Fleißige Helfer durchforsten Straßenränder und Wege rund um Hall nach Unrat

Fensterrahmen, Autoräder, aufgeweichte Bücher, Schuhe und eine Tresortür: Die Helfer der Stadtputzete-Aktionen am Samstag in und um Hall können sich nur wundern, was alles achtlos weggeworfen wird.

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"Warum schmeißt denn jemand sein Auto weg?", Marlene Ganten schüttelt verständnislos den Kopf. Die Neunjährige hat im Luckenbach unterhalb des Hagenbachstadions mehrere Teile einer schwarzen Innenverkleidung gefunden und müht sich, die schweren Teile die Böschung heraufzuziehen. Joris Tietz (10) hilft ihr mit einem blauen Abschleppseil, das er nur wenige Meter entfernt gefunden hat. Die beiden gehören zur Jugendgruppe des Naturschutzbundes und sammeln Müll und Dreck rund um den Luckenbacher See. "Ich hätte nicht gedacht, dass hier so viel rumliegt", sagt Joris erstaunt und blickt auf die zahlreichen blauen Säcke, die nach kurzer Zeit prall gefüllt zur Abholung bereitliegen.

Mit angewidertem Blick befördert Maija de Vries eine benutzte Windel in einen Sack. Zusammen mit ihrer Mutter Pia (40), Vater Wiebe (42) und Bruder Til (5) nimmt die Siebenjährige zum ersten Mal an der Stadtputzete teil. "Ich bin froh, dass wir Arbeitshandschuhe haben", sagt Eliano Tedesqui (10) lächelnd. Zusammen mit Yoris hat er mehrere Knochen gefunden, die an Ort und Stelle fachmännisch begutachtet werden.

Am Sammelplatz häuft sich derweil der Unrat. Aufgeweichte Bücher, ein Klappstuhl, mehrere Schuhe, Bierflaschen, Grillgitter, ein Staubsauger und alte Rollschuhe werden wenig später von Werner Arbinger und Alfred Gundel abgeholt. Die beiden sind Mitarbeiter des städtischen Werkhofes und für den Abtransport des gesammelten Mülls zuständig.

"Ganz normaler Müll", sagt Danny Snyder (56) aus Michelfeld lachend und greift mit seiner Zange nach dem nächsten Plastikschnipsel, den der Wind auf den Kreisverkehr am Ortseingang Hessental geweht hat. Zusammen mit zwei weiteren Kameraden des Reservistenverbandes sammelt er vom Schenkenseeparkplatz bis nach Hessental die Hinterlassenschaften der Wegwerfgesellschaft am Straßenrand. Bereits zum elften Mal ist Snyder bei der Putzete dabei und hat schon einige unappetitliche Erfahrungen gemacht: "Im Bereich von Bushaltestellen findet man auch Spritzen, dort fühlen sich die Müllsünder sicher und werfen ihr Zeug einfach weg".

Im Solpark haben die freiwilligen Helfer ihre Aufräumaktion bereits beendet und machen sich auf den Weg nach Sulzdorf zum abschließenden Vesper. Henric Böhm aus Hessental blickt zufrieden auf den Vormittag. In zwei großen Containern werden Hausmüll und Wertstoffe gleich vor Ort getrennt gesammelt. "Wir wollen ein Zeichen setzen und mutig dran bleiben", erklärt der 44-Jährige.

Der Erfolg gibt ihm Recht, zum dritten Mal sind neben vielen Anwohnern auch Mitglieder der Matthäus- und Baptistengemeinde in ihrem Stadtteil unterwegs. Neben üblichem Gewerbemüll finden die Helfer dieses Jahr auch eine Tresortür, Fensterrahmen, Autoräder und eine Kaffeemaschine.

Über einen Rundbrief der Matthäusgemeinde ist Ruth Bauer aus Hessental auf die Aktion aufmerksam geworden. Sie macht zum ersten Mal mit und möchte im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder dabei sein. Zusammen mit zwei weiteren Freiwilligen hat sie von der Apotheke bis zur Gärtnerei gesammelt und blickt nach getaner Arbeit auf Schnapsflaschen, Schuhe und viel Plastik. "Hoffentlich bleibt es einige Zeit sauber", so der Wunsch der 54-Jährigen.

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