", sagt Udo Illig auf Nachfrage. Der Vorsitzende des Luftsportverbands Hall hält vom Vorstoß rein gar nichts. "Wenn man - wie gefordert - den Weckriedener Flugplatz schließt, verlagert sich der Flugbetrieb auf die andere Seite." Dadurch würden sich die Tüngentaler einen Bärendienst erweisen. Je weniger Flugzeuge auf dem Rasenfeld bei Weckrieden starteten, umso mehr nutzten den Hessentaler Flugplatz und umso mehr Maschinen schwebten damit am Luftraum in der Nähe Tüngentals vorbei.

Illig fände sogar das Gegenteil sinnvoll: Wenn mehr Flugbewegungen nach Weckrieden verlagert würden, wäre das eine Entlastung für Tüngental - falls man überhaupt von "Fluglärm" sprechen könne.

Er hält die Anzeige der Airpeace-Leute in der Zeitung für ein Ärgernis. "Wir haben erst vor drei Monaten miteinander geredet. Wir gehen auf die Anliegen ein und nun schießen die Airpeacler quer." Er ist darüber verärgert, dass die Piloten als eine Minderheit dargestellt werden. "Wir haben 500 Mitglieder samt ihrer Familien." Die Gruppe derer, die sich über den angeblichen Fluglärm beschwerten, sei sehr klein.

Außerdem sei ja auch schon viel getan worden, um die Situation zu verbessern. Die Technik sei so vorangeschritten, dass die Propellergeräusche nicht mehr mit jenen von vor zehn Jahren zu vergleichen sein. Zudem seien Übungsflüge von Flugschulen sowieso schon zeitlich eingeschränkt worden, Kunstfliegerei - was die Airpeace-Aktivisten stört - gebe es so gut wie gar nicht.

Was Illig, der selbst nur in drei Kilometer Entfernung zu den beiden Flugplätzen lebt, besonders ärgert ist: "Da baut jemand ein neues Haus in Tüngental. Er unterschreibt, dass er zur Kenntnis nimmt, in Flugplatznähe zu bauen. Und dann beklagt er sich hinterher über den Fluglärm." Mit den alteingessenen Bürgern der Teilorte, die noch die Lärmbelästigung des Militär-Fliegerhorstes kennen, gebe es keine Probleme.

Pilot Illig sagt: "Ich habe mir einen Satz eines Astronauten gemerkt: Ohne Flugzeuge ist der Himmel nur Luft."

Wer auf den beiden Flugplätzen landet
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