Flüchtlingszahlen sinken: Landrat nennt im Sozialausschuss aktuelle Zahlen;

1984 Flüchtlinge sind derzeit in 21 Kreisgemeinden im Landkreis vorläufig untergebracht. Nachfragen gibt es zu Notunterkünften und Anschlussunterbringung.

|

„Die Zugänge sind im Land stark rückläufig. Auch im Landkreis Hall sinkt die Zahl der Flüchtlinge in der vorläufigen Unterbringung kontinuierlich. Die Zahl liegt erstmals wieder unter 2000“, macht Landrat Gerhard Bauer am Dienstag in der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Schulen im Landratsamt deutlich. Er nennt mit 1984 den aktuellen Stand zum 28. Juni 2016.

Wichtiges Ziel: Flüchtlinge vollends aus den Notunterkünften herausbringen. Zwei wurden bereits geschlossen. Flüchtlinge aus der kleinen Turnhalle im Haller Berufsschulzentrum sind nach Michelfeld verlegt worden. Auch die drei Hallen der ehemaligen Firma Sorglos in Crailsheim-Altenmünster wurden nach einer Bettwanzenplage geräumt. Notunterkünfte gibt es derzeit noch in Gaildorf und in Gaildorf-Unterrot. Derzeit sind dort 140 Flüchtlinge untergebracht.

Mit Blick auf die geräumten Sorglos-Hallen kursieren Gerüchte. „Dort sollen Menschen aus Eritrea untergebracht werden“, gibt Wilfried Kraft (Bündnis 90/Die Grünen) diese wieder. An diesen Gerüchten sei nichts dran, macht der Landrat deutlich. Die Notunterkünfte werden weiter bereitgehalten, weil völlig unklar sei, wie sich die Zugänge von Flüchtlingen in den Landkreis Hall entwickeln werden. Das sei eine reine Vorsichtsmaßnahme. Deshalb laufe auch der Ausbau der Kapazitäten zur vorläufigen Unterbringung weiter, antwortet Gerhard Bauer auf eine ähnliche Nachfrage von Bettina Wilhelm (SPD). In der Halle gegenüber würden Sachen gelagert, deshalb entstünden solche Gerüchte, hat Jens Zielosko (CDU) noch eine Antwort auf die Nachfrage von Kraft zur Nutzung der Sorglos-Hallen in Crailsheim-Altenmünster.

„Wir sollten weitere Belegungen in Kirchberg vermeiden. Die Gemeinde ist überproportional belastet“, macht Siegfried Trittner (Freie) auf ein Problem aufmerksam. Er sei zu einer Podiumsdiskussion zu diesem Thema eingeladen worden. Der Kreisrat plädiert mit Blick auf die vorläufige Unterbringung in den Kreisgemeinden für eine Nivellierung, es soll möglichst gerecht im Landkreis verteilt werden. Dabei handele es sich um ein reines Infogespräch, sagt Gerhard Bauer. In Kirchberg werde lediglich das angemietete Gebäude im Schloss vollends belegt und keine neuen Unterkünfte mehr geschaffen.

Uwe Berger (CDU) fragt nach, ob Kapazitäten der vorläufigen Unterbringung auch für die Anschlussunterbringung in den Kommunen genutzt werden könnten. Genau das sei durch geringen Umbau das Ziel, so der Landrat. Konkrete Zahlen zur Anschlussunterbringung in den Kommunen will Kreisrat Karl Eichele (SPD) wissen. Diese  soll es in der nächsten Sitzung des Kreistags am Dienstag, 26. Juli, geben.
 

Aktuelle Zahlen und Daten zu Flüchtlingen

Entwicklung Landrat Gerhard Bauer blickt im Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Schulen auf die Entwicklung der Zahlen zurück. Im Dezember 2013 waren 355 Personen im Landkreis in der vorläufigen Unterbringung. Ein Jahr später wuchs diese Zahl auf 681 und wieder ein Jahr später auf 2029 Personen an. Am 29. Februar 2016 waren 2249 und zum Stichtag 1. April 2016 insgesamt 2285 Plätze in der vorläufigen Unterbringung in den Gemeinden des Landkreises belegt. Nach stetigem Anstieg sinkt diese Zahl in der neueren Entwicklung wieder. Der aktuellste Stand wird mit 1984 Personen zum Stichtag 28. Juni 2016 genannt.

Geschlecht/Alter Von den 1984 Personen sind 1230 Männer (62 Prozent) und 754 Frauen (38 Prozent). 615 Personen sind minderjährig (rund 31 Prozent).

Nationalitäten Die meisten Flüchtlinge im Landkreis kommen aus Syrien (34 Prozent). Auf Platz zwei folgt Afghanistan (17 Prozent) und auf Platz drei Irak (15 Prozent). Albanien liegt mit einem Anteil von 5 Prozent auf Platz vier, gefolgt von Kosovo (4 Prozent), Gambia, Pakistan, Nigeria (alle 3 Prozent), Eritrea, Serbien, Mazedonien (alle 2 Prozent) und Sri Lanka, Russland, Georgien, Indien, Algerien sowie Bosnien und Herzegowina (alle 1 Prozent).

Land/Bund Die tatsächlichen Zugänge von Flüchtlingen pro Woche sind in Baden-Württemberg von rund 40.000 im November 2015 auf unter 5000 im Juni 2016 gesunken. Die Gesamtzahl der Asylanträge (nicht tatsächliche Zugänge) ist nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bundesweit von 127.023 im Jahr 2013 auf 476.649 im Jahr 2015 gestiegen. Von Januar bis Mai 2016 liegt die Zahl der Asylanträge bei insgesamt 309.785. Die Gesamtschutzquote wird mit 61,5 Prozent angegeben. Hauptherkunftsländer sind wie auf Landkreisebene Syrien, Irak und Afghanistan.

Landeserstaufnahmestelle In Schwäbisch Hall hatte das Land eine neue Landeserstaufnahmeeinrichtung (Lea) für das Jahr 2017 geplant. Das für 500 Personen ausgelegte Gebäude (1000 Menschen in Ausnahmesituationen) werde nun vorerst doch nicht wie vorgesehen in der Stadtheide errichtet, teilte das Finanzministerium des Landes kürzlich mit, nachdem Halls Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim den Innenminister Thomas Strobl schriftlich um Antwort gebeten hatte. Die Umsetzungsplanung sei auf unbestimmte Zeit zurückgestellt worden. Das Land überarbeitet derzeit sein Unterbringungskonzept. cus

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Manz CIGS Technology GmbH: Sondereffekt stärkt Gewinn

Unternehmensgründer Dieter Manz gibt den Vorstandsvorsitz ab. Er wechselt in den Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft. weiter lesen